By your side-by Shingel
Kapitel 41
*aus der Sicht von Bill*

Ich saß mit Gustav und Georg unten in der Cafeteria und frühstückte, weil Tom noch nicht fertig gewesen war. Plötzlich kam Markus aus unserer Parallelklasse und stellte einen Karton auf unseren Tisch. Daraus holte er eine Zeitung und meinte grinsend: „Wollt ihr auch eine?“ Ich sah auf die Zeitung und erschrak. „Tom Kaulitz schwängert Mila Koch!“, stand da ganz groß und fett auf dem Titelblatt. „Seit ihr verrückt?!“, rief ich, doch Markus grinste nur und verschwand wieder. „Jaja, unser Tom. Heißbegehrt und angesagt, doch ob er als Papa genauso cool ist wie er sich immer zeigt? Ja ihr habt richtig gelesen. Dass Tom Kaulitz (10a) und Mila Koch (7b) ein Paar sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr – dass Mila schwanger ist, nun auch nicht mehr! Die beiden waren vor ein paar Tagen sogar zusammen beim Frauenarzt gewesen! Doch wie geht Tom denn damit um dass er Vater wird, und das mit 16? Wird er bei seiner Freundin bleiben, oder sie, wie üblich, einfach sitzen lassen und sich ein anderes Girl suchen? Angeblich aber wollen Mila und Tom das Kind abtreiben lassen. Sonst würde wohl mindestens Mila das Internat verlassen, denn unsere Direktorin, Frau Kröger, will selbstverständlich keine kleinen Kinder auf dem Internat haben. Aber wenn Mila gehen würde, was würde dann Tom tun? Sie vergessen und nach anderen „Chicas“ (wie er ja zugerne sagt) suchen mit denen er Spaß haben kann? Oder lassen sie das Kind wirklich abtreiben? Wir werden sehen … vielleicht kriegen wir ja auch ein paar Informationen von Mila oder Tom? Es bleibt die Hoffnung, dass Mila und unser Mädchenschwarm Nr.1 (diesen „Rang“ teilt er sich immer noch mit Zwillingsbruder Bill!) weiterhin auf unsere Schule gehen – oder dass das Kind gesund und munter zur Welt kommt ...“
Hallo? Ging’s noch? Hatten die von der Schülerzeitung ’nen Knall? Das ging doch niemanden was an! Das war verdammt noch mal privat!! Verdammt privat nämlich! Doch da kam Tom und ich packte schnell die Zeitung weg. Er setzte sich mit seinem Tablett und seinem Frühstück zu uns und bemerkte dann wohl, dass wir ihn alle ansahen und einige andere auch. „Was?“, fragte er. Wir schüttelten nur mit dem Kopf. Doch er glaubte uns nicht. „Jungs, was ist los?“
„Ähm … Tom, also …“, fing ich an, doch ich wurde von einem Girl am Nachbartisch unterbrochen. Sie drehte sich zu Tom um und fragte: „In welchem Monat ist Mila denn?“
„Was?“, fragte Tom. Ich hielt ihm die Zeitung hin. Er las und schluckte. Dann sprang er auf und rannte weg, ich sah nur noch wie er zu den Treppen abbog. Wahrscheinlich lief er jetzt zu Mila. Maren kam an uns vorbei und grinste schadenfroh. Moment mal …

*aus der Sicht von Mila*

Ich betrachtete mich noch einmal im Spiegel und war mit meinem Aussehen eigentlich vollkommen zufrieden … na ja ich könnte vielleicht mal wieder ein, zwei Kilo abnehmen, aber sonst … obwohl das bestimmt an der Schwangerschaft lag … ich band mir noch meinen Nietengürtel um und steckte mir die Haare mit einer schwarzen Haarklammer hoch, perfekt. Meine schwarz geschminkten Augen harmonierten perfekt zu meinem schwarz-weiß-gestreiften Nackholder-Top (ich schminkte sie aber nie so heftig wie Bill, weil mir das nicht stand!). Dazu hatte ich eine Jeans und einen roten Mini-Rock an und meine lila-grün-gelb-karierten Chucks. Perfekt. Hehe. Ich schloss gerade die Badezimmertür hinter mir, als Tom reingestürmt kam. Er war etwas blasser als sonst und sah mich geschockt an. „Hey Schatz was is’n los?“, fragte ich besorgt und ging auf ihn zu. Er hielt mir nur eine Zeitung hin. „Tom Kaulitz schwängert Mila Koch!“, stand da ganz fett und groß auf dem Titelblatt unserer neu erschienenen Schülerzeitung. Ich ließ mich auf Leas Bett fallen und las den Bericht. Scheiße! Wer hatte das denn geschrieben?! Wieso stand das da?? Das ging doch niemanden etwas an!! Ich sah zu Tom, der immer noch an derselben Stelle stand wie vorhin. Er sah mich komisch an. Ich stand auf und nahm ihn in Arm. „Wenn ich weiß wer das war der kann was erleben!“, murmelte er.
„Tom!“, murmelte ich. Ich spürte wie er mich noch fester an sich drückte, seine Wange an meine, und dann spürte ich wie meine Augen anfingen zu brennen, und kurz später spürte ich etwas nasses auf meiner Wange. Wieso? Warum? Wer tat so etwas? Und warum?!
„Mila!“, schluchzte er. Ich streichelte ihm über den Rücken und er ließ mich nicht mehr los, fing an zu zittern. Ich setzte mich mit ihm aufs Bett, er auf meinen Schoß, und er ließ mich immer noch nicht los. „Ich … ich …“, fing er an.
„Pscht!“, machte ich. „Tom, wir schaffen das jetzt noch, es ist doch nicht mehr lang!“
„Trotzdem!“, schluchzte er. Ich weiß nicht wie lange wir da so saßen, aber plötzlich ging die Tür auf und Maren lehnte grinsend im Türrahmen. „Was willst du?“, fragte ich kalt.
„Mal sehen wie’s euch geht!“, antwortete sie als wäre es das Normalste auf der Welt, dass … na ja. „Okay, dann kannst du ja jetzt wieder gehen!“, gab ich zurück.
„Und? Was macht ihr jetzt? Abtreiben oder geht ihr echt von der Schule?“, fragte sie herausfordernd. Auf einmal löste Tom sich von mir, ging auf Maren zu, die immer noch grinste. Doch das Grinsen in ihrem Gesicht verschwand sofort als er sie gegen den Türrahmen drückte und anschrie. „Du mieses kleines Biest, du bist so ’ne kleine Schlampe weißt du das?! Ich hab gesagt du sollst dich aus meinem Leben raushalten!! Das ist verdammt noch mal privat und geht niemanden etwas an!!! Warum tust du so was? Was haben wir dir getan? Dich beim Ficken erwischt? Was können wir denn dafür wenn ihr’s im Keller treibt! Kannst du nicht mal EINMAL nachdenken bevor du so etwas tust!! Du warst mal meine beste Freundin Maren, mittlerweile frag ich mich wie ich dir überhaupt mal vertrauen konnte, echt!! Lass uns endlich in Ruhe und kümmer dich um dein eigenes Leben!! Hau ab!! ICH HASSE DICH!!!!“
Sie sah ihn geschockt an. „Tom, ich-“
„Nein!!“, schrie er. „RAUS!!!!“ Er sah sie so wütend an, dass Maren sofort verschwand. Er schlug die Tür hinter ihr zu und schloss ab. Dann ließ er sich an der Tür entlang auf den Boden gleiten und sah mich gequält an. Ich ging zu ihm und kniete mich neben ihn. Nahm seine Hand in meine und er streichelte meine Hand sanft mit seinem Daumen. Wir sahen uns dabei so tief in die Augen wie wahrscheinlich niemals zuvor. Doch plötzlich wurden wir gestört. „Mila Koch, Tom Kaulitz und Maren Sanders bitte ins Direktorat! Und bitte ziemlich zügig!“ Die strenge Stimme unserer Direktorin riss uns aus unseren Gedanken. Man, diese Durchsage hatten nun alle hören können, egal in welchem Zimmer. Wir standen auf, Tom nahm mich noch einmal in Arm und ich wischte ihm dann vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht. Er lächelte gequält und dann gingen wir runter ins Direktorat.

*aus der Sicht von Tom*

Ich hatte so einen Hass auf Maren. Diese kleine … egal. Na ja wir standen im Rektorat vor unserer Direktorin und die musterte eher Maren als uns super streng. „So, kannst du mir bitte erklären warum du das gemacht hast? Und wenn noch jemand dabei war, was jawohl sein muss da du ja soweit ich weiß nicht bei der Schülerzeitung bist, also nenn mir bitte die Namen!“ Ja so ging das dann. Und Maren sagte tatsächlich, dass Markus, der Fast-Chef-Redakteur der Schülerzeitung, ihr geholfen hatte, und zwar hatte sie das nur gemacht, weil wir sie beim Sex mit Darius beobachtet hatten. Blabla. Ja und als das alles geklärt war meinte Frau Kröger nur: „Maren du kannst dir nachher zusammen mit Markus ein paar Strafarbeiten bei mir abholen und ich werde mal mit deinen Eltern reden. Du kannst dann jetzt gehen!“ Maren nickte, stand auf und ging.
„So, und ihr beiden?“, fragte die Kröger. Wir sagten gar nichts. Doch dann lächelte sie.
„Es tut mir wirklich Leid, dass ihr das jetzt durchstehen müsst, ich werde eure Lehrer sowie Nadja und die anderen Betreuer darum bitten euch zu unterstützen, wenn ihr Hilfe braucht. Soweit ich mich erinnern kann wolltet ihr das Kind ja eh abtreiben, oder?“, fragte sie ganz ruhig und nett. Wir nickten. Sie lächelte wieder. „Dann könnt ihr jetzt gehen!“, sagte sie freundlich. „Danke!“, meinten wir noch kleinlaut und gingen dann. Vor der Tür sahen Mila und ich uns kurz an, dann rannten wir raus in den Park und umarmten uns erstmal ganz fest. „Ich liebe dich!“, flüsterten wir dann auf einmal gleichzeitig. Wir sahen uns mit einer Mischung aus Grinsen und Lächeln an und sagten dann wieder durch Zufall gleichzeitig: „Ich dich auch!“ Wir lachten kurz, dann küssten wir uns.
Als wir später händchenhaltend nebeneinander auf einer Bank saßen, meinte Mila auf einmal: „Morgen sind Ferien!“ Sie lächelte.
„Jaha!“, sagte ich grinsend. Morgen würde ich mit zu Mila nach Hause fahren, das war schon alles abgeklärt. Wie ihre Familie wohl mit mir klar kam? Und ich mit ihrer Familie?
„Tom, wir haben den Unterricht geschwänzt, ist dir das schon mal aufgefallen? Und wir haben keinen Ärger bekommen!“ Sie grinste mich an. Ich gab ihr einen Kuss den sie natürlich erwiderte.
Zur 3. Stunde gingen wir dann aber doch wieder ins Gebäude und nahmen am Unterricht teil, und die Blicke die mir und uns zugeworfen wurden, waren mir so was von egal. Und ich wusste dass es Mila genauso ging.

