By your side-by Shingel

Bis Bald, Bine


by Katha

1. Brief

Lieber Bill,

ich habe mich jetzt dazu entschlossen dir einen Brief zuschreiben. Da die anderen gerade einen Film, der mich sowieso nicht interessiert angucken, dacht ich das ich dir einfach mal schreiben werde. Ich muss die ganze Zeit an unsere gemeinsame Zeit denken. Wie schön sie war und wie blöd wir gewesen sein müssen um das erste Jahr so verschwendet zu haben.
Wir hätten soviel machen können wovon wir immer geträumt haben, wir könnten ungestört ins Schwimmbad gehen oder einfach nur ganz normal durch die Straßen laufen ohne das sich gleich jedes vorbeilaufendes Mädchen auf dich stürzt, wir hätten so einfach leben können.
Wir beide wussten das wir für einander bestimmt waren aber niemand wusste was noch passieren würde.
Weißt du noch wie alles angefangen hat?
Wie ich neu auf eure Schule bekommen bin, wie ich in deine Klasse gekommen bin und du mich mit großen Augen angeguckt hast?
Und als der Lehrer dann gefragt hatte wo noch Platz frei wäre hast du dich sofort gemeldet und auf den freien Stuhl neben dir gezeigt.
Damals hattest du noch deine Vampirfriseur. Zuerst fand ich das alles komisch wieso du mir genau angeboten hattet das ich mich neben dich setzen sollte. Ich hatte ehrlich gesagt schon bisschen Angst. Ich weiß das habe ich dir noch nie erzählt aber mein erster Gedanke als ich dich zuerst sah war, oh mein Gott ist der Jung geil, aber na ja du weißt ja wie es weiter gegangen ist. Denn du hast nie mit mir geredet und ich glaub du warst auch nicht so beliebt gewesen, denn in der Pause hatte mir die dumme Schlampe von Tina alles über dich erzählt, das du einen Zwillingsbruder hast, das du dich schminkst und in einer total schwulen Band singen würdest und das alle den verdacht hatten das du nur so Freundinnen hattest damit niemand mitbekommt das es stimmte was jeder über dich sagte. Zuerst wollte ich es nicht glauben bis es mir der Rest der Klasse bestätigte. Ich war geschockt, ich wollte es nicht wahr haben, ich wollte es einfach nicht. Ich hätte dir auch nie zugetraut das du auf das andere Geschlecht stehst aber als ich am letzen Schultag meiner ersten Woche auf der Schule vom Hauptausgang rausging sah ich dich da stehen mit deinem Bruder Tom, der genau das Gegenteil von dir war, und deinem besten Freund Andres. Es waren immer die selben Leute die bei dir waren, schon die ganzen Woche ist es mir aufgefallen immer nur die zwei. In dem Moment dacht ich an nichts mehr.
Ich weiß auch nicht wieso ich so was empfunden habe obwohl ich dich gar nicht kannte aber....ja ich kann es dir nicht sagen. Wahrscheinlich habe ich damals schon gefühlt das du meine „große Liebe“ bist. Nur wieso haben wir es nicht schon so viel Früher gespürt?
Wieso? Ich könnte heulen wenn ich daran denke. Und an das alles was passiert ist.
Wieso hat sich alles gegen uns verschworen. Natürlich gönne ich dir deine Erfolg und freu mich mit euch wenn ihr noch einen Preis gewinnt. Doch ich kann nicht. Ich kann mich einfach nicht richtig freuen, weil ich es einfach immer noch nicht verstehe wieso es so kommen musste, wieso?
Und glaub mir ich liebe dich immer noch und du?
Ich glaube du hast mich ganz vergessen, denn hallo?, du hast soviel Fans...soviel du kannst dir einfach jemanden aussuchen. Aber ich glaube kaum. Ich hoffe einfach das du noch an mich denkst, wenn dir das alles nur halb soviel bedeutet hat wie mir.
Aber du hast es mir versprochen. Ja das hast du. Und ich vertraue dir. Also entschuldige für das was ich geschrieben habe.
Aber du kommst mich nicht besuchen...ja ok du hast viel zutun. Aber wieso hast du nie Zeit gefunden mich hier zu besuchen oder nur mal anzurufen. Ich werde hier noch sterben, hier gibt es keinen der sich auch nur so vorstellen kann wies mir geht...niemand...alle meinen mich zu kennen und mir helfen zu können aber wenn die das alles wüssten.
Und deswegen werde ich den Brief so schnell wie möglich abschicken. Denn ich möchte nicht das nur jemand von diesen Arschlöchern ihn liest. Denn auch das würden sie mir nicht glauben. Kannst du dir vorstellen wies mir jetzt geht?
Ich bin so alleine. Ohne dich. Und ich schaffe es nicht. Ich brauche dich.

Der Film ist zuende.
Ich werde aufhören und diesen Brief wegwerfen und nicht mehr daran denke dir zu schreiben. Ich denken du wirst ihn sowieso nicht lesen. Er wird irgendwo unter den ganzen Fanbriefen untergehen. Und du wirst nie erfahren das ich Tag und Nacht, ja sogar in meinen Träumen sehe ich dich, und am Tag, wenn ich wieder alleine in meinem leeren, leblosen Zimmer sitze an dich denken...Das ich dich Liebe.


In Liebe Bine

 

 

 

2 Kapitel

Hallo Bill,

ich weiß eigentlich wolle ich dir ja nicht mehr schreiben aber seit gestern denke ich nur noch an dich, dich und mich.

Ich kann es nicht lassen ich musste an unsere gemeinsame Zeit denken. Sie spielte sich immer zu in meinem Kopf ab, von Anfang bis Ende immer zu und immerzu.

Ich brauche dich hier sonst überstehe ich das alles nicht.

Ich hätte nie gedacht das ich dir so was schreiben würde und schon gar nicht vor noch fast zwei Jahren.

Weißt du denn wie es weiter ging...nach der einen Woche?

Ich wurde mehr und mehr die Freundin von Tina und ihrer blöden Clique.

Die sowieso nur auf Äußerlichkeiten achteten und sich nicht erlauben hätten können mich nicht in ihrer Gruppen haben zu können.

Hätte ich das doch schon damals gemerkt.

Weißt du noch wie wir das erstemal geredet haben. Es tut mir heute noch leid wenn ich zurück denke aber ich wusste ja nicht wirklich was über dich und die anderen hatten mir ja alles über dich erzählt und ich dummes Kind glaub es ihnen auch noch.

Es war vor dem Sekretariat, du solltest zum Rektor, weil du wieder etwas angestellt hattest.

Und ich zur Frau Mauersberger, der Sekteterin da ich noch einige Formulare ausfüllen musste.

Wir beide saßen vor der Tür und gucken auf den Boden, ich glaube du hast mich nicht gemocht, da du nicht mal mit mir in der Klasse geredet hast also wieso auch jetzt?

