By your side-by Shingel

 

Walking on Sunshine

by Claudiii

 

 

~Billy~
Diese scheiß Klischees immer. Nur weil ich eine Stewardess bin, muss das doch nicht heißen, ich sei leicht zu haben. Das denken die meisten Männer aber. Typisch! Aber vielleicht mal darauf zu kommen, dass man den Beruf einfach gern macht, mag keiner denken. Ätzend!
"Wir hoffen es hat ihnen an Board gefallen und wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt in Sydney!" beendete ich die Ansage und damit auch meine Schicht.
Ab heute werde ich nämlich drei ganze Wochen Urlaub haben, ehe ich wieder arbeiten muss.
Endlich komme ich nach Hause. Zuhause. Ich glaube das ist das eizigste Wort bei dem man wirklich Wärme spürt.
So schnell wie möglich verließ ich nach den Passagieren die Maschine.
Mein Bruder Alex wartete schon vor der Empfangshalle und nahm mich erstmal kräftig in den Arm.
"Hey Kleine, gut siehst du aus! Ich hab dich schon ewig nicht mehr gesehen!"
"Ich weiß, aber ich habe jetzt ganze drei Wochen Urlaub!" berichtete ich stolz und wir fuhren los, nachdem wir mein Gepäck verstaut hatten.
Die warme Luft wehte mir angenehm durch die Haare. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man gleich wieder Zuhause sein wird. Mein Zuhause ist wahrscheinlich das schönste, was es gibt. An der einen Seite der unendliche Ozean, an der anderen eine großflächige Steppe.
Je holpriger die Straße wurde, desto näher kamen wir nach Hause. Ungefähr 26 km außerhalb Sydney's.
"Und, immernoch den Traumprinzen auf deinen unendlichen Reisen nicht getroffen?" neckte Alex.
"Idiot, du solltest erstmal eine ernsthafte Beziehung haben, bevor du mich blöd anmachst!"
"Och Kleine, immernoch so impulsiv... Aber glaub's oder nicht, ich habe seit einem halben Jahr eine feste Freundin!" erklärte Alex stolz.
"Was? Warum weiß ich davon nichts?"
"Du bist doch nie da! Alle vermissen dich sehr, Kenny fragt auch schon jeden Tag nach dir!" erklärte er wehmütig.
"Ja, ich weiß, aber jetzt bin ich ja erstmal da!" munterte ich ihn auf.
Kenny-bei dem Namen musste ich grinsen. Er ist weit und breit unser einzigster Nachbar und ungefähr gleichalt wie ich, 22! Doch das allein ist noch kein Grund zu grinsen, wir waren von klein an best friends. Wir haben alles zusammen gemacht, alles. Ich meine alles. All unsere Freunde fingen mit Beziehungen an und allem was dazu gehört und da haben wir uns einfach gedacht, wir können ja mal versuchen, was daran so toll ist. Na ja, aber bekannterweise ist das erste Mal nie richtig prickelnd und so haben wir es bei dem einen Mal gelassen und sind normale Freunde geblieben. Dieses Beziehungszeug war uns zu blöd... Also haben wir das weitergemacht, was wir am besten können: Surfen! Diese Leidenschaft lässt mich heute noch nicht los...
Wir bogen die Straße zu unserem Haus hoch. Meinen Dad konnte ich schon auf den unzähligen Schafweiden am Zäune reparieren erkennen, meine Mom ist wahrscheinlich wieder im Haus.
"Willkommen Zuhause!" stoppte Alex und ich sprang sofort aus dem Wagen.
Ich stürmte ins Haus zu meiner Mom, die sich tatsächlich wieder mal in der Küche befand.
"Ma!"
"Lee-Ann! Endlich, wir haben dich so vermisst!" schloss sie mich in die Arme.
Sie zerrte mich auf die Veranda und brüllte so laut, dass ich wieder da sei, das man es wahrscheinlich auch in Sydney hören konnte.
Mein Dad, Jim, Steven und Zach kamen sofort angelaufen, gefolgt von Josy und Puppy, 2 von unseren Hunden.
Nach ausgiebiger Begrüßung mit allen, schleifte ich mein Gepäck erstmal in mein Zimmer. Rein gar nichts hat sich seit meiner Abreise verändert. Nebenbei hatte meine Ma mir gerade gesagt, dass wir bereits Gäste haben und später auch noch weitere ankommen werden. Toll...
Damit wir das ganze Land hier finanzieren kommen, nehmen wir gelegentlich Gäste in unseren 7 kleinen Häuschen auf, um noch extra Geld zu bekommen. Von den Schafen allein kann man heutzutage nicht mehr leben...

 

~Tom~
Diese Stewardess war verdammt heiß. Die hätte ich gern mal eben auf Toilette gezerrt. Aber die hat mich ja immer abblitzen lassen. Bill hätte sicherlich größere Chancen gehabt, obwohl sie keinen von uns wirklich gemocht zu haben schien...
"Tom, wenn du so weiter machst, müssen wir unsere eigene Airline gründen. Du baggerst alle Stewardessen an und wenn sie dich dann abblitzen lassen, wirst du patzig!" zickte Gustav.
"Jaja, ich weiß. Aber Stewardessen sind doch nunmal verdammt heiß. Vor allem für eine kleine Nummer auf Toilette!"
"Ach Tom, es sind nicht alle Stewardessen gleich. Manche entsprechen vielleicht dem Klischee, andere eben nicht!" warf Bill ein.
"Wenn du meinst!" lud ich achselzuckend mein Gepäck ins Taxi.
Die Fahrt schien ewig zu dauern. Das letzte Stück dann auch noch über so schlecht ausgebaute Straßen... Furchtbar! Hoffentlich sind wir bald da, ich habe nämlich Hunger.