*aus der Sicht von Tom*

In der Pause stand ich mit Mila aufm Schulhof. Ich hatte sie ganz fest an mich gezogen und küsste sie innig. Ihre Hände wanderten über meinen Rücken und meine über ihren.
KLATSCH.
„Ahhhhhhhhhhhhhhh!“ Mila schrie und biss mir fast die Zunge ab.
„Scheiße verdammt!“, fluchte ich. Wir standen voreinander und waren nass. Einfach nur nass. Von oben bis unten. Uäääääh! Meine Klamotten klebten an meinem Körper, Milas gelbes Top wurde durchsichtig, sodass man ihren BH sehen konnte. Scheiß Abi Spaß! Verfluchter Mist. Ich sah zu Bill und Elea die Arm in Arm neben uns standen und sich kaputt lachten. Man, wie gemein.
„Boah, ich find das ätzend!“, meinte Mila und Lea fiel fast um vor Lachen.
KLATSCH! Fiel die nächste Wasserbombe, volle Kanone auf Bill und Elea.
Jetzt waren es Mila und ich die sich, trotz des ganzen Wassers total kaputt lachten. Bill sah vielleicht lustig aus. Seine Schminke verschmierte durchs ganze Gesicht.
„Maaaan! Wie blöd. Jetzt muss ich mich neu schminken gehen!“, rief er. Doch er fing dann trotzdem an zu lachen und Lea nachher auch. War aber auch zu geil.
Als wir uns wieder beruhigt hatten gingen wir so nass wie wir waren nach oben auf unsere Zimmer und zogen uns um. Und die drei schminkten sich neu. Ein Glück, dass ich keine Schminke brauchte. Dann hatte man die Probleme nicht!!
Kapitel 42
*aus der Sicht von Elea*

Die Zugfahrt war total cool. Doch als zwischen uns eine Weile Schweigen herrschte, stupste Mila, die neben mir saß (die Jungs saßen uns nebeneinander gegenüber) mich in die Seite und grinste mich an und zeigte mit den Augen auf unsre Boys. Die Jungs sahen aus dem Fenster, Tom trommelte mit den Händen auf den Oberschenkeln, Bill wippte im Takt des Songs (den er per iPod hörte) mit dem Fuß und spielte an seinem Fingerring rum. Ich stoppte Bills Fuß mit meinem und Mila hielt gleichzeitig Toms Hände fest. Die Twins sahen uns fragend an. Ich blickte von Bill zu Tom und wieder zurück. Exakt der gleiche Blick. „Hey Jungs, ganz ruhig okay? Das macht euch nur noch nervöser!“, sagte Mila lieb. Die Zwei sahen uns nur komisch an. Ich nahm Bills Hände und zog ihn daran von seinem Sitz hoch und auf meinen Schoß. Er musterte mich kurz von oben bis unten und mir entging nicht dass sein Blick kurz in meinem Ausschnitt haften blieb. Dann sah er mir unsicher in die Augen. „Es wird schon nicht schlimm werden!“, flüsterte ich. Er sagte nichts. Ich wanderte mit einer Hand unter sein T-Shirt und streichelte sanft seinen Bauch. Er lächelte. Es kam einfach so, und ich wanderte tiefer, aber nur so weit dass mein Daumen ganz in seiner Boxershorts war, und streichelte weiter, er biss sich auf die Unterlippe, grinste leicht verlegen und sah mich an, so nach dem Motto „Au ja … nein nicht hier bist du verrückt?“ Ich lachte, woraufhin Mila und Tom ihr Rumgeknutsche unterbrachen und uns verwundert ansahen. Ich winkte ab und sie beschäftigten sich „anderweitig“. Ich ging noch ein Stück tiefer, 2cm vielleicht, doch er sah mich grinsend, aber warnend an. „Lea!“, flüsterte er. „Willst du dass sich hier gleich noch jemand meldet?“, fügte er panisch flüsternd hinzu, grinste aber frech. „Warum nicht?“, fragte ich frech. Er schnappte nach Luft und hielt sie an, das sah ich. Ich küsste ihn, er holte zwischendurch wieder Luft und küsste mich dann weiter.
Da er beim Knutschen aber immer weiter auf mich drauf rückte, bekam ich dann doch mit, dass sich da bei ihm was tat. Ich musste grinsen und er gab einen gequälten Laut von sich. Ich wanderte mit meiner anderen Hand auch unter sein Shirt, allerdings auf den Rücken. Dort tat ich das Gleiche wie am Bauch. Er versuchte wohl, sich zurück zu halten, denn seine Hände hoben gerade mein T-Shirt an, als er sie wieder zurückzog. Ich nahm meine Hand von seinem Rücken und beförderte seine Hand wieder zu meinem Shirt. Er nahm an und streichelte erst meinen Bauch, wanderte dann ganz langsam weiter hoch. Ich hörte wie sein Atem langsam schwerer wurde, und er war fast auf … - ja, da zog er seine Hand zurück, nahm meine Hände vorsichtig von seinem Körper und löste seine Lippen von meinen. Hm? „Lea, du machst mich hier total heiß, weißt du das?“ Oh, sorry. Grins.
„Nicht schön?“, fragte ich. Er lächelte.
„Doch, aber warte mal kurz, bitte.“ Er setzte sich zurück auf seinen Platz, schloss die Augen und murmelte irgendwas vor sich hin. Hääääääääääää? „Was?“, deutete ich ihm an lauter zu reden. Er grinste kurz und tat es sogar. „Spinnen, Mücken, Krabbelviecher, Käfer, Heuschrecken, Vogelspinnen …“ Hääääääääääää? Tom löste sich abrupt von Mila, musterte Bill von oben bis unten, grinste und machte dann mit. „Ameisen, Kotze, freie Natur, Wildnis, Spinnen, Käfer, Mücken …“ Fünf Minuten später atmete Bill tief durch und öffnete dann die Augen. „Danke Tom!“, meinte er und Tom grinste. „Kein Problem, für dich doch immer wieder gerne!“
„Hääääääääääää?“, machten Mila und ich im Chor. Die Twins lachten, sahen sich grinsend an und schüttelten gleichzeitig den Kopf. „Aber ich würd’ noch kurz warten!“, riet Tom seinem Bruder, dieser nickte „Mhm“ und Tom küsste wieder Mila. Nach so zwei Minuten setzte sich Bill wieder auf meinen Schoß und mir fiel auf, dass bei ihm wieder alles normal war. Ahh, klar. Er hatte wohl an so eklige Sachen gedacht, um sich – im wahrsten Sinne des Wortes – wieder abzuregen. Und das half?? Hm, schien so. Ich grinste ihn an und er küsste mich.

*aus der Sicht von Mila*

Ich konnte es irgendwie nicht wirklich fassen. Es war der Wahnsinn! Ich saß echt mit Tom, Elea und Bill im Zug und wir waren auf dem Weg zu mir beziehungsweise zu Elea nach Hause. Vier Tage! Ich hoffte mal, meine Eltern stressten nicht an Tom rum. Wegen dem… ach, er war ja halt älter und irgendwie sah er ja anders aus als die Typen die es bei uns so gab. So… und sie sahen ihn zum ersten Mal… ach ja, nicht zu vergessen – ich war schwanger von ihm…!
Wir mussten nicht sehr lange fahren, bis wir in Dorsten angekommen waren. Ich sah meine Mum schon am Bahnhof stehen und sah rüber zu Tom.
„Hey Süßer!“, meinte ich und legte ihm einen Arm um seinen Rücken.
„Boah, Mila, ich bin… irgendwie… voll aufgeregt…!“, sagte er leise.
„Musst du nicht! Meine Eltern sind cool, die mögen dich bestimmt!“, erwiderte ich aufmunternd, drückte ihn an mich und küsste ihn kurz. Dann stiegen wir aus.