Aber ich vermute es war nicht immer so. Am Anfang hast du mir ja einen Platz neben dir angeboten und wieso?

Das hast du mir zwa noch nie gesagt aber ich vermute mal weil ich eben mit der größten Schlampe auf der Schule und ihren genauso bekloppten Freunden abhing.

Nun ja wir saßen immer noch da und sagten nichts. Wir beide warten nur noch bis man uns aufruft um nicht mehr in der Gegenwart des anderen zu sein.

Doch ich nahm all mein Mut zusammen und fragte dich, wieso du eigentlich so still warst.

Du hast mich nur etwas verwirrt angeguckt und meintest dann nur ganz grob, das es mir doch egal wäre wie du wärst und ich mich um meine eigenen Sachen kümmern solle.

Jaha! Du warst so abweisend und gemeint. Wieso? Du kanntest mich nicht. Du hattest keine Ahnung wie ich war und ich verstand es einfach nicht wieso du so zu mir warst.

Ab dem Tag hat wohl alles Angefangen. Wir haben uns beide gehasst. Nein nicht nur gehasst wir haben richtig verabscheut.

Ich hab mir an dem Tag geschworen nie mehr nur ein Wort mit mir zu wechseln. Nie.

Und ich glaube ich hätte es bereut, wenn ich das Versprechen wirklich eingehallten hätte.

Ich weiß nur noch wie entsetzt ich dich angeguckt habe und dir sonst was gewünscht habe.

Ich wollte nichts mehr mit dir zu tun haben und das Gefühl was ich am Anfang so für dich empfunden habe war weg...kein toller Bill mehr...nein.

Du hattest mich nach deiner Antwort nur noch dumm angegrinst und wahrscheinlich innerlich ausgelacht und gehofft das ich jetzt Angst vor dir habe.

Aber im Gegenteil ich wolle dir zeigen das ich auch anders kann.

Und das haben wir ja dann die nächsten paar Monate gespürt.

So und jetzt hör ich auf, denn jetzt kommt die schlimmste Zeit an die ich mich gar nicht erinnern möchte.

Süße Grüße Bine

3 Brief

Hallo Schatziii,

wenn ich dich denn noch so nennen darf.

Ich weiß ja immerhin nicht was du für mich empfindest. Du meldest dich nicht du besuchst mich nicht und ich sehe dich nur noch im Fernseher. Du wirst mir das jetzt vielleicht nicht glauben aber ich wollte sogar auf ein Konzert von euch. Ja wirklich aber na ja in meinem zustand...kann ich das ja wohl vergessen.

Aber ich möchte etwas tun...ich kann hier nicht nur rumsitzen und an dich denken. Ich möchte dich so gerne noch einmal berühren, dich küssen, einfach in deiner nähe sein.

Das alles geht nicht mehr.

Und obwohl ich eigentlich gedacht habe ich schreibe dir nicht mach ich es trotzdem aber ich glaube ich werde die Briefe behalten und vielleicht kommst du mich ja doch besuchen und dann kann ich sie dir so geben. Denn dann bin ich mir ganz sicher das du sie bekommst.

Oder vielleicht schreibe ich einen „Fanbrief“, so einen wie es die meisten tun. Eine der 400 Meter ist. Ja aber ob ich das schaffe ist die andere Frage.

Ich hätte niemals gedacht das sich alles so ändern kann. Von einen auf den anderen Tag.

Dabei muss ich noch immer daran denken wie wir uns fertig gemacht haben.

An dem Tag als wir beide vor dem Sekretariat saßen haben wir es wirklich geschafft uns zu hassen.

Und das war ja nur der Anfang. Es kam immer schlimmer und schlimmer.

In der Mathestunde, weißt du noch?

Als wir uns unterm Tisch gegenseitig getreten haben?

Wir beide mochten auch unsren Mathelehrer, Herrn Fahrner nicht, denn Rektor.

Aber wir hätten uns zu der Zeit nie, nie im Leben zusammen geschlossen. Aber er mochte uns immerhin auch nicht. Obwohl eigentlich ging er ja so vom optischen schon. Aber er würde dir nie das Wasser reichen und das weißt du.

Naja da saßen wir und langweilten uns. Als ich plötzlich merkte wie ich einen tritt gegen mein Bein bekam. Am liebsten hätte ich aufgeschrieen aber ich wollte nicht schwach dastehen, also hab ich zurück getreten.

Und so ging das die ganze Zeit. Ohne Witz, ich hatte am nächsten Tag zwei völlig blaue Beine...na ja aber nicht nur wegen dir....

Jedenfalls ging das die ganz Zeit. Bis es dann der scheiß Fahrner mitbekommen hat.

Er lies uns beide aufstehen und etwas zu dem Zwischenfall sagen. Keiner sagte etwas wir standen stumm da und guckten uns gegenseitig an.

Ich hatte so eine Wut auf dich ich hab mich wirklich zurück gehalten um dich nicht zu verpetzen. Immerhin hattest du ja angefangen. Und was ich nicht gedacht habe. Er hatte dir die Schuld gegeben. Dir! Ich glaub in dem Augenblick warst du sauer auf mich. Aber was sollst er mochte halt, wie ich dann auch zuspüren bekam.

Naja du hattest dann jedenfalls eine Strafarbeit bekommen und mich nicht verraten. Bestimmt dachtest du auch so wie ich und meintest das du so allen zeigen könntest wie stark du doch bist. Tja Pech hattest du.

Nach Ende der Stunde hast du mich nur angeguckt. Wieder. Und hast nichts gesagt, woran ich mich gewöhnt hatte. Und da war es. Ich hasste dich....mehr als du dir vorstellen kannst.

Aber deine Augen. Ich hätte sie Stunden angucken können. So wunderschön, so warm, so unglaublich und so ein traumhaftes Hasselnussbraun, so eins wie ich es zuvor noch nie gesehen habe. Ich konnte an nichts mehr anderes denken und als du dann gefragt hattest was ist, war ich erst mal verdutzt. Du hattest wirklich was gesagt. In dem Moment war mir das dann auch wieder egal, ich reagierte nicht und drehte mich dann wieder so um das ich zur Tafel sehen konnte. Wir haben nie über den Tag geredet, ja ok, für dich war es ein ganz normaler Tag wo wir uns mal wieder gegenseitig fertig gemacht haben. Aber diese Augen.

Ja und das hast du oft von mir gehört wie toll deine Augen sind und so. ich weiß aber nicht ob du das von mir ernst genommen hast aber es war so ja. Und hier sag ich’s dir halt nocheinmal.

DEINE AUGEN SIND EIN TRAUM.

Und nach der Schule, ich könnte immer noch lachen wenn ich mich daran erinnere.

Oh mein Gott. Aber was war doch schon eine lustige Zeit. Irgendwie. ich glaube ich hätte es auch nach einer Zeit vermisst mir dir zu streiten.