~Bill~
Also wirlklich, Tom gräbt einfach alles an, was einen Rock anhatt. Total notgeil. Ich fand die kleine auch süß und trotzdem lade ich sie nicht auf einen Quickie auf der Boardtoilette ein. Da hatte Gustav wirklich Recht.
Australien ist wirklich ein schönes Land und wir werden 4 Wochen hier bleiben. Wir sollen hier auch ein wenig bekannter werden. Man kennt uns hier praktisch gar nicht...
Endlich kamen wir an: Es ist zwar kein 5-Sterne Hotel, eher eine Farm, aber wir werden sehen. Ein bisschen abgelegen zu wohnen ist sicher schön... Jedenfalls hat jeder seinen kleinen, eigenen Bungalow, das ist doch schonmal was. Außerdem lernt man hier auch nette Leute kennen...
Wir luden unser Gepäck aus und sofort kam ein junger Mann auf uns zu um uns zu helfen.
"Willkommen, ich bin Alex!" begrüßte er uns.
Wirklich sehr schöne Umgebung hier. Es war praktisch eine Allee aus Eukalyptosbäumen unter denen wir standen. Von irgendwo war leise Musik zu hören.
"Einen Moment..." entschuldigte sich Alex und stellte sich direkt unter einen Baum, wo auch ein Hund lag.
"Bill?" rief er immer wieder aufschaunend zum Baum.
Ich guckte natürlich skeptisch und nach Alex' 100x rufen antwortete ich auch.
"Nein, entschuldigung, ich meine nicht sie!" erwiderte dieser, worauf Bill rötlich anlief.
"Jetzt bekommt er sogar noch einen Korb von einem Kerl!" witzelte Georg, der dafür Bills bösen Blick bekam. Trotzdem lachten wir anderen, auch David.
"Bill, jetzt komm da runter, ich weiß das du da oben bist!" rief Alex nocheinmal.
"Jaja, ich komme ja. Du machst immer einen Streß!" wurde aus der Baumkrone erwidert.
Und schon kam eine bildschöne, junge Frau den Baum herunter geklettert. Ich blickte noch einmal in die Krone, um sicherzugehen, dass sie wirklich auf dem Baum gesessen hatte. Wie kam sie nur darauf?
"Ach, hast du Sally schon wieder bei dir!" lachte Alex.
Erst wusste niemand von uns 5, wer gemeint war, als die junge Frau sich zu uns umdrehte und wir sahen, dass sie einen Koala Bären trug. Aber wir sahen auch noch weiter, dass es sich bei ihr um die Stewardess handelte, die Tom die ganze Zeit angegraben hat.
"Komm, jetzt hilf mir beim tragen!" wies dieser Alex das Mädel an.
"Nein, ich mach schon, Ladys brauchen doch nicht unser Gepäck tragen!" entlastete Gustav sie, als sie seinen Koffer nehmen wollte.
"Schon gut, ihr habt genug zum schleppen. Außerdem bezweifle ich, dass ich eine Lady bin!" zwinkerte sie und nahm dann schließlich doch den Koffer.
Wieso fällt mir erst jetzt auf, wie bildschön sie ist? In der Sonne glitzern ihre langen, gelockten Haare mal rötlich dann bräunlich. Es wechselt sich ab wie Schatten und Licht. Ihre Augen sind so blau, wie ich es noch nie gesehen habe. Wie das schönste karibikmeer-blau! Dagegen ist meine Augenfarbe total eintönig...




~Billy~
Oh no, ich hatte schon keinen Bock, als ich hörte, das noch weitere Gäste kommen, aber als ich die Typen dann von vorhin aus dem Flugzeug sah, hätte ich schreien können. Toll und dann lässt Alex mich auch noch ihre Koffer schleppen. Na ja, zumindest einer hat halbwegs Anstand bewiesen und mich als Lady bezeichnet. Obwohl ich keine bin...
Ich half schnell beim Koffer schleppen und Alex erklärte ihnen hier noch alles. Ich hingegen machte mich wieder ganz unbemerkt aus dem Staub. Sally natürlich im Schlepptau. Ich liebe Koalas. Die sind so schön anhänglich und flauschig...
Ich kletterte wieder auf meinen Lieblingsplatz und döste mit chilliger Musik im Schatten rum.
"Billy, jetzt komm endlich essen!" rief meine Mutter schon zum 100x zum Abendessen.
Nun ja, da ich sowieso eher hungrig als schläfrig bin, bemühte ich mich runter.
"Endlich, komm setz dich. Aber tu erst dieses Vieh weg!" begegenete mir meine Ma in der Küche und meinte damit eindeutig Sally.
Schweren Herzens brachte ich Sally auf den Baum zurück und versprach ihr, gleich wieder zu kommen. Sie ist so süß, die großen Knopfaugen...
"Billy!" rief meine Ma erneut.
Um sie nicht weiter zu verärgern, sprintete ich schnell in die Küche und wollte mich auch schon setzen, als ich sah, dass mir drei dieser Typen gegenüber saßen. Klasse, jetzt ist mir eigentlich der Hunger vergangen, aber das kann ich denen ja schlecht sagen, immerhin bezahlen sie für den Urlaub hier und wir brauchen das Geld...
"Bill, schau mal bitte eben nach, wer da gekommen ist!" bat mich mein Vater, da er gerade draußen Motorengeräusche gehört hatte. Ich stand auf und ging nach draußen. Hier kommt man ja wirklich nie zum essen...

Gratis bloggen bei
myblog.de