Kapitel 43
*aus der Sicht von Tom*

Ach du Scheiße, war ich nervös! Ich hatte voll Angst, Milas Eltern würden mich nicht mögen…
„Tom, da vorne!“, meinte Mila dann. Hääääääääääää? Wer? Wo? Was?
„Mum!“, rief Mila auch sofort, sodass ich nicht zum Fragen kam.
Eine Frau kam auf uns zu gerannt. Sie sah Mila irgendwie kein bisschen ähnlich. Kein Plan. Sie war blond, grüne Augen. So gar nicht Mila. Aber sie sah nicht spießig oder so aus. Eher cooler. Was ’n Glück. Langsam entspannte ich mich.
„Hi Mum!“ Mila und sie fielen sich in die Arme. Wie süß!
„Hi Mila!“ Sie ließ Mila los und sah mich freundlich an.
„Dann bist du Tom?!“, sagte sie, ich konnte nur nicken.
„Hi, also ich bin Milas Mum, Claudia“, sagte sie freundlich und lächelte mich auch so an. Und es war, als würde ein 10Tonnen schwerer Stein von mir abfallen, so erleichtert war ich, echt.
„Hi!“ Mila stand daneben und grinste sich einen ab.
Wir fuhren mit dem Auto zu Mila nach Hause.
„Ach ihr zwei, ich hoffe es macht euch nichts aus, wenn ich euch jetzt gleich kurz alleine lasse? Ich muss deine Schwester vom Reiten abholen. Mila?“ Hääääääääääää? Schwester? Hm.
„Ne kein Thema. Wir sind ja wohl alt genug Mum!“ Aber echt! Doch Milas Mum grinste.
„Weiß ich doch, ich wollt’s euch doch nur sagen. Immerhin braucht ihr ja wohl keinen…“ Babysitter? Uäääääh… Ich mochte das Wort nicht, erinnerte mich immer an dieses Ding. Doch Claudia merkte scheinbar was sie sagen wollte, und dass es falsch war und wechselte schnell das Thema.
„Wie geht’s eigentlich Elea?“
„Super… Bill ist bei ihr“, sagte Mila.
„Wer ist Bill? War das nicht auch ein Freund von euch?“, wollte Claudia wissen.
„Ja. Er ist Leas Freund und mein Zwillingsbruder“, erklärte ich.
„Ach, ich wusste gar nicht, dass ihr Zwillinge seid. Ein- oder zweieiig?“
„Eineiig“ Sie nickte. Ich verstand mich gut mit ihr. Das war doch schon mal was.
Dann waren wir auch schon da – sah echt cool aus hier.
Milas Mum musste auch sofort wieder los.
„Mila, Dad ist noch auf der Arbeit, aber er müsste jetzt gleich kommen, okay? Also Ciao ihr beiden!“ Und weg war sie.
Mila und ich gingen dann in ihr Zimmer, das auch voll cool war. Aus irgendeinem Grund, war ich trotzdem im Moment leicht schüchtern und setzte mich vorsichtig auf ihr Bett und sah sie dann auch schüchtern an.
„Hey… was’n los?“, wollte sie wissen, setzte sich zu mir und nahm mich in Arm. So lieb, die Frau. Echt.
„Nichts…“, antwortete ich und hielt sie gaaaaaanz fest.
„Tom, meine Mum mag dich und mein Dad wird dich auch mögen und was meine Schwester denkt ist doch egal!“, sagte sie. Mahan, wieso wusste Mila eigentlich, was ich dachte? Hm.
Wir legten uns dann in ihr Bett und kuschelten uns eng aneinander, bis es auf einmal an der Tür klopfte und ein Mann reinkam. Milas Dad. Er sah genauso jung und nett aus wie Milas Mum, nur irgendwie cooler und lockerer. Er hatte die gleichen Haare wie Mila und die gleichen Augen, aber ich fand Milas trotzdem schöner… hehe.
„Hi ihr zwei!“ Mila sprang auf und umarmte ihn stürmisch.
„Dad!“, rief sie und lachte. Ihr Dad lächelte mich an. Ha. Mila kam scheinbar volle Kanone nach ihrem Dad. Sogar das Lächeln. Man, man, man.
„Hi Tom!“ Oha.
„Hi Milas Dad“ Er lachte und Mila lachte mit. Zwei mal das gleiche Lachen. Heftig. Ja… ich wusste halt nicht was ich sagen sollte. Hm.
„Kannst Steffen sagen!“, grinste Steffen und hielt mir die Hand hin, damit ich einschlug. Er war mir echt voll sympathisch. Ich schlug ein.
„Cool!“, meinte ich und hatte jetzt keine Angst mehr, irgendwas zu sagen.
„Hehe… ich will auch nicht weiter stören. Aber ihr müsst gleich runter kommen, wenn ihr was essen wollt“, erklärte er.
„Jo, machen wir“, meinte Mila. Steffen drehte sich in der Tür noch mal um und sah mich an.
„Und Tom?“
„Ja?“ Was war denn?
Er grinste. „Viel Spaß!“ Boaaaaah!
„Danke, werd ich haben!“ Wir lachten. Er zwinkerte mir zu und schloss dann die Tür.
„Siehst du, er mag dich!“, sagte Mila dann lachend. Ja, da hatte sie wohl mal Recht. Hehe… „Du kommst voll nach ihm…“ Sie grinste.
„Ja, ich weiß, das sagen mir die Leute immer. Manche halten ihn für meinen großen Bruder!“ Ha, wie geil.
Dann zog Mila mich aufs Bett, sodass ich über ihr lag, sah mir tief in die Augen. Ich küsste sie und kurz darauf lagen wir leidenschaftlich knutschend und heiß rummachend im Bett und vergaßen alles andere.

*aus der Sicht von Bill*

Man war ich aufgeregt. Gleich würde ich Eleas Familie kennen lernen. „Hey Schatz, mach dir keine Sorgen, die mögen dich schon!“, meinte Lea aufmunternd und kitzelte mich kurz, sodass ich zusammen zuckte und sie lachte. Hoffentlich!, dachte ich. Tom und Mila waren schon abgeholt worden und wir warteten hier vor dem McDonald’s am ZOB (war irgendwie so’n Busbahnhof neben dem Zugbahnhof aber ich glaub mit ZOB war alles zusammen gemeint – egal, das verwirrte mich jetzt nur) auf Leas Mum. Zur Ablenkung las ich die Busaufschriften von den Bussen die gerade ankamen und abfuhren …uaaah … das machte mich nur noch nervöser … „Man Lea, ich bin, irgendwie … nervös oder aufgeregt oder … keine Ahnung.“ Sie nahm mich in Arm und drückte mich zärtlich an sich.
„Brauchst du nicht!“, meinte sie lieb und küsste mich kurz. Na hoffentlich!, dachte ich nur wieder. „Da!“, meinte sie dann und zeigte auf ein schwarzes Auto das gerade an uns vorbeifuhr und dann ein paar Meter weiter hielt. Wir zogen unsere Koffer zum Auto. Da stieg eine Frau aus. Elea umarmte sie erstmal. „Hi Mama!“
„Hi mein Schatz, wie geht’s dir?“
„Super!“, antwortete Lea ihr. Ich musterte ,die Mutter meiner Freundin’. Uah, wie sich das anhörte. Sie hatte längere dunkelbraune Haare mit vielen dünnen hellbraunen Strähnchen, war dezent geschminkt, trug Jeans, Bluse und Stiefel und war nicht gerade die Älteste, wenn es nach ihrem Aussehen ging. So 35 – 37 war sie bestimmt erst. Dann fiel ihr Blick auf mich. „Hi, du bist dann bestimmt Bill?!“, begrüßte sie mich und reichte mir ihre Hand. Ihre Fingernägel waren schwarz lackiert – wie geil fand ich das denn mal?
„Mhm!“, brachte ich aber nur heraus, lächelte und gab ihr die Hand. Lea stand daneben und grinste. „Okay, aber nenn mich jetzt bloß nicht Leas Mum oder so!“, sie lachte freundlich, „Ich bin Bettina, aber nenn mich ruhig Tina!“
„Okay!“, meinte ich und sie musterte mich kurz.
„Schick siehst du aus, richtig mega, da könnt ich glatt neidisch werden auf meine eigene Tochter!“, sagte sie dann grinsend.
„Mama!“, rief Lea und ich bedankte mich erstmal bei Tina. Man-man-man-man-man. Wenn die in dieser Familie alle so tickten würde ich da ja gut klar kommen. Tina packte unsere Sachen ins Auto und murmelte dabei: „So ’nen tollen Freund hätt’ ich auch gern gehabt!“
„Mum!!“, rief Lea wieder. Ich spürte wie ich rot wurde und Lea sah das auch noch. Aber sie nahm’s locker, grinste kurz und gab mir dann einen Kuss auf den Mund. Dann fuhren wir los. Ich wischte mir erstmal die Hände an der Hose ab. Man war ich erleichtert.

*aus der Sicht von Elea*

„Leaaaaa!“, rief Fabi, mein kleiner 6-jähriger Bruder, fröhlich als er uns die Tür aufmachte und sprang an mir hoch. „Hey Süßer!“, begrüßte ich ihn lachend und nahm ihn auf den Arm, wo er mir erstmal einen dicken Kuss auf den Mund drückte. „Ich hab dich soooooooooooooooo doll vermisst!“, meinte er und breitete seine Arme aus. „Und noch ganz oft bis zum Himmel und zurück!“, fügte er wichtig hinzu. „Ich dich auch!“, sagte ich, stellte fest dass das nicht gelogen war und diesmal gab ich ihm einen dicken Kuss. Er grinste. Dann sah er Bill und sah ihn mit großen Augen an. „Boah, du siehst ja cool aus!“, rief er begeistert. Bill und ich lachten und Fabi fragte verwundert und mit total hoher Stimme „Was’n?“ Wir lachten wieder. „Danke!“, sagte Bill dann und ich grinste ihn an. Schon wieder ein Kompliment wegen seinem Aussehen einkassiert. Man-man-man. „Ich bin übrigens-“
„Bill!“, sagte Fabi stolz. Bill sah ihn erstaunt an. Mein Bruder grinste und hob die Hand zum High-Five. Bill lachte kurz und schlug in Fabis High-Five ein. Na die verstanden sich ja prima! Ich seufzte und schleppte meine Tasche hoch in mein Zimmer, Bill folgte mir Sekunden später, Fabi folgte Bill. Na klasse …
Kapitel 44
*aus der Sicht von Mila*

Oha… hot, hot, hot. Tom lag mit mir auf meinem Bett, über mir, seine Hände waren unter meinem Top, er küsste mich, Mund, Hals und Gesicht. Meine Hände befanden sich auch unter seinem T-Shirt und streichelten über seinen Rücken. Er war – wie immer – so verdammt leidenschaftlich, sanft, lieb, frech und stürmisch. Wow. Mehr fiel mir da echt nicht zu ein.
„Mila? Tom?“, rief meine Mum dann. Ach man! Doch Tom reagierte gar nicht. Küsste weiter. Auch gut. „Kommt ihr jetzt?“, rief meine Mum schon laut. Tom löste seine Lippen verwirrt von meinen. Ich musste mir das Lachen verkneifen. Das war aber auch ein Scheiß, gerade wo es so schön war. Ich glaubte, er hatte dasselbe gedacht, denn er grinste. „Hm, dann lass mal gehen… wir können ja gleich noch weitermachen!“, fügte er voll lieb hinzu. Ich nickte und küsste ihn kurz. Dann bewegten wir uns langsam nach unten.
„Na endlich, ich dachte schon, ihr kommt gar nicht mehr!“, grinste Dad und zwinkerte Tom zu. Boah! Dad eh! Dann fiel mein Blick auf Britta.