Oh du ich werde gleich zum Essen geholt. Deshalb schreib ich heute Abend vielleicht noch weiter.

Bey

Bine

4 Brief

Hai Hai,

so ich bin fertig. Und ich bin unglücklich. Wieso bekomm ich dich nicht aus meinem Kopf?
Keine wird mehr so perfekt wie du sein. Keiner. Es ist komisch gerade habe ich den Fernseher im Gemeinschaftszimmer angemacht und auf viva geschalten. Und weiß du wenn ich da sehen. Euch. Wir ihr da ganz bequem auf der Couch sitzt und euch mit Klaas unterhaltet.
Und die ganzen Hyänen hinter dir sitzen und hoffen das du die siehst und dich in sie verliebst. Die haben keine Ahnung was das mit sich bringt. Und weißt du was ich wirklich vermisse. Dein lachen ich hab es schon so lange nicht gesehen und es macht mich fertig wenn ich dich jetzt so sehen mit Tom und denn anderen zwein. Ich pack es einfache nicht. Ich werde nie schaffen von dir los zukommen. Es zerreist mich...innerlich wie kannst du nur so tun als ob alles in Ordnung wäre? Wieso kann ich nicht zu Hause sein, dann hätte ich wenigstens etwas von dir, dann wäre ich wenigstens in deiner nähe.
Und jetzt muss ich schon wieder an lachen, oh Bill es war so lustig.
Als wir dann an dem Tag, als wir den Anschiss vom Fahrner bekommen haben.
Am Ende des Schultages hab ich dann an der Tür dein Bruder Tom und dein besten Freund Andy warten sehen. Schon witzig. Innerlich hab ich schon gedacht das ihr mal wieder aufs Klo verschwindet. Beim rausgehen hab ich aber richtig angst bekommen. Wir waren ganz alleine im Zimmer und auch im Flur war niemand mehr zu sehn. Ich hatte angst, angst an den zweien vorbei zugehen. Aber da wusste ich ja noch nicht wie nett sie auch sein können.
Also nahm ich mal wieder meine ganzen Mut zusammen packte meine Sachen zusammen und tritt aus der Tür. Ich spürte wie ihr mir alle nachgeguckt habt. Und ich wollte mich ja zuerst auch umdrehen und ne dumme Bemerkung fallen lassen aber ich habs doch gelassen.
Im Augenwinkel hab ich aber noch gesehen wie du Tom zur Seite genommen hast und ihm irgendwas ins Ohr geflüstert hast. Ab da hab ich wirklich angst gemacht vor dir. Ich wusste nicht zu was du fähig warst.
Dann hab ich nur noch Tom sagen hören das du spinnst oder so...ich kann mich nicht genau daran erinnern. Aber ungefähr so was war das. Und ab da wollt ich weg, weil ich echt nicht wusste was du mit mir machst und es war keine Lehrer oder sonst wer da.

Oh ich muss jetzt gehen.


Lieb dich

Bine

5 Brief

Haiii Billy,

sorry das ich gestern einfach so aufgehört habe aber die haben mich mal wieder zu so einer dummen Besprechung geschleppt. Können die mich nicht einfach in Ruhe lassen. Ich brauche das alles nicht. Nichts davon, ich brauche nur dich. Und die können sich das sonst wo hinstrecken das ich mit ihnen über meine Probleme rede. Da können die ruhig versuchen gegen meinen Dickkopf anzukommen. Aber hey, wer hat davon so viel mitbekommen wie du...oder soll ich lieber sagen gespürt?
Mich würde es wirklich interessieren was du in diesem Augenblick machst. Früher war das ja keine Problem. Ich habe dich Tag und Nacht gesehen. Ja! Und das fand ich total toll.
Am Anfang, ich kann mir das lachen nicht verkneifen, ich bin wirklich einfach vorlaut und das beste Beweißstück haben wir ja gesehen als na ja...nach der Schule.
Noch am selben Tag, da wo Tom und Andi vor der Tür waren...da war es.
Ich stand an der Bushaltestelle und wartete zum ersten mal auf meine Bus. Na ja ich wars ja gewöhnt das ihr auch auf den selben Bus wartetet wie ich aber mir ist noch nie so aufgefallen wo ihr ausgestiegen sind. Na ja so standen wir da. Tom und Andi haben sich wunderbar unterhalten während du nur daneben standest und die Augen verdreht hast. Das hat mich weiter auch nicht gestört und ich war auch froh das wir wieder unter Leuten waren, denn hier war ich mir sicher das du mir nichts antun würdest. Trotzdem verwirrte es mich ein wenig. Über was die zwei reden würden. Zu der Zeit hab ich dir wirklich alles zugetraut, ich wusste ja nicht wie du eigentlich warst.
Und so standen wir da und warteten. Ja, ich weiß gar nicht mehr was ich alles in diesen Augenblicken gedacht habe. Ich wollte einfach so schnell wie möglich nach Hause.
Wir haben ja immerhin erst eine Woche in dem Haus gelebt und ich mochte es nicht. Also das Haus schon aber die Gegend...alles langweilig. Was auch immer erklärt hat wieso wir nie zu Hause warn bzw. wieso wir nur in der Stadt anzutreffen waren.
Es war schon witzig, ja. Und jetzt? Jetzt sehe ich dich nur noch durch so ein Ding...ein Ding genau. Das so viele Leute was dagegen haben, was gegen uns haben. Es war doch so schön mit dir.
Ja...und wo war ich jetzt...ja wir haben immer noch auf den Bus gewartet.
Und dann endlich ist er gekommen. Ich bin eingestiegen und hab nur so halb mitbekommen wie ihr hinter mir eingestiegen seid. Der Bus war eigentlich sehr leer. Ok ich bin zwar erst das zweite mal mitgefahren aber...hey...normalerweise dachte ich immer in so einer Großstadt wie Magdeburg würde mehr los sein. Aber das alles habe ich dann später noch mitbekommen.
Aufjedenfall habe ich mir einen Platz ziemlich weit vorn gesucht. Und vielleicht weißt dus ja noch, beim vorbeigehen deine Hand mir einen Stoß in die rechte Seite gegeben hat.
Irgendwie glaub ich hab ich sogar damit gerechnet. Na ja wir haben halt bisschen mehr Zeit gebraucht uns aneinander zugewöhnen.

Und jetzt hör ich auch schon auf.
Du weißt ja bestimmt das ich jeden Morgen früh aufstehen darf und hier mithelfen muss aber die können sich das alles wieder abschminken, nichts werde ich machen, nichts!