*aus der Sicht von Tom*

O mein Gott! Da saß so ’n Mädel. Die Schwester von Mila. Britta. Sie hatte so gut wie gar nichts mit Mila gemeinsam. Kam auch mehr nach Claudia. Aber sie sah nicht so aus, als würde sie viel wert auf Hygiene und ihr Aussehen legen. Sie war blond, ihre Haare kurz, kein bisschen schön. Ihre Augen waren grau, glänzten nicht, sie hatte gelbliche Zähne, unreine Haut, war dicker und hatte ziemlich wenig bis gar keine Oberweite. Das Wort Schminke hatte sie wohl noch nicht gehört und, dass es auch schöne Klamotten gab, wusste sie scheinbar auch nicht. Dabei war sie vielleicht 14 oder 15. Ich konnte mir nicht vorstellen, das Mila und die miteinander verwandt waren. Gegen die war ja sogar Maren schön… Wenn ich nicht schon vorher gewusst hätte, das Mila echt verdammt schön war und den geilsten Körper hatte, hätte ich das spätestens jetzt gemerkt. Britta passte voll nicht in die Familie. Na ja, solange, wie sie nett war, konnte mir das ja egal sein.
„Hi Mila! Cool, dich mal wieder zu sehen“, begrüßte sie Mila mit ner kindlichen Stimme.
„Hi, ja, bin auch froh, mal wieder hier zu sein!“
Dann fiel Brittas Blick auf mich. Sie starrte mich an, als wär ich n Geist und wurde rot. Hääääääääääää? Was war mit mir?
„Hi, ich bin Tom, Milas Freund“, stellte ich mich dann mal freundlich vor.
„Äh… äh… Hi … ich bin… äh…. Britta… Milas… äh Schwester“, stotterte sie. O mein Gott. Mila sah mich erschrocken an, ich ließ mich verwirrt neben Mila auf den Stuhl fallen.
Während wir aßen und uns über s Internat, wie s da so war, wie wir uns kennen gelernt hatten, wie die Leute da so waren und Ähnliches unterhielten, sah ich, wie Britta mich ununterbrochen anstarrte. Was hatte die denn für Probleme? Man eh.
Als wir später wieder oben in Milas Zimmer saßen meinte Mila dann: „So, und jetzt?“
Sie grinste mich frech an. Ach genau, ich wollte ja mit ihr da weitermachen… hehe. Ich grinste frech zurück.
„Ich weiß da was Tolles… ich glaub, das könnte dir gefallen…“ Ich warf sie vorsichtig um und küsste sie innig. Legte mich wieder über sie und wollte gerade wieder mit der Hand unter ihr Top wandern, als die Tür aufging. „Sorry!“, rief Britta, und ich hörte wie sie die Tür schloss. Mila und ich hatten nicht einmal Zeit gehabt, uns voneinander zu lösen… doch dann lösten wir uns.
„Was war das denn?“, fragte ich verwirrt.
„Wahrscheinlich versucht sie wieder, mich zu kontrollieren?“, erwiderte Mila schulterzuckend. Hm, wie jetzt?
„Wieso?“ Ich kapierte das nicht.
„Ja, dass hat sie bei Gerrit, meinem Ex, auch immer gemacht. Sie kam immer rein, hat geguckt was wir gemacht haben. Nur weil sie selber nie n Freund hatte. Darum kommt sie immer bei mir gucken und stört. Weil es ihr weh tut“, erklärte sie.
„Was tut ihr weh?“
„Ja, sie hatte noch nicht mal n normalen Kuss, noch nicht mal ne Umarmung von nem Typen und ich… ja, das weißt du ja am besten!“ Beim Letzten grinste sie. Ich lächelte sie schüchtern an. Klar wusste ich. Dann küssten wir uns und machten dann da weiter, wo wir unterbrochen worden waren. Solange bis wir einschliefen. Sie über mir.

*aus der Sicht von Bill*

„Fabi, jetzt geh mal bitte raus und häng nicht die ganze Zeit bei uns rum, okay?!“ Fabi, der gerade begeistert meine Hände untersucht hatte und die Ringe und die lackierten Fingernägel und alles total klasse fand (ja, er wollte das jetzt auch machen!), sah Elea traurig an, ging dann aber raus. „Tür zu!“, rief Lea ihm freundlich hinterher doch wir hörten nur noch eine Tür knallen, wahrscheinlich die von Fabis Zimmer. Ich schloss die Tür und ließ mich aufs Bett fallen. „Danke!“, meinte Lea.
„Mhm“, machte ich nur und sah mich in ihrem Zimmer um. Die Ärzte, Green Day, Die Toten Hosen … die Poster hingen schräg im ganzen Zimmer, das ziemlich groß war. Vor einem der zwei großen Fenster stand ein Schreibtisch aus Glas oder so was mit Computer. Neben dem Schreibtisch stand ein fast wandhohes Regal mit Büchern. Genau auf der gegenüberliegen Seite des Zimmers stand das Bett (da passten mindestens zwei Personen rein), ebenfalls vor einem Fenster. In der Mitte zwischen Schreibtisch und Bett stand ein rotes Sofa. Gegenüber vom Sofa war die Zimmertür, ein paar Meter weiter rechts von der Tür war noch eine Tür, und zwischen den beiden Türen stand ein kleiner Tisch mir Rollen, auf dem stand ein Fernseher mit DVD – und Video-Player. Vor dem Bett stand an der Wand eine lange Kommode, darauf stand eine Stereo-Anlage und der Rest der Fläche war mit verschiedenen Sachen dekoriert. Dann war da noch ein großer roter Vorhang. Ah ja, begehbarer Kleiderschrank. Man. So ein Zimmer musste man erstmal haben. „Wohin führt die Tür da?“, fragte ich und zeigte auf die zweite Tür. Elea sah von ihrem Koffer auf. „Guck doch nach!“, sagte sie. Also stand ich auf. Als ich die Tür öffnete traf mich erstmal der Schlag. „Wow!“, raunte ich, Lea lachte.
An der einen Wand waren zwei große weiße Waschbecken, darüber ein Spiegel der den Rest der Wand einnahm. Toilette, Badewanne, Dusche, Sauna, Whirlpool – alles da. Es gab noch zwei weitere Türen. Eine musste zum Flur gehören und die andere zu Fabis Zimmer. Der Boden war aus Marmor oder so. Ich schloss die Tür wieder. „Heftig“, sagte ich als Lea mich erwartungsvoll ansah. Sie seufzte. „Ich kann auch nichts dafür dass mein Vater Architekt und meine Ma Anwältin ist.“ Boah!
„Guck nicht so, ich weiß es scheint nicht so, aber meine Mutter läuft nur so rum wenn sie frei hat!“ Ach so, ja dann. Man, diese Familie war echt der Hammer! Lea kam zu mir und legte ihre Arme auf meine Schulter und streichelte mir zärtlich Hals und Nacken und wuschelte mir leicht in den Haaren rum. Ich hob ihr Shirt an und wanderte mit meinen Händen auf ihren Rücken. „Und was machen wir jetzt?“, fragte sie.
„Hm, ich wüsste da was, das dir bestimmt gefällt!“, sagte ich und küsste sie. Wir ließen uns aufs Bett fallen und sie lag auf mir. Während wir lecker rumknutschten zog sie mein T-Shirt hoch. Sie fing an meine Brust sanft zu küssen, als wir gerufen wurden. „Elea, Bill, Fabi! Essen!“ Lea sah mich frech grinsend an. „Gleich!“, meinte sie, küsste mich noch einmal und zog mein Shirt dann wieder richtig. Sie stand auf und zog mich hoch. Dann gingen wir händchenhaltend nach unten.

*aus der Sicht von Elea*

Während des Essens erzählten Bill und ich vom Internat, von Gustav und Georg und Tom und Mila und Maren und dem einen Schlägertyp.
„Und wie habt ihr euch kennen gelernt?“, fragte Mum interessiert. Wir grinsten.
„Ja eigentlich nur durch Zufall, ne“, sagte ich.
„Mhm weil Tom ins falsche Zimmer gerannt ist!“, grinste Bill. Und dann erzählten wir auch das ausführlich und Mum fand das alles total cool. Später gingen wir dann in mein Zimmer. Dort standen wir doof im Raum rum. Ich grinste und schob Bill zum Bett. Er grinste ebenfalls und dann machten wir da weiter, wo wir … ja, genau.

Kapitel 45
*aus der Sicht von Mila*

Am nächsten Morgen wachte ich auf und lag immer noch auf Tom. Er schlief seelenruhig, lächelte zufrieden und hielt mich ganz fest. Wie sweet.
Vorsichtig küsste ich ihn auf die Wange und schloss auch wieder die Augen. Er fühlte sich so schön an. So warm. So weich. Bei ihm fühlte ich immer diese Schmetterlinge. Jeden Tag mehr. Mit jedem Tag, wurde der Schauer aufm Rücken heißer. Es kribbelte und alles war schön. Manchmal in Momenten wie jetzt, oder gestern Abend oder ähnlichen, vergaß ich sogar, dass da etwas in mir war, das zu mir und Tom gehörte. Das uns noch mehr miteinander verband. Das uns sogar Angst machte, uns heulen ließ. Etwas Kleines. Lebendes. Ein Teil von mir. Ein Teil von Tom. Ein Teil von uns… Und noch als ich das dachte, wurde Tom plötzlich wach und sah die Tränen auf meinen Wangen.
„Hey Süße, nicht weinen. Bitte… ich bin doch da… nicht mehr weinen, wegen… dem, dem Ding“, versuchte er mich zu beruhigen. Wie süß.
Wir lagen wieder nebeneinander und ich spürte, wie Toms Hand ganz langsam und zärtlich unter mein T-Shirt wanderte und auf meinem Bauch liegen blieb. Er lehnte seinen Kopf auf meine Brust und ich wusste, dass er auch wieder weinte. Also blieben wir so liegen und hielten uns gegenseitig fest.
Wir lagen noch den ganzen Morgen im Bett, weil es draußen eh in Strömen regnete, und guckten fernsehen.
Mittags riefen wir bei Elea an. „Ja, hallo?“, meldete sie sich auch sofort.
„Hey Lea, ich bin’s. Wie geht’s euch?“
„Ja gut, wir liegen noch im Bett!“, lachte sie.
„Ha, wir auch! Was sagen deine Eltern zu Bill?“, wollte ich jetzt natürlich wissen.
„Die mögen Bill. Deine?“, erwiderte sie.
„Ja, meine auch!“
„Cool!“
„Ja, kommt ihr morgen vorbei?!“, fragte ich sie. Wir wohnten ja nicht weit auseinander. Ich hörte, wie sie Bill fragte.
„Ja klar kommen wir. Ist ja sonst langweilig. Bill meint das übrigens auch, soll ich dir sagen!“, sagte sie dann. Aha. Cool. Plötzlich stellte sich Tom hinter mich und schlang seine Arme um meinen Körper.
„Du telefonierst zu lange! Komm wieder her… ich hab sonst niemanden zum kuscheln… ich bin sooo einsam“, flüsterte er mir ins Ohr. Hach ja.
„Du Elea? Kommt einfach morgen irgendwann vorbei. Ich muss auflegen. Tom-“
„Ja, ich weiß, Bill quengelt auch schon rum!“, lachte sie und eine Sekunde später lag ich wieder mit Tom im Bett und er kitzelte mich durch. Er trug immer noch nur Boxershorts, ich nur Boxershorts und n T-Shirt.
„Tom… hör auf…“, brachte ich mühsam unter Lachen hervor und kitzelte zurück, sodass er nicht mehr über mir lag, sondern ich über ihm. Irgendwann waren wir fertig mit Kitzeln.
„Boah!“, machte Tom außer Atem. Seine Hände wanderten von meinem Rücken weiter nach unten auf meinen Hintern. Er sah mich an.
„Sexy, was?“, fragte ich frech. Er lächelte voll lieb.
„Ja, find ich wirklich“, sagte er ernst. Hehe. Er ließ seine Hände demonstrativ liegen und sah mich mit diesem Blick an.
Ich wollte gerade etwas entgegnen, als die Tür aufgerissen wurde.
„Mila?!“ O nee. Da stand meine Schwester. Sie hatte sich (für ihre Verhältnisse) sogar ganz schön hergemacht. Trug ihre engsten Klamotten – was nicht heißt, dass die eng anliegend waren – und war sogar geschminkt, mit der Schminke meiner Mutter, eigene hatte sie ja nicht… Aber wieso? Als sie uns da so liegen sah, Tom fast nackt, ich hatte auch nicht viel an und wie er an mir rumfummelte… verdüsterte sich ihre Miene.
„Was gibt s n?“, fragte ich sie und bewegte mich nicht von Tom weg, auch er bewegte seine Hände kein Stück weg.
„Ich muss mit dir reden!“, sagte sie irgendwie in nem komischen Tonfall, drehte sich auffordernd aus der Tür. Tom sah mich verwirrt an, als ich mit ihr rausging und ich warf ihm ’n entschuldigenden Luftkuss zu, sodass er lächelte.