Kussis Binchen


6 Brief

Bill,

ich halts hier nicht aus. Wieso kannst du nicht bei mir sein? Ich weiß ich fange immer so an aber ich kann nicht mehr. Ich brauche jemanden der mir kraft gibt, der mich unterstützt, der einfach da ist. So wie es da letzte Jahr war. Und als ich jeder Zeit bei dir vor der Tür stehen konnte. Weil immerhin wars ja nich weit.
Du hast es mal wieder geschafft das ich lache. Obwohl du gar nicht da bist. Du bist einfach einmalig. Das ist wiedermal ein beweis das wir uns einfach auch blind verstehen.
Oke also zu mindestens nach dem „Krieg“...obwohl auch schon zu der Zeit.
Na ja okee..auch wieder nicht.
Im Bus ... die ganze Fahrt hab ich gehofft ihr steigt aus. Aber irgendwie seit ihr das nicht. Ihr wart immer noch im Bus gesessen!
Ich hofft bloß das ihr auch endlich mal auf den weg macht und euren Arsch hochhebt.
Doch irgendwie...na ja.
Ich wollte nicht wissen was ihr macht, denn ihr wart ganz hinten gesessen und keine Ahnung, ich hab euch nicht beachtet. Es gab immerhin so viel was ich mir ansehen konnte. Den Weg der mich nach Hause führt, den Busfahrer der verzweifelt versucht um die Ecke zubiegen und also so Sachen, wieso sollte ich da bitte genau EUCH beobachtet haben solln?
Na ja okee du kennst mich eh...ich hab natürlich versucht euer Gespräch mitzubekommen.
Das war auch gar nicht so schwer...ihr habt ja immerhin im ganzen Bus rumgeschrieen.
Aber na ja.
Ich musste mir auch zu der Zeit eingestehen das ich dich ganz süß fand...rein optisch natürlich...weil ich mochte dich ja nicht...oder besser deinen Charakter.
Naja irgendwann nach 30 min Fahrt hielt der Bus dann endlich an.
Und in diesen Moment dachte ich mir wirklich das ihr mich verarscht.
Denn mein Blick blieb automatisch an dir hängen, denn du standest auf und die anderen zwei auch. In dem Augenblick wollt ich wirklich falsch hingesehen haben, denn ich hatte angst. Nicht schon wieder mit euch...ich glaub später hätte ich es bereut wenn das nicht so wäre wie es passiert ist.
Ich stieg aus dem Bus aus und hörte hinter mir ein lautes lachen.
Keine Ahnung was ihr da mal wieder geredet habt. Aber ich fands nicht witzig. Nicht schon wieder mit euch alleine. Ich hatte wirklich angst.
Aber zum glück hatte ich es ja nicht weit von der Bushaltestelle bist zum Haus. Ich konnte es ja immerhin schon sehen und auch den Möbelpacker der davor stand und noch einige Sachen auspackte. In dem Moment war ich wirklich beruhigt. Und hinter mir hörte ich dann wie du los geschrieen hast. Ich wusste doch das du etwas verrückt bist...aber na ja.
Ich wusste ja nicht was du schon wusstest.
Und kurz bevor ich einbiegen musst um zu Haustür zu kommen hörte ich immer noch wie du hinter mir her gelaufen bist.
Ich weiß nicht was mich in dem Moment geritten hatte das zu tun....aber na ja, du fandest es bestimmt nicht so witzig.
Ich weiß sogar noch wie du geguckt hast. Dein Blick. Ob ich verrückte wäre oder so.
Aber ich hab mich umgedreht und ich hab dir ins Gesicht geguckt während die anderen zwei mal ihren mund gehalten hatten und mich erstaunt anguckten.
Ich hab dich angebrüllt und gefragt, ob du mich jetzt auch noch bis nach Hause verfolgen willst. Und du?
Du hast gelacht...du hast mich ausgelacht.
Und nur ganz cool über die Lippen gebracht das du auch hier wohnen würdest. Wieso hab ich dir das eigentlich nicht geglaubt?

Oh mein Gott.
Was wollen die schon wieder von mir?
Schatzi ich bin gelich wieder da...


Bai dann,

Bine

7. Brief


Hallo Bill,

sorry das ich gestern nicht weiter geschrieben habe. Aber die Leute hier nerven einfach. Ich weiß nicht wie ich mit ihnen fertig werden soll. Das schaff ich nicht. Ein Lächeln von dir würde mir allerdings schon reichen und ich könnte das alles hier viel einfacher überstehen.
Moment, warte ich guck mal wo ich gestern stehen geblieben bin.
Eigentlich würdest du das ja nicht merken oder?
Ich hab die Briefen noch nicht losgeschickt. Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht wohin. Nach Hause würde die bestimmt nicht ankommen. Und das sind ja keine Fanbriefe, vielleicht wird Simone sie rausfischen, was ich aber nicht glaube.
Aber ich hoffe das wenn ich dir nur ein Stückchen was bedeutet habe wirdst du mich besuchen kommen und dann werde ich sie dir geben können.
Ach quatsch, ich träume einfach viel zu viel. Als ob du mich besuchen würdest. Bestimmt hast du mich schon vergessen. Mich aus deinem Kopf gelöscht, sonst würdest du alles tun um in Kontakt mit mir zu kommen. Ich weiß ja nicht mal ob du weißt was mit mir passiert ist.
Aber ich möchte nicht weiter darüber nachdenken, es sind einfach zu viele Gefühle die in mir hochsteigen. Und ich bin noch nicht so weit sie zu verarbeiten.
Das kann niemand außer dir verstehen. Niemand. Nicht einmal die Leute hier. NIEMAND. NIEMAND AUSSER DIR!!!!!!!!!!!
Und du bist nicht da. Ich werde immer tiefer in dieses Loch fallen. Immer tiefen. Es wird mich niemand mehr ausholen können.
Denn ich werde dich nie mehr sehen, höchstens im Fernseher, aber was wird mir das bringen?
NICHTS....
Es tut mir leid....
Ich hör jetzt auf....ich kann nicht weiter schreiben
Nicht so.
Nicht wenn sich wieder alles vor mir abspielt.
Nicht wenn die Gefühle wieder hochkommen.
Nicht wenn ich wieder dorthin verfalle wo ich die Hilfe gebraucht habe.
Nicht wenn du nicht da bist.


Bine.....