*aus der Sicht von Tom*

Und weg war die Kleine. Ich stand auf und lehnte mich in den Türrahmen. Eigentlich durfte ich so was ja nicht machen, aber egal. Ich konnte sie sehen und hören, aber sie sahen mich nicht.
„Was willst du mit mir reden?“, fragte Mila gerade.
„Über Tom!“ Wie bitte? Was sollte das denn jetzt? Nicht echt oder?
„Ah ja…!“ Mila klang auch nicht sehr begeistert.
„Du kannst nicht länger mit ihm zusammen sein!“ Waaaaaaaaas? Das war ja wohl n Witz! Mila fiel die Kinnlade runter.
„Wieso das denn? Wie kommst du auf son Schwachsinn?“, rief sie entsetzt.
„Ihr passt nicht zusammen. Du bist zu jung für ihn. Er nutzt so eine wie dich doch nur aus!“ He! Was sollte der Scheiß? Wollte die mich verarschen? Scheiße eh! Ich würd doch nicht meine große Liebe ausnutzen, hatte die ne Peilung eh!
„Britta, echt, zu wem ich passe oder nicht, geht dich ja gar nichts an, er nutzt mich auch nicht aus, du hast ja keine Ahnung, und mit dem Alter, lass mal mein Problem sein!“, schrie Mila jetzt sauer. Genau!, dachte ich nur.
„Ach ja?“, schrie Britta.
„Ja, was interessiert dich das überhaupt?“, fragte Mila jetzt leicht alarmiert.
„Ich mein nur…-“
„Nein, sag jetzt!“, unterbrach Mila sie genervt.
„Vielleicht passt ja jemand anderes besser zu Tom als du!“, entgegnete Britta scheinheilig.
Oh nein, nein, lass sie nicht das meinen.
„Britta…ich sag dir eines… Lass bloß die Finger von Tom. Du machst dich nur lächerlich“, erwiderte Mila kalt, doch irgendwie wusste ich, dass es in ihr tobte. Dass sie das aufregte.
„Außerdem hast du null Chance!“, setzte Mila noch hinzu. Britta wurde rot.
„Ach ja, woher willst du das denn wissen?“, fragte sie überheblich.
Mila grinste. Oh man. Sie würde doch nicht erzählen, dass wir… wieso fragte ich eigentlich. Natürlich würde sie.
„Weißt du, angefangen bei Bienchen und Blümchen, davon dürftest du ja Ahnung haben. Ich hab mit ihm geschlafen! Ich bin schwanger von ihm! Reicht das?!“, meinte Mila so, als wäre es das normalste auf der Welt, mit dreizehn zweimal mit seinem 16 jährigem Freund geschlafen zu haben und auch noch schwanger von ihm zu sein!! Britta sah Mila geschockt an.
„Nein, verarsch mich doch nicht! Als würde der mit dir-“ Oh ja ich würde. Eigentlich gute Frage… sollte man irgendwann mal wieder machen! Im nächsten Moment strafte ich mich, sie war ja schon schwanger, schlimm genug. Aber trotzdem, wenn ich dran dachte… ich versuchte zu ignorieren, was sich gerade zwischen meinen Beinen abspielte, aber ich konnte nicht verhindern, dass ich erst mal voll die Latte kriegte. Uaaah… Klasse. Angestrengt konzentrierte ich mich wieder auf den Streit der zwei und dachte gleichzeitig an irgendwas Ekliges.
„Ich mein das ernst, lass die Finger von Tom!“, sagte Mila locker.
„Vergiss es!“, fauchte Britta und rauschte an Mila vorbei in ihr Zimmer. Fassungslos blieb Mila stehen. Ich wär ja sofort zu ihr hingegangen, wenn ich nicht dieses Problem innerhalb meiner Boxershorts hätte und das wollte ich Mila eigentlich nicht unbedingt erklären. Als ich mein Problem halbwegs gebändigt hatte, was mich einige Mühe gekostet hatte, ging ich zu Mila, die immer noch fassungslos da stand und nahm sie vorsichtig in Arm. Weil, ich wollte das Problem in meiner Shorts ja nicht wieder steigern.
„Was bildet die sich eigentlich ein? Wie kann sie nur?“, regte Mila sich auf. Ich beruhigte sie und zog sie in ihr Zimmer, das wir dann auch den Rest des Nachmittags auch nicht mehr verließen.

*abends*

„Boh, Mila, ich muss mal kurz, für kleine Jungs!“, sagte ich und kletterte aus dem Bett.
„Ok, aber beeil dich!“, grinste sie.
„Mach ich, versprochen. Kann doch eh nicht lange ohne dich!“
Ich war noch nicht ganz am Bad, als ich Britta aus ihrem Zimmer kommen sah. Oh nee!
„Hi Tom!“, hauchte sie derbst unsexy. Uaaaaah.
„Was ist?“, sagte ich grob. Mit der wollte ich nicht reden. Ich ging lieber auf Sicherheitsabstand. Doch sie schmiss sich an mich ran. Kam mir ganz nah. Viel zu nah, warf ihre Hände um meinen Hals und küsste mich. Mein Gott, wie ekelig! Ich stieß sie brutal weg.
„Eh hallo? Sag mal, geht’s noch?!!“, schrie ich sie an. Was wurde das denn hier?
Sie sah mich verwundert an. „Was denn? Wenn du’s mit meiner kleinen Schwester machen kannst, dann ja wohl auch mit mir? Immerhin kannst du das mit Mila ja nicht ernst meinen!“
„Boh, du spinnst ja! Und wie ernst ich das mit Mila meine. So ernst wie noch nie!! Außerdem, was bist du überhaupt für eine? Versuchst deiner eigenen Schwester den Freund auszuspannen?! Wie find ich das denn! So was von arm!! Sieh dich doch mal an. Ich würde Mila niemals wegen dir verlassen. Allein wegen der Show, die du hier abziehst. So billig, ne!“, schrie ich ihr meine Meinung ins Gesicht. So, jetzt war ich fertig. Man!
„Glaub ich dir nicht!“, sagte sie zickig, doch irgendwie wusste ich, dass ich sie verletzt hatte. Haha! War die dumm!
„Hallo? Ich liebe Mila, und daran kannst du nichts ändern, egal was du für eine Show abziehst!“ Meine Fresse! Ätzend, das Kind.
„Ach ja, du willst die doch nur ins Bett kriegen!“, rief sie. Hm, hab ich doch schon, sonst wär sie ja nicht schwanger. Aber ich mein, klar will ich sie noch mal ins Bett kriegen. Und ich ging mal davon aus, dass Mila das auch wollte. Ich hoffte. Aber nur deshalb, heißt das ja nicht, dass ich sie nicht liebe. Hatte die ne Logik. Zufällig schläft man miteinander, wenn man sich liebt. Boah. Die regte mich vielleicht auf! Echt. Man.
„Nein, denn wenn wär ich schon längst nicht mehr hier. Immerhin hab ich sie schon ins Bett gekriegt!“, rief ich zurück. Geschockt sah sie mich an. Tja. Jetzt fällt dir wohl nichts mehr ein!, dachte ich gehässig.
„Ich… DU KANNST MICH MAL!!“, kreischte es und verschwand in seinem Zimmer. Ja, schön für dich. Du mich auch. Ich drehte mich um und wollte Mila davon erzählen gehen, doch Mila stand schon längst hinter mir und sah mich fragend und unsicher an.
„Seit wann stehst du da?“, fragte ich sie vorsichtig.
„Seit ihr so rum geschrieen habt“, sagte sie leise und sah mich durchdringend an. Man, der Blick machte mich unsicher.
„Also von Anfang an!“, meinte ich. Sie grinste.
„Ja, sozusagen.“ Scheiße. Sie glaubte doch nicht das, was ihre bekloppte Schwester mir gerade vorgeworfen hatte, oder? Aber ganz genau so sah es aus. Denn sie ging in ihr Zimmer, setzte sich auf ihr Bett und starrte komisch vor sich hin.
„Hey, mein kleiner Stern… ich will dich gar nicht nur ins Bett kriegen…“, flüsterte ich kleinlaut, stand vor ihr und sah sie schüchtern an.
Sie hob den Kopf und schaute mir in die Augen. Ihr Blick war schon wieder komisch. Hm?
„Also, nicht, das mir das nicht gefällt, im Gegenteil, es ist schön, aber ich will ja nicht nur…“ Sie stand auf und küsste mich.
„Tom, ich weiß das alles. Ich weiß wie es ist. Britta spinnt doch. Aber sie ist meine Schwester und das regt mich halt auf. Aber ist doch jetzt auch egal. Hauptsache…“
„Hauptsache?“ Was meinte sie?
„Hauptsache, wir streiten uns nicht wegen ihr“, sagte sie leise. Wie süß. Ich legte meine Hände an ihre Hüfte und zog sie an mich. Sie legte ihre Hände auf meine Brust und sah mir tief in die Augen. Abooo, diese Augen. Diese Frau. Abooo! Pass auf, dass du kein Problem in deiner Boxershorts kriegst!, ermahnte ich mich, weil sich zwischen meinen Beinen schon wieder jemand meldete. Ich bewegte ihr Gesicht mit dem Finger ganz nah an meines heran, spürte ihren warmen, sanften Atem in meinem Gesicht. Und ich genoss diesen Augenblick.
„Niemals, Süße, nie!“, erwiderte ich dann und küsste sie leidenschaftlich.

Kapitel 46
*aus der Sicht von Tom*

Am zweiten Tag kamen Elea und Bill vorbei um uns abzuholen, um irgendwohin zu gehen. Milas Mutter wollte gar nicht glauben, dass Bill mein Zwillingsbruder war.
„Ach Quatsch. Ihr seid doch keine eineiigen Zwillinge. Verarscht mich doch nicht!“, meinte sie.
Wir erklärten ihr, dass wir einfach wie Feuer und Eis waren und halt nicht in gleichen Klamotten rumliefen, und dass Bill sich seine Haare färbte.
„Na gut, das erklärt das dann. Viel Spaß!“, sagte Claudia dann und lächelte.
„Tom?“, rief Steffen als wir fast schon weg waren.
„Ja?“
„Viel Spaß, ne?“, sagte er und grinste dieses freche Mila-Grinsen. Original. Hehe.
„Boah!“, rief ich gespielt sauer und wir lachten. Er war voll cool.
„Nein im Ernst, ich wünsch dir viel Spaß, lieber Tom!“
„Ja, danke lieber Steffen, werd ich haben“, meinte ich frech und legte den Arm um Mila, sodass Steffen noch mehr grinste und mir zu zwinkerte. „Ciao dann!“ Und wir gingen weg.

Wir gingen in ein Café, setzten uns zu viert an einen Tisch. Wir saßen gerade, als die Tür zum Café geöffnet wurde und zwei Typen reinkamen. Beide ungefähr dreizehn Jahre alt. Und sahen eigentlich auch ganz cool aus.
„Ach du Scheiße! Das ist jetzt nicht wahr!“, flüsterte Mila und starrte die Typen an. Lea ebenfalls.
Die Typen blieben stehen und starrten zurück. Dann meinte der eine mit langen blonden Haaren, mit nem Seitenpony, nem schwarzem T-Shirt und Nietenarmband: „Lea? Mila? … Ey geil, was macht ihr hier?“ Er kam auf die zwei zu, die standen auf. „Maxiiiiiiiii!“, rief Lea und lag ihm noch während sie rief in den Armen. Fast zeitgleich fiel Mila dem anderen Typen um den Hals. „Aleeeeex!“ Hey …
Dieser Alex war vom Styling her genauso drauf wie dieser Maxi, hatte aber schwarze Haare, die n bisschen kürzer waren und total zerstrubbelt und durcheinander gewuselt und dann irgendwie wohl mit Haarspray oder so fest gemacht. Als sie sich alle wieder losgelassen hatten wurde kurz einmal „getauscht“.
„Wie geil. Seid ihr erst mal wieder hier! Bleibt ihr denn auch?“, fragte dieser Alex dann erstmal.
Nee, nix da, nur über meine Leiche! Mila bleibt nicht, die kommt mit zu mir zurück, die brauch ich noch. Und Elea genauso.
Mila schüttelte auch den Kopf. Was n Glück. Mein Stern eh…
„Nein, wir haben halt nur Ferien. Danach gehen wir wieder aufs Internat“, erklärte Lea, mit nem liebevollen Blick auf Bill, der - natürlich - den Jungs auch nicht verborgen blieb.
„Und das sind … Leute vom Internat?“, fragte Maxi. Er sah uns komisch an. Man Junge, tu doch nicht so, du weißt doch genau WER wir sind …
„Ja … gewissermaßen“, meinte Mila.
„Soll heißen was? Eure Freunde, oder?“, grinste Alex. Genauuu … kluger Junge. Lea nickte. „Ja“ Vorsichtig sah sie Maxi an, der kurz schluckte. Hm …?
„Das sind Bill und Tom!“, erklärte sie weiter und zeigte jeweils auf uns.
„Und ihr?“, fragte ich die zwei.
„Also ich bin Alex, bester, oder zumindest ehemaliger bester Freund von Mila, weiß ja nicht ob sie schon n Neuen hat …!“, sagte Alex und streckte uns jeweils die Hand zum High Five hin. Mila warf Alex n gekränkten Blick zu.
„Du weißt genau, dass du immer mein bester Freund sein wirst!“, sagte sie ernst.
„Ach Milalein … weiß ich doch!“, lachte Alex und stieß ihr spielerisch mit dem Ellbogen in die Seite.
„Ja und du?“, wandte ich mich mal an den anderen.
„Maxi, Leas bester Freund … Und wer ist jetzt hier mit wem zusammen?“, antwortete der grinsend. Lea und Mila standen immer noch, darum konnte man nicht so gut erkennen wer hier mit wem.
„Ich bin mit Lea zusammen und Tom mit Mila!“, sagte Bill und zog Lea neben sich. Woraufhin Mila sich wieder neben mich setzte. Was heißt neben mich … erst mal mitten auf meinen Schoß. Ich schloss meine Arme um sie und küsste sie kurz.
„Ja ja … die Liebe …!“, lachte Alex daraufhin während sich die zwei zu uns setzten. „Oh Mila?“
„Hm?“
„Ich glaube was ihr hier macht, gefällt jemandem gleich nicht so gut … bei dir auch Lea!“ Maxi nickte.
„Wieso?“, fragte Mila misstrauisch, Lea sah skeptisch von Alex zu Maxi wieder zu Alex. Bill und ich saßen verwirrt daneben.
„Eeehm, Gerrit kommt gleich! Mit Felix und - “
„FELIX?!“, rief Bill entsetzt, aber Lea legte ihm die Hand auf den Mund und flüsterte ihm irgendwas zu, sodass er lächelte.
Mila sah Alex verwundert an. „Gerrit? Ja und? Wir sind doch längst nicht mehr zusammen … und der will ja wohl nicht noch was von mir … oder?“
Alex grinste nur komisch, Maxi konnte nicht antworten, weil sein Handy klingelte und er aufstand und mit irgendwem irgendwas redete.
„Oder?“, fragte Mila erneut, doch Alex grinste nur weiter.
Gerrit, Milas Ex. Na, den wollte ich gerne mal sehen. Mal sehen wie der so drauf war.
„Alex! Jetzt sag was!“, drängte Mila weiter. Doch der grinste immer noch nur.

*aus der Sicht von Elea*

Warum interessierte sie das bloß so? Sie wollte doch nicht etwa …? NEIN! Wie konnte ich so was nur denken. Sie würde Tom doch nicht verarschen. Niemals. Sie liebte ihn ja abgrundtief. Und hatte mit ihm geschlafen … wie kam ich bloß auf SOWAS? Verrückt. Aber sie hatte die ganzen letzten Wochen nicht einmal über Gerrit nachgedacht … oder?
„Alex!“, bettelte Mila jetzt. „Bitte, bitte, bitte, bitte sag!“ Alex grinste nur weiter. Alex, der Einzige mit dem sie außer vielleicht mit Maxi und ihrer Familie seitdem wir weg waren Kontakt gehabt hatte. Fast täglich hatte sie SMS von ihm gekriegt und ihm welche geschickt. Ich hatte aber keine Ahnung, ob er von Tom wusste.
„Boh, Alex sag mir jetzt sofort, ob Gerrit noch was von mir will oder nicht!“ Oh, Mila fand das Ganze wohl nicht sehr lustig. Ok, ging immerhin auch um Gerrit …
„Na ja, wir glauben schon. Seitdem du weg bist redet er nur noch von dir. Jedes Mädel vergleicht der mit dir. Und Mila hier und Mila da, Mila macht das aber immer so, Mila meinte immer, Mila hat immer gesagt … die ganze Zeit!“, erklärte Maxi jetzt kopfschüttelnd.
„Oha!“, bekam Mila erstmal nur raus. Voll vor die Zwölf. Ich sah zu Tom. Hm. Schien dem nicht wirklich viel auszumachen.
„Und … wer kommt sonst noch, außer Gerrit und Felix?“, fragte ich, um von diesem blöden Thema weg zu kommen.
„Leon sonst keiner!“
„Leon, hach, wie geil, mein Kleiner!“, lachte Mila. Ja, unser Kleiner. Er war wirklich klein. Aber sooo … lieb.
„Du, Lea?“, flüsterte Bill plötzlich.
„Ja?“
„Dieser Felix … ist das der mit dem ich telefoniert hab?“ Boh, nee, der war doch jetzt nicht eifersüchtig oder?
„Ja, aber Bill - “ Er legte mir sanft den Zeigefinger auf die Lippen.
„Ist schon gut. Ich bin nicht eifersüchtig, aber ich werd mir dann mal ansehen, wie der kleine Spinner aussieht, der glaubt, er habe Chancen gegen mich!“, lachte er. Ach, das war ja mal cool. Hatte ja eh keiner Chancen gegen Bill.
„Das war grad übrigens Leon, ob wir gleich noch mit n paar anderen zur Pipe gehen? Wollt ihr mit?“, fragte Maxi. Mila und ich sahen erst uns an, sahen dann fragend zu Bill und Tom.
„Hast du Lust, oder stört dich das, das Felix dann dabei ist?“, flüsterte ich Bill zu, doch er lächelte.
„Klar gehen wir, oder, Tom?“, meinte er. Tom nickte und grinste. „Immer!“
Cool. Wir hatten das gerade geklärt, als Felix, Gerrit und Leon das Café betraten. Mila starrte die drei unsicher an, ich hatte genauso wenig Ahnung, wie ich mit denen umgehen sollte.