8 Brief


Lieber Bill,

es tut mir so Leid, ich sagte doch das ich nicht klar komme.
Ich brauche einfach noch Zeit.
Also ich war dabei dir das mit dem Heimweg zu erzählen.
Als ich dich fragte wieso du mir jetzt auch noch bis nach Hause flogen musst. Wieso du mich nich einfach in Ruhe lassen kannst. Du hast einfach nur gelacht und bist an mir vorbei.
Ich hab dich wirklich gehasst. und deine lache.
Aber ich glaube das war auf Gegenseitigkeit. Du mochtest mich nicht und ich dich nicht.
Und als du dann an mir vorgegangen bist und in das Hause neben unseren hineingegangen bist, war es mit so peinlich. Wieso konnte ich nicht mal meine Klappe halten?
Ich weiß nicht ob du das mitbekommen hast aber Andi und Tom mussten schon bisschen grinsen und schauten mich an.
Ich sagte nichts und bin einfach weiter Richtung unserem neuem Haus.
In diesem Augenblick fragte ich mich ob das alles gut gehen wird. Wir mögen uns eh nicht, wie soll dann das gut gehen?
Aber da wusste ich auch noch nicht das, das Leben für mich doch etwas gutes hatte.
Ich bin nach Hause gekommen und suchte erst mal mein Zimmer.
Ich weiß das hört sich vielleicht bisschen komisch an aber es ist so.
Da wie du weißt meine Vater ja Arzt ist und jetzt in ein Krankenhaus nach Magdeburg versetzt wurde mussten wir ja umziehen und ich habe kein einziges mal davor das Haus gesehen.
Das hat alles mein Vater alleine Organisiert. Meine Mutter musst sich daher nur um die Gestaltung sorgen, was ihr ja nicht immer leicht gefallen ist, denn mein Vater hatte seine eigenen Vorstellungen.
Jedoch als ich mein Zimmer betrat, kam mir ein helles Leuchte entgegen.
Es war wirklich wunderschön und in diesem Moment hatte ich alles vergessen.
Doch nicht lange. Drei große Fenster hatte das Zimmer. Als ich näher an sie ran kam und aus ihnen hinausguckte sah ich nicht viel. Von dem einem Fenster einen großen Berg der die wunderschöne die sich hinter ihm befand versperrte. Von dem anderem Fenster konnte ich doch noch ein Stück von dem Wald sehen. Und von dem anderen Fenster noch ein Haus in dessen Fenster ich sogar schauen konnte. Tja wenn ich gewusst hätte.
Es war wirklich komisch. Denn ich hatte genau 13 Jahre meines Lebens in einer anderen Gegend verbracht und von einen auf den anderen Tag wurde ich daraus einfach rausgerissen. Ohne zu fragen ob es mir überhaupt gefallen würde. Ohne das ich mich richtig von meinen Freundin verabschieden konnte, nicht einmal von meinem Freund.
In diesem ersten Monat in Loitsche bzw. Magdeburg lief ich Tag für Tag nur so neben mir her.
Ich hab wirklich nichts wahrgenommen und du hast mir diesen Monat auch nicht wirklich verleichtert.
Und ich dachte das es vielleicht hier einen neu Anfang für alles gibt.
Alles was dort schief gelaufen ist. Für alles was falsch gekommen ist. Einfach für alles.
Das dacht ich auch. Den Tina hat mich wirklich freundlich als ihre Freundin aufgenommen und mir alles gezeigt.
Ja nur das ich da nicht wusste was das für eine Person ist.
Mich hatte ja keiner vor ihr gewarnt oder auch nur gesagt wie sie war.
Ich hab ihr geglaubt, ihr vertraut.
Sie hat mich nur für sich gebraucht.
Ich war so dumm.
Aber wie sagt man das doch?
Aus seinen Fehlern lernt man!!!
Und das habe ich auch....


Baiii,
Bine

9 Brief


Bill,

ich bin die ganze Nacht wieder unter Tränen wach gelegen...
Wieso kann ich die dummen schmerzen nicht einfach ignorieren?
Und wieso kannst du mir dabei nicht einfach helfen?
NIEMAND hilft mir!
Ich will alles zurück drehen, alles von vorne bevor das alles so kam.
Aber ich rede die ganze Zeit von mir.
Ich weiß wirklich nicht mal wie es dir geht...ob es dir so gut geht wie man das in den Nachrichten sieht.
Na ja dort sehen ich dich auch nicht mal.
Denn jedes mal wird umgeschallten oder ich werde aus dem Zimmer gebracht.
Sie wissen nicht wie weh sie mir tun. Doch ich werde nichts sagen, nie.
Aber ich bete jeden Abend für euch. Das es so weiter gehen soll für euch.
Das du glücklich wirst. Wenigstens einer.
Du warst damals auch schon sehr lebenslustig...du hattest auch immer gute Lauen.
Du hast es sogar geschafft mich immer zum lachen zu bringen.
Sogar zu der Zeit wo wir uns nicht gemocht haben, das hab ich dir zwar nie gesagt aber ich habe immer innerlich gelacht. Zusammen hatten ja die Lehrer eh keine Chance gegen uns.
Genau so wenn wir dann zu viert waren.
Ich glaube die Lehrer haben uns noch mehr gehasst, als wir uns endlich vertragen haben.
Denn in andere Klassen konnten sie uns bei den Wählfächern nun nicht mehr stecken und das war auch immer gut. Mit euch hat der Unterricht mehr Spaß gemacht.
Tja das haben wir aber sehr später gemerkt, nicht?
Du hast mir nie erzählt wie du mich zu diesem Zeitpunkt fandest?
Ich denke mal das du mich auch gehasst hast oder?
Na ja oke da bin ich mir mal ganz sicher, sonst hätten wir uns ja nicht gegenseitig fertig gemacht. Oder hast du das da auch schon als spaß genommen?
Nein das glaube ich nicht. Schon alleine unsere Blicke wenn sie sich getroffen haben, haben sich gegenseitige Verachtung und Hass gewünscht.
Tja da hast du dir wohl was eingebrockt das du freiwillig vorgeschlagen hast das ich neben dir sitze. Aber da mussten wir dann beide durch. Ich glaube sogar das hat den Lehrern auch gefallen. Mich haben sie ja gemocht, gut am Anfang und nicht alle...aber die meisten. Also dich hat ja niemand gemocht.
Weißt du, irgendwie hab ich immer noch das Gefühl du bist bei mir, aber du kannst mir nicht antworten. Wenn ich diese Briefe schreibe fühlt sich das an als ob ich mit mir selber reden würde. Ja manchmal bekomme ich sogar tränen in die Augen, ohne genau zu wissen wieso!
Wie jetzt zum Beispiel. Wo ich dich wirklich schrecklich vermisse. Ich dacht noch unfairer konnte es nicht kommen.
Aber wenn schon mal en Leben beschissen anfängt wieso nicht dann auch so beschissen zuende leben?
Das hab ich mir auch gedacht.

Bis dann,
Bine

10 Brief

Kann man leben mit den Schmerzen in sich?
Kann man damit klar kommen,
wenn man nicht einmal weiß woher der größte scherz kommt?
Wenn niemand einem helfen kann?
Wenn die Person die den Schmerz einschränken kann,
nicht da ist?
Wenn die Person sich nicht für einen interessiert?
Wenn die Person alles vergessen hat was sie zusammen durch lebt haben?
Es funktioniert nicht.
Es wird auch nie aufhören aufzuhören,
vielleicht die Schmerzen die man medizinisch heilen kann,
aber die seelischen, die werden nie heilen.
Und irgendwann,
nach der schmerzhaften Zeit,
kommt eine Erlösung, die dir hilft,
die dich von allem Befreit und dir nur das beste gibt.
Und sollte diese nicht von alleine kommen,
muss man sie erzwingen.