Nur Leon meinte total fröhlich: „Hey ihr zwei, cool, dass ihr euch mal wieder blicken lasst!“ Und umarmte erst mich und dann Mila.

 

 

Kapitel 47

*aus der Sicht von Mila*

 

Als Gerrit mit den anderen das Café betrat, saß ich noch immer auf Toms Schoß. Gerrits Augen trafen die meinen, und obwohl er sich mit gegenüber nicht anders verhielt als Lea, spürte ich, dass es nicht so war. Ich kannte ihn so gut, wie kaum jemand. Seine Art. Ich spürte, wie es ihm zu schaffen machte, dass ich mit Tom zusammen war. Natürlich, er sah immer noch umwerfend aus, mit seinen längeren schwarzen Haaren, den blauen Augen und allem … aber ich liebte jetzt Tom!

 

*aus der Sicht vom Tom*

 

Ein paar Minuten nachdem wir an der Pipe waren, setzte sich Gerrit neben mich.

„Und?“, fragte er, als Mila und Lea hitzig über irgendetwas diskutierten.

„Was und?“, fragte ich zurück.

„Wie is mit Mila?“

„Das willst du bestimmt gar nicht wissen!“

Er lachte. „So gut?“

„Ja!“ Und so weiter. Typisches Männergespräch halt.

„Und? Habt ihr schon?“, fragte Gerrit schließlich. Ich überlegte. Sollte ich ihm das erzählen?

„Mila?“, flüsterte ich. Sie drehte sich zu mir um.

„Hm?“ Und gab mir einen Kuss.

„Darf ich ihm das erzählen?“, fragte ich vorsichtig.

„Gerrit?“

„Mhm“

„Mach doch!“, grinste sie und küsste mich noch einmal. Ich wandte mich wieder Gerrit zu.

„Willst du’s echt wissen?“, fragte ich und er nickte. Ich seufzte.

„Sie ist schwanger“, sagte ich dann leise. Gerrit verschluckte sich an seiner Cola.

„Bitte WAS?“, hustete er. Auf einmal sahen uns alle an.

„Hi!“, sagte ich und winkte ihnen. Sie lachten und ich zischte Gerrit zu: „Halt bloß deine Klappe!“

„Klar!“, meinte er verständnisvoll. Cooler Typ! Was war ich erleichtert.

Und der Rest des Tages wurde dann auch noch cool.

 

 

Kapitel 48

*aus der Sicht von Elea*

 

„Sollen wir die mal anrufen?“, fragte Mila grinsend und nahm schon das Telefon in die Hand.

„Wen?“, fragte ich. ’tschuldigung, ich musste grad an Bill denken. Der war nämlich schon mit Tom in Magdeburg. Vorgestern waren sie gefahren und ich vermisste ihn schon total. Tom natürlich auch, aber Bill noch mehr. Wir hatten zwar gestern Abend noch 3 Stunden telefoniert und danach noch gechattet, aber das war eben nicht dasselbe wie in seinen Armen zu liegen und ihn zu küssen …

„Tom und Bill natürlich, wen denn sonst?“, meinte Mila.

„Jap!“, sagte ich und Mila wählte die Nummer, dann schaltete sie auf Lautsprecher.

Tuuuuuuuuuuuuuuuuut … tuuuuuuuuuuuuuuuuut ... tuuuuuuuuuuuuuuuuut ...

„Bill Kaulitz?“

„Hi Bill!“, riefen wir gleichzeitig.

„Hey!“, erwiderte er fröhlich.

„Na wie geht’s?“, fragte Mila.

„Joa gut ne und euch?“ Ich wusste genau dass er jetzt grinste.

„Jo auch!“, meinte ich.

„Mhm … wartet mal kurz!“, meinte er. „Was denn?“, rief er dann und wir hörten seine Mutter irgendwas sagen. „Nein ich telefoniere!“, erwiderte Bill. „Ja gleich … nein … ja hab ich schon längst … ja!“ Wir mussten lachen.

„Boah eh Eltern!“, stöhnte Bill genervt und wir hörten wie er Treppen hoch ging. Dann konnten wir leises Gitarrenspielen hören. „Wer spielt da?“, fragte ich.

„Tom!“, antwortete Bill.

„Hol ihn mal!“, meinte Mila daraufhin.

„Nö!“, meinte Bill kurz und knapp. Ich musste lachen und Bill auch. Plötzlich hörte das Gitarrenspiel auf und wir hörten wie eine Tür aufgemacht wurde. „Boah hängst du schon wieder anner Strippe?!“, hörten wir Tom dann sagen.

„Jup!“, antwortete Bill ihm.

„Aha!“, meinte Tom nur und dann wurde eine Tür geschlossen.

„Was macht ihr?“, fragte Bill dann neugierig.

„Öhm, telefonieren und gleich holen wir Leas Schlafsachen zu mir!“, antwortete Mila. Ach ja, ich sollte ja heute bei ihr übernachten. „Aha!“, meinte Bill.

„Man jetzt hol mal Tom!“, versuchte es Mila erneut doch Bill ging nicht darauf ein.

„Und du was machst du?“, fragte ich.

„Ich? Keine Ahnung ich telefonier grad und sitz auf meinem Bett rum, nein jetzt steh ich grad auf und lauf dumm durch den Raum!“ Wir mussten lachen.

„Biiiiill!“, hörten wir auf einmal Tom schreien. Bill stöhnte genervt und rief

„Was denn?“

„Äääähm, komm mal!“, rief Tom zurück. Wir hörten wie Bill eine Tür aufmachte und irgendwo hin ging. „Ääähm, mir ist da was runter gefallen!“, meinte Tom.

„Ahhhh!“, schrie Bill dann. „Tom du Arsch weißt du wie teuer das ist?!“

„Nein“, antwortete Tom.

„Ja ich weiß man! Boah Tom! Danke eh! Jetzt darf ich mir neuen Lidschatten kaufen, nur weil du zu doof bist … boah Tom!!“, regte Bill sich auf.

„Was kann ich denn dafür wenn du deinen Scheiß nicht wegräumst?“, fragte Tom und ich konnte mir genau vorstellen wie er grinste.

„Ach sei halt ruhig!“, meinte Bill. „Hier nimm mal!“

„Wer is’n das?“, fragte Tom interessiert. Aha, er hatte wohl von Bill das Telefon in die Hand gedrückt bekommen. „Guck doch!“, meinte Bill sauer und Mila grinste und wir mussten uns überhaupt erstmal das Lachen verkneifen.

„Boah Bill jetzt reg dich wieder ab ist doch nur Schminke!“, meinte Tom.

„Ja klar, für dich schon!“, gab Bill zurück.

„Hm!“, machte Tom. „Jo wer is’n da?“, fragte er dann ins Telefon.

„Hey Schatzy!“, rief Mila dann.

„Boah Bill du Affe wieso sagst du mir nicht dass du mit Mila telst?“, meckerte Tom seinen Bruder an. Der sagte nichts. „Hey Süße!“, meinte Tom aber dann. „Na wie geht’s?“

„Sehr gut und dir?“, antwortete Mila.

„Jo muss ne!“

„Wieso?“

„Wenn’s dir gut geht …!“

„Achso, ja dann!“ Ohhhhhhh … schmalz, schnulz … Na ja egal. Machten Bill und ich ja auch manchmal. „Tom ich krieg das Teil gleich wieder!“, hörten wir Bill rufen.

„Warum? Das ist immerhin meine Freundin!“, rief Tom zurück.

„Ja aber meine Freundin ist gerade zufällig bei deiner!“, rief Bill.

„Lea?“, meinte Tom dann.

„Jaha?“, fragte ich.

„Boah Mädchen wieso sagst du denn nichts?“, fragte Tom.

„Keine Ahnung!“, meinte ich und Tom lachte. „Man du müsstest Bill mal sehen der sitzt da aufm Boden im Badezimmer und sammelt seine Schminke ein!“

„Jaja!“, meinte ich und musste lachen, weil ich mitgekriegt hatte dass Bill es zeitgleich mit mir gesagt hatte. „So Tom jetzt bin ich wieder dran!“, meinte Bill dann auf einmal.

„Nä wieso das denn?“, fragte Tom.

„Darum!“, sagte Bill.

„Nein!“, rief Tom und rannte Treppen runter oder hoch, keine Ahnung.

„Boah Tom!“, rief Bill und rannte ihm hinterher. Wir mussten total lachen. Tom lachte total, Bill auch, aber er rief trotzdem die ganze Zeit „Man Tom!“ oder so.

„Jungs, hört bitte auf hier so einen Lärm zu machen, ja?“, rief die Mutter der Twins auf einmal, aber sie lachte auch. „’tschuldigung!“, meinten Bill und Tom gleichzeitig und liefen dann wieder Treppen hoch oder runter. „Jungs?“, meinte ich.

„Ja?“, antwortete Tom außer Atem.

„Wir haben Lautsprecher an, wieso macht ihr das nicht auch einfach? Dann können wir alle vier reden!“, meinte ich.

„Jo!“, meinte Tom. „So, jetzt sind wir in meinem Zimmer!“

„Aha!“ Wir mussten schon wieder lachen.

„Bill hat heute im Schlaf geredet!“, meinte Tom dann.

„Haha woher willst du das denn wissen?“, meinte Bill.

„Weil du vorher an die Wand geschlagen hast, ausversehen glaub ich aber, und dann bin ich zu dir rüber gegangen um zu gucken was du da machst und dann hast du geredet!“, erklärte Tom. „Und was hat er gesagt?“, fragte ich.

„Oje!“, meinte Bill.

„Öhm, irgendwas von Gurken und Currywurst und noch irgendwas, weiß ich aber nicht mehr!“, antwortete Tom. Wir mussten so lachen. Alle. So ging das die ganze Zeit. Ungefähr 5 Stunden lang. Meine Schlafsachen hatte meine Mum in der Zeit schon vorbei gebracht.

Als wir dann schließlich, nach ewig langer Verabschiedung und Küsschen durch die Leitung, doch auflegten, piepte mein Handy. Zwei Sekunden später piepte auch Milas.

Nee oder? Wir grinsten uns an.

 

 

Hey Kleine!

Schlaf gut und träum was

Schönes, am besten von mir*g*

Hdgggggggdl, love you, *kiss*

Bill

 

Wie süß. Ich schickte ihm noch eine SMS zurück und Mila schickte Tom eine (der hatte ihr natürlich getextet). Dann holten wir uns Chips und Cola und Eis-Tee und gingen damit wieder in Milas Zimmer. Dort guckten wir Fernsehen und unterhielten uns dabei und aßen Chips und tranken Eis-Tee und Cola.