Na Bill,

was sagst du dazu?
Ich habe wieder angefangen Gedichte zuschreiben. Es soll mir helfen haben sie gemeint.
Aber das wird es nicht. Denn sie wissen nicht was ich damit verbinde.
Woher denn auch.
Und weißt du noch was ich immer getan haben wenn’s mir schlecht ging?
Was ich immer getan habe als ich von der Schule fertig nach Hause gekommen bin?
Ja ich hab mich aufs Fensterbrett gesetzt und in den Wald geguckt.
Und mir einfach vorgestellt habe alles hinter mir zu lassen.
Wie schön es andere Kinder hatten.
Die alles hatten was ich nie bekommen habe, also du weißt ja was ich meine.
Nicht die Materiellen Dinge.
Die haben mir nie gefällt. Eher so was wie dich.
Wieso hänge ich eigentlich so an dir?
Du bist doch auch ein ganz normaler Junge...
Nein das bist du nicht...du bist etwas besonderes...etwas einmaliges...etwas was ich nicht haben kann.
Wie gerne würde ich mich jetzt wieder auf mein Fensterbrett setzten und rausschauen!
Weißt du noch? Als wir uns zum erstenmal gesehen haben? Wenn du mich jetzt sehen könntest...ich muss lachen und gleichzeitig weinen.
Die erinnerungen sie schmerzen und trotzdem kann ich lachen...obwohl mir gerade eine Tränen die Wange runterkugelt...und ich sie nicht wegwischen möchte, da ich einfach nur angst haben noch etwas kaputt zumachen. Sie soll mich an meine Fehler erinnern.
Und ich frage mich ständig ob du überhaupt nur einmal nach unserer Trennung an mich gedacht hast.
Ob du überhaupt noch an mich denkst...
Ich kenn es mir wirklich nicht vorstellen....du hast so viel zutun...so viel um die Ohren...auch wenn du es mir versprochen hast...ich kann es mir nicht vorstellen.
Und ich will auch nicht das du daran denkst.
Denn es reicht das ich es schon tue und es mir immer mehr weh tut.
Ich möchte nicht das es dir genauso ergeht.
Und jetz....jetzt ist die Träne auf meinen Lippen...jetzt muss ich lachen...das erinnert mich wieder an eine stelle unserer zwei Jahren.
Alles erinnert mich an dich.
Ich wird dich nie mehr los...und dafür hasse ich dich...ich hatte genug Probleme und dann auch noch du....
Ich glaube das ist der letzte Brief, ich schaffe es einfch nicht über uns wieder nachzudenken.
Es reist wieder alles auf.

Bis dann, Bine.

11 Brief


Lieber Bill,

ich habe es mir doch noch einmal überlegt und schreibe weiter, wer weiß vielleicht wirst du irgendwann dein eigenes Buch schreiben, dann hast du ja schon mal was.
Und weißt du was. Heute war die erste Nacht, seit dem ich hier bin, in der ich mehr als nur zwei Stunden geschlafen haben.
Das ist doch schon einem ne Party wert, findest du nicht?
Solche die wir auch immer gemacht haben.
Haber ich bin ja noch beim erzählen wie es war mit dem „anfreunden“ haben.
Ich war ja noch beim einziehen.
Ja, noch am selben Abend, in der die peinliche Geschichte passiert ist, war ich draußen im Garten und hab meiner Mama geholfen.
Als dann plötzlich deine Ma und Tom im auf eurer Seite des Gartens standet.
Ehrlich gesagt hatte ich da ja nichts gegen Tom. Alle sagten ja ihr seit da komplette Gegenteil, das glaubte ich sogar...Du Rocker...Er Hopper...du en Depp...er allerdings sah sehr nett aus.
Na ja meine Mutter musste sich ja unbedingt noch mit unseren neuen Nachbarn befreunden und so kamen die zwei ins Gespräch.
Tja ich hatte allerdings keine Ahnung wo du steckst.
Ich habe nur gesehen wie Tom mich anlächelte. Gut ich war nicht schüchtern oder so und deswegen hab ich ihn einfach mal angesprochen. Ich weiß zwar nicht ob er dir das erzählt hat.
Na ja oke ihr seit Zwillinge und dazu noch beste Freunde, was soll ich denn noch mehr dazu sagen?
Meine Neugier war wirklich stärker als mein Verstand und ich hoffte das wenigstens Tom normal ist.
Wir haben uns vielleicht so 5 Minuten unterhalten und ich fand ihn wirklich sehr sympathisch ich konnte in diesen Augenblick wirklich nicht verstehen wie man seine Kinder so unterschiedlich erziehen kann.
Ja und deine Mutter hat uns sogar angeboten mal bei euch vorbeizugucken und Tom bekam ein hinterhältiges lächeln ins Gesicht, du weißt schon wie er guckt...sein Lieblingsblick halt...ja das hab ich da zum erstenmal gesehen...ich fandst total süß und ehrlich gesagt musst ich mir da schon irgendwie eingestehen das ich keinen kannte der so goldig wir ihr zwei lächelt.
Als ich das aber von deiner Mutter hörte, ich dachte sie machte Späße.
Oke sie kam mir schon von Anfang an total nett und cool rüber aber das konnte sei nich wirklich verlangen.
Ich und du privat unter einem Dacht, das glaube konnte sich zu der zeit keiner vorstellen.
Oh du ich werde jetzt gerade geholt.
Ich schreib dann später mal weiter...


Bis dann, Bine

12 Brief

Hai Billy ^^,

ich weiß...ich soll aufhören dich so zu nennen...aber na ja ich kann’s nicht lassen ich mag den Namen...immerhin hab ich ihn auch für dich bestimmt.
Tja...als du das so gehört hast, hast du fast so ein Gesichte gezogen wie am nächsten Tag wie Tom beim vorbeigehen „Hallo“, gesagt hat.
Ich musste innerlich schon etwas lachen, das Gesicht ist auch wirklich zu süß gewesen um es zu vergessen.
Ich könnt mir sogar vorstellen das du ihn dann hinter dir her gezogen hast und ihn dumm angemacht hast wieso er das gesagt hat.
Aber ich wollt ja nicht zu neugierig sein, sondern habs einfach so genossen.
Tja...Bill und Tom ne ^^
Na ja aber ich konnte da ja nicht wissen das du mich dann in der Schule runter machst.
Als du in der Englischstunde mal wieder zu später gekommen bist...wie immer halt...durftest du dir erst mal eine Nacharbeit abholen...und als du dann auf deinen Platz zurück bist hast du mich ganz komisch angeguckt. In dem Moment hatte ich wirklich angst vor dir. So einem blick hab ich dann Gott sei Danke nicht mehr gesehen.
Aber ich wollte mir wirklich nichts anmerken lassen und hab dich angelächelt...du weißt schon dieses „Engelchenlachen“.
Hmm...aber ich hab bis jetzt nicht verstanden wieso du so sauer auf mich oder Tom warst.
Immerhin haben wir doch wie ganz nett Leute zueinander Hallo gesagt.
Da ich das nicht mehr mit dir machen konnte.
Tja...und in der Pause diese Blickkontakte?
Ich fand Tom schon ganz süß, aber nichts so mein Ding. Ja langsam glaube ich auch das ich ihn ausgenutzt habe, damit ich dir eins reinwürgen konnte. Und ich glaube das hat funktioniert. Stimmts? Ich war damals schon böse zu dir. Aber hey..du auch zu mir.
Tja... du ich muss jetzt auch wieder aufhören meine Betreuer sind da.


Bis später,
Bine

13 Brief


Tagchen Bill,

und wie ist denn dein Samstag so?
ich langweile mich so. Und da ich jetzt gar nichts mehr mach darf kann ich nur noch dir schreiben. Kannst du dir das vorstellen? Ich darf nicht mal mehr Fernsehen gucken oder nicht mal mehr an PC und das nur weil ich kein Bock auf die hier alle habe.
Die sollen mich doch nur in Ruhe lassen.
Das ist alles nicht fair. Tja...einiges in meinem Leben ist nicht fair.
Das mit Tom...ich glaube ich sollte dir vielleicht noch etwas beichten.
Du weißt doch wir ich mich an ihn heran gemacht habe? Oke ich war da erst 13 aber ich dachte trotzdem das er meine große Liebe ist. Ich muss wirklich selber über mich lachen.
Als ich mit Tina und ihrer Clique nach der Schule noch draußen gestanden habe, hab ich euch immer im Blickfeld, immer Tom. Er hatte zwar einen schlechten Ruf an der Schule aber das war mir egal.
Und weißt du wie glücklich ich immer war wenn wir zusammen im Bus saßen?
Ich war wirklich noch ein kleines unerfahrendes Mädchen.
Und dann kam der Abend...wos mir wieder so schlecht ging, du weißt ja wieso.
Da hab ich mich aufs Fensterbrett gesetzt und aus dem Fenster geguckt.
Doch diesmal wollte ich nicht mehr den Wald sehen, das ganze Grünzeug, nein ich wollt einfach etwas anderes. So beschloss ich mich auf das Fenster zu setzen aus dem man den großen Berg sieht.
Na ja so wie du mich kennst wüsstest du jetzt das es mir nicht so lange gefallen hat.
Da hab ich mich dann ans andere gesetzt. An dem wars ja auch nicht besser dachte ich.
Aber interessanter als der Erdhaufen. Tja da war ich gesessen ca. so zwei Stunden und hab mich ausgeheult. Als ich dann aber Aufstehen wollte und mich in mein Bett legen wollte, genau in diesem Augenblick ging das Licht in einem Zimmer des Hauses neben uns an.
Da du ja weißt wie neugierig ich bin, war ich noch etwas länger dort gesessen und habe geguckt ob man vielleicht etwas erkennen konnte.
Und was ich sah lass mir den Atem stocken.
Ich wusste zwar das ihr neben uns wohnt aber ich habe gar nicht realisiert das mein Zimmer in die Richtung von euch gelegt ist.
Und die ganzen anderen Abenden hab ich es auch nicht gemerkt. Wieso jetzt?
Und wieso genau Toms Zimmer? Tja das lies mir schon ein kleines Lächeln aufblitzen.
Ich konnte super gut hineingucken. Ich hab den Vorhang von meinem Fenster etwas zugezogen damit er mich nicht sieht aber ich glaube das hat er so auch nicht. Er war total konzentriert. Er stand in der Mitte des Raumes und suchte wahrscheinlich etwas.
Als sein Blick dann plötzlich in einer Ecke des Zimmers hängen blieb.
Er ging langsam dort hin und holte etwas, am Anfang konnte ich nicht genau sehen was es war aber als er dann immer mehr in Richtung Tür ging stellte ich fest das es eine Gitarre war.
Und als das Licht im Zimmer ausging, wollte ich auch schon wirklich weg, als dann plötzlich, ohne das ich es weiter verstanden habe im Zimmer nebenan das Licht anging.
OH fuck jetzt ist schon so spät. Ich glaube ich hör auf und leg mich schlafen.
Denn morgen kommen schon wieder diese Dummen verblödedeten Betreuer.

Bis Morgen, Bine

14 Brief


Lieber Bill,

mir geht’s richtig gut, ich weiß nicht wieso aber seit dem ich dir Tag für Tag schreibe wird es stück für stück besser.
Aber glaube mir ich werde nie aufhören an dich denken geschweige dich zu lieben.
Tja...ich glaub ich mach jetzt mal weiter, weil sonst verfliegt alles.
Also an dem Abend an dem ich festgestellt haben das ich genau in eure Fenster schauen konnte, kann ich mich noch genau erinnern.
Ja bloß wusste ich zu der Zeit auch noch nicht was das für ein Fenster zwischen euren beiden ist. Tja ich habe wirklich einen perfekten Ausblick gehabt.
Schade das ihr das Fenster nicht offen hattet, ich hätte zu gerne gehört was ihr da miteinander besprochen habt.
Naja ich konnte es mir eigentlich auch denken, als dann Tom seine Gitarre zückte und drauf rumzupfte. Ich konnte sehen wie du anfingst deinen Mund zu bewegen.
Und da dachte ich nur an Tina wie sie mir erzählt hatte das ihr eine Band habt um eure Transenmusik den anderen Leuten bei Festen bzw. Clubs vorzustellen.
Ich war so neugierig wie ihr seit. Ich wollte unbedingt wissen was ihr singt, wie ihr spielt, wir ihr überhaupt spielt besonders hat es mich interessiert zu wissen wer die anderen zwei sind, ob es die überhaupt gibt? Immerhin hat Tina da schon was erwähnt aber da hab ich nicht genau hingehört, ich glaube Gustav und Gansor hat sie gesagt, aber da wusste ich’s wirklich nicht und wie blöd musste ich gewesen sein um ihr zu glauben das er Gansor heißt?
Da strahlte wohl meine Blondheit aus mir herraus, so wie du es immer gesagt hast.
„Bine du bist nicht dumm schon alleine deshalb weil du nicht blond bist, aber sei froh das man deine innere Blondheit nicht sehen kann.“
Ja das war glaub ich dein Lieblingssatz. Denn ich bis jetzt immer noch nicht verstehe. Aber was solls ich habs immer als Kompliment genommen.
Tja..ich weiß nicht wie lang am Fenster war. 10 min...15 ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht was mich so lange da gehalten hat, immerhin hab ich ja nichts gehört nur gesehn, gesehn wie sich dein Mund öffnete und schloss.
Auf...zu...auf...zu. Sah eigentlich sehr witzig aus. Aber irgendwann hat Tom aufgehört. Ich glaube ich wäre noch einige Stunden dagesessen und hätte euch zugesehen.
Tja Tja....ich schrei gleich...wieso müssen die dumme leute immer dann kommen wenn ich dir schreibe? Langsam glaube ich haben sie so eine Antenne und merken wenn sie reinkommen müssen.
Haach...was solls...dann schreib ich dir morgen weiter. Also wünsch mir Glück das ich das heute noch überleben.

Bis morgen, Bine

15 Brief

Tagchen Bill,

Ja ich lebe noch...sie haben mich doch nicht so gequält wie ich gedacht habe.

Naja ich bin so manches gewohnt. An dem selben Abend an dem ich euch aus meinem Fenster beobachtet habe, glaub ich hab ich ein ganz anderen Eindruck von dir bekommen. Ich konnte mir echt nicht mehr vorstellen das du so egoistisch und arrogant bist wie Tina immer behauptete. Ja so schnell kann ich meine Meinung verändern.

Aber weißt du dann was am nächsten Tag war? So gegen Mittag als ich aufgestanden bin schaut ich total unbewusst rüber in dein Zimmer. Die Rollos immer noch unten. Ich glaub das war so gegen drei?! Aber woher sollte ich auch wissen das du son Langschläfer bist?

Ganz ungewollt blickte ich auch auf die Straße und das was ich sah hat mir wirklich gefallen. Tom und Andi saßen mitten auf dem Weg und haben ihr Spraydosen sauber gemacht, also ich habs zwar nicht genau gesehen was es war aber nach dem ich die Beiden jetzt mehr als sonst jemand kennen kann ich’s 100 pro sagen.

Naja ich hab mir natürlich die Chance nicht entgehen lass und bin runter in die Küche. Ja ich war nicht faul und unordentlich...ich vermute mal das ist erst in der Zeit gekommen in der ich mit euch befreundet war. Ja in die Küche bin ich und hab den Mülleimer ausgeleert, denn es sollte ja nicht doof kommen. Die zwei sollten ja nicht denken das ich wegen ihnen extra raus bin.

Tja meine Logik halt. Also Müll in die Hand, Tür auf und schwups schon war ich draußen, natürlich bemerkte ich wie die Blicke auf mich fielen doch das konnte ich ja ertragen. Ich hab sogar noch einen draufgelegt und hab noch bisschen mit den Hüften gewackelt, gott muss ich verrückt gewesen sein. So was würde ich heute nicht mehr machen.

Naja und wie ichs erwartet hab. Tom konnte es nicht lassen und rief mir hinterher. Während ich mich umdrehte genoss ich es das es immer so klappte wie ich wollte, wenigstens wenn’s um solche Sachen geht hab ich bisschen Glück.

Mit einem Samstagmorgenlächeln bin ich zu ihnen geschritten und natürlich hat es mich total interessiert was die da machten. Und das war jetzt ernst. Nicht ironisch oder so, nein nein.

Hmm...ich hätte nie am ersten Tag an dem ich hier angekommen bin daran gedacht das mir so was passieren würde bzw. das ich so jemanden kennen lernen würde. Also nein. Ich will nich das du mich falsch verstehst. Wie wir aus unserem alten zu Hause ausgezogen sind, hätte ich nie im Leben dran gedacht das ich hier so etwas finde. Ja ich schreib dir dann vielleicht ihm nächsten Brief wie es dort war. Wie ich dort gelebt habe und was ich dort erlebt habe.

Ich denke mal das würd dich interessieren. Denn du weißt noch nich alles was passiert ist.

An dem einen Abend wo ich mich bei dir ausgeheult hab, habe ich dir nicht die ganze Wahrheit erzählt.

Oh ich muss jetzt aufhören. Es gibt Abendessen.

Bis bald, Bine

 

16 Brief

 

 

Salut Monsieur Bill,

 

Wahh ich hasse den Unterricht hier. Ich hasse ihn.

Ich  vermiss die Französischstunden  sooo sehr mit dir. Jaja wie wir immer Madame Schuhladen verarscht haben. Aber manchmal tat sie mir wirklich leid.

Naja was solls, du brauchst kein Französisch mehr, du hast einen Dolmetscher nur ich muss mich hier mit dem Zeug abgeben. Obwohl allemal besser als in die richtige Schule.

Voilà.

Japs. Hast du eigentlich mitbekommen wie die Stadt geheißen hat wo ich gewohnt hab?

Ja doch ich glaub so schnell wirst du den Namen nicht mehr los. Drogen. Falls du’s vergessen hast. Naja ich vermute eher nicht, wenn du mir immer zugehört hast. Ich fand den Namen eigentlich gar nicht mal so schlimm bzw. ich bin damit aufgewachsen. Nur er sagt dir auch schon wie es in der kleine ach so gemütlichen Stadt abgeht.

Das war so eine richtiger Puff. Schlimmer sogar als in Hamburg. Und manchmal hab ich meine Elter gehasst das wir da wohnen müssten. Ich hatte da zwar meine Freunde, Vereine, Clubs und alles was mir wichtig war. Aber wieso muss die Stadt  so sein. Solang es noch hell war musstest du keine Angst haben das dir irgendwas passiert. Und Isabella, meine beste Freundin die zu der Zeit auch gerade mal 13 war, ist da hineingerutscht, ohne irgendwas zu sagen. Ich mache mir immer noch totale Vorwürfe. Das ist auch der Grund wieso ich nie genau gesagt hab wieso wir umgezogen sind. Du dachtest immer wegen meinen Vater, der hier in Magdeburg eine neue Stelle bekommen hat aber so war das nicht. Nicht nach dem was alles dort in der Stadt passiert ist. Ich bin so ein komplizierter Mensch, nie weiß ich was ich genau will, nie kann ich mich entscheiden. Ich liebe diese Stadt, eher die Personen aber sonst war mir alles egal.

Die Nutten die sobald es dunkel geworden war sich am Straßenrand gestellt haben um auf ihre Freier zu warten. Die Penner die du auf jeder Parkbank sehn konntest. Ja Tags kein Problem, Tags.

Was sich alles ändern kann wenn keine Sonne scheint. So auch Isabella. An einem bestimmten Abend als es wieder mal passiert ist habe ich es nicht mehr lange alleine ausgehalten und bin zu ihr. Doch wir wussten wieso wir bester Freundinnen waren.

Das selbe Schicksal, die selben Gefühle, einfach alles was wir teilten.

Und wie ich’s gewusst habe muss ich jetzt wieder aufhören da  ich mal wieder abgeholt werde.

 

Baii baii, Bine

 

Gratis bloggen bei
myblog.de