 

 

Kapitel 49

*aus der Sicht von Elea*

 

Ich telefonierte mal wieder mit Bill, allerdings herrschte im Moment Schweigen. „Sag was!“, meinte er dann. „Du sagst ja selbst nichts!“, erwiderte ich.

„Ja wenn du nichts sagst!“

„Ja was soll ich denn sagen?“

„Keine Ahnung, frag irgendwas!“ Boh, Junge eh!

„Bin ich Reporterin und muss dich interviewen oder was?“

„Nö!“

„Ja siehste!“ Schweigen … Schweigen … Schweigen …

„Ich leg dann mal besser auf!“, sagte er schließlich.

„Nein!“, sagte ich schnell.

„Ja, wir reden doch eh nicht!“, meinte er. Scheiße, er hatte ja Recht. Aber trotzdem.

„Trotzdem!“
„Ja dann … moah eh!“, stöhnte er.

„’tschuldigung eh, tut mir Leid man!“, sagte ich ironisch.

„Lea lass das!“

„Was denn?“ Er sagte nichts mehr. Ich hörte Tom im Hintergrund lachen. „Was macht Tom?“, fragte ich.

„Mit Mila telen!“, antwortete er schlecht gelaunt.

„Aha!“
„Ja die ham Spaß!“, meinte er ironisch,

„Boah Bill hör auf mit dem Scheiß!“, rief ich,

„Ist doch wahr!“, meinte er. Nein, jetzt nicht streiten!

„Ja sicher!“, sagte ich ironisch. Elea, hör auf, lass das! Sprich normal mit ihm! Sonst ist er gleich weg!

„Ich leg jetzt auf!“, meinte er wieder. Siehst du!

„Ja klar schon logisch!“ LEA!!!
„Kannst ja Felix anrufen oder Maxi, vielleicht reden die ja mehr als ich!“

„Bill was soll das, du weißt genau dass Maxi nur mein bester Freund ist und Felix ist nur ein Kumpel!“
„Aha!“ Verdammt, glaubte er mir jetzt etwa nicht??

„Bill!“

„Ja was denn?!“ Nein, ich wollte doch jetzt nicht mit ihm streiten … und schon gar nicht wegen so einer Kleinigkeit!!!

Doch natürlich ging mein Wunsch mal wieder nicht in Erfüllung – und so stritten wir uns richtig. Mit Anschreien und so weiter. Immer mehr, was sonst gar nicht interessierte oder gestört hatte, was gar keine Bedeutung gehabt hatte, stellten wir beinahe als Verbrechen da … so in der Art. Ich war kurz vorm Heulen, Bills Stimme klang zwar auch manchmal komisch, aber dennoch wusste ich nicht was er gerade fühlte. Doch ich, ich konnte nicht mehr.

„Ich muss jetzt an’n Computer!“ Ja, das sagte ich wirklich, obwohl es gelogen war, und legte einfach auf. Dann ließ ich mich auf mein Bett fallen und ließ die zurückgehaltenen Tränen frei. Wieso? Warum? Weshalb hatten wir uns so sehr gestritten? Nur weil keiner von uns etwas gesagt hatte? Warum war dann noch so viel Unwichtiges dazu gekommen? War Bill jetzt etwa eifersüchtig auf Felix oder Maxi? Und wenn ja – warum? Würde ich Bill jetzt verlieren? War es bald aus? War das jetzt das Aus für uns? Aber er war doch meine große Liebe …

 

 

*aus der Sicht von Bill*

 

Aufgelegt. Einfach aufgelegt. Ich lauschte noch eine Weile unaufmerksam dem Tuut, tuut, tuut … Dann legte ich ebenfalls auf. Ich ließ mich auf den Boden fallen. So kniete ich da, starrte aus dem Fenster und spürte wie meine Augen anfingen zu brennen. Nahm die heißen Tränen in meinem Gesicht kaum wahr. Lea … Lea … war es jetzt aus? Warum hatten wir uns so doll gestritten? Und wie würde es weitergehen? Sie wollte doch noch mit Mila zu uns kommen. Doch was, wenn sie jetzt nicht mehr kam? Nein, sie musste kommen. Ich brauchte sie doch … sie war doch meine Freundin … oder? Verdammt, und wenn es jetzt aus ihrer Sicht aus war? Nein, das durfte nicht sein. Ich rief noch mal bei ihr an. Sie ging nicht ans Telefon. Ich rief wieder an. Sie drückte mich weg. Immer wieder. Ich schrieb ihr bestimmt 6 SMS – erhielt keine Antwort.

Scheiße! „Lea, bitte, es tut mir Leid!“, flehte ich leise, wusste aber dass sie es nicht hörte. Toll, und jetzt? Ich saß ewig lang auf dem Boden und hatte keine Ahnung was ich tun sollte.

Dann hatte ich eine Idee, die zwar vielleicht aufwändig war, aber in diesem Moment war das egal und ich hatte das Gefühl, dass es meine einzige Chance war …

 

 

*aus der Sicht von Tom*

 

Als Mila und ich auflegten, hörte ich Bill schreien. „Nein Lea …!“ Oha, stritten die sich etwa gerade? Ich beschloss da jetzt lieber nicht zu stören und ging runter in die Küche, wo meine Mum gerade einen Katalog durchblätterte. „Tom guck mal hier sind Baggys, hast du nicht letztens noch gesagt du brauchst neue?“ Ich stellte mich neben sie und zog den Katalog zu mir. Hm. Das waren aber viele. Ich suchte mir 5 Hosen aus und meine Mum schrieb sie auf den Bestellschein. „Mum?“ Ich drehte mich um. Da stand Bill, seine Augen waren rot und blutunterlaufen. Ach du Scheiße!, dachte ich. Seine Schminke war verlaufen und er lehnte total fertig im Türrahmen. Ich schluckte. Hatten die zwei sich so sehr gezofft?

„Ja?“, fragte Mum erschrocken.

„Ich muss zu Lea!“, erklärte Bill heiser.

„Bill, das sind vier Stunden Fahrt!“, warf Mum ein.

„Mum, bitte!“, flehte Bill. Ich spürte dass es ihm wichtig war und sah meine Mum bittend und gleichzeitig auffordernd an. „Jetzt sofort?“, fragte sie.

„Wenn’s geht!“, sagte mein Bruder heiser. Mum seufzte und nickte. „Danke!“, sagte Bill und ging wohl hoch ins Bad. Mum und ich sahen uns wissend an.

Zehn Minuten später stiegen Mum und Bill ins Auto.

Ich wollte gerade die Tür zu machen, da fiel mir was ein. Ich ging raus und knallte die Tür hinter mir zu und rannte Mum und Bill hinterher, die gerade losfuhren. „Wartet!“, rief ich. Das Auto hielt und Mum ließ die Fensterscheibe runter. „Kannst du mich danach zu Mila bringen?“, fragte ich.

Mum seufzte „Steig ein!“ und machte das Fenster wieder zu.

„Danke!“, meinte ich und dann fuhren wir los.

Bill starrte die ganze Zeit nur aus dem Fenster und ich konnte es nicht genau sehen, aber ich hatte das Gefühl dass er still vor sich hin weinte und er tat mir voll Leid, immer hin war Lea echt seine große Liebe. Außerdem war Bill sowieso schon so ein sensibler Typ.

„Meld dich wenn’s nicht mehr geht, okay?“, meinte ich zu ihm als wir bei Elea hielten und er ausstieg. Er schlug die Autotür zu und wir fuhren weiter zu Mila. „Ich fahr dann zu Martina und guck mal ob ich da bleiben kann, denn ich hab keine Lust heute noch mal vier und morgen wieder acht Stunden zu fahren, okay? Du kannst doch bestimmt bei Mila bleiben, oder?“, fragte Mum mich.

„Jo, bestimmt!“, antwortete ich. Boah, wenn das mit Bill und Elea bloß mal gut ging …

Dann waren wir bei Mila. Ich stieg aus und klingelte an. Steffen öffnete mir die Tür und begrüßte mich mit einem überraschten „Hey, was machst du denn hier?“

„Hi, ist Mila da?“, fragte ich. Er grinste. Boah!!

„Ja, die ist oben!“ Ich sah noch dass er sich kurz mit Mum unterhielt und ging in Milas Zimmer. Ich öffnete ganz leise die Tür. Ah, da saß Mila am Computer. Mein kleiner Stern …

Ich schloss die Tür eben so leise und schlich mich von hinten an sie ran und umarmte sie. Sie war sichtlich verwundert. „Nein Mila, da ist nicht Tom, du hast Halluzinationen! Mila hör auf damit! Du siehst Tom erst in einer Woche wieder … gaaaanz ruhig Mila …“, redete sie sich selbst zu. Ich musste lachen und sie drehte sich zu mir um und sah mich erstaunt an. „Tom!“, kreischte sie dann voll fröhlich und fiel mir um den Hals.

„Hey Kleine!“, begrüßte ich sie.

„Was machst du denn hier?“, fragte sie und küsste mich.

 

 

*aus der Sicht von Bill*

 

Ich wartete bis Mum und Tom um die Ecke gefahren waren und ging dann rüber zum Haus. Also da stand schon mal kein Auto und Lea hatte ja auch vor ein paar Stunden gesagt ihre Eltern wären erst morgen Abend wieder da. Ich stand da jetzt also vor der Haustür und suchte die Klingel. Nein gar nicht ich wusste ja wo sie war und ich brauchte meinen Arm noch nicht mal ganz ausstrecken um sie zu berühren und um anzuklingeln. Hm. Es war so ruhig hier. Ich sah hoch und sah wie sich die Bäume leicht im leichten Wind bogen und wie ein Schwarm Vögel vorbei flog. Es war ja eigentlich super-schönes Wetter heute und trotzdem war so ein Scheißtag. Wenn ich mich nicht mit meiner Freundin – nein  falsch. Wenn ich mich nicht mit Lea gestritten hätte, dann – wieso Lea? War sie nicht mehr meine Freundin? Ich wusste es nicht. Wollte ich es überhaupt wissen? Hm. Einerseits Ja aber andererseits Nein. Oder? Verdammt!! Bill du klingelst da jetzt an so schlimm wird’s schon nicht werden, es wird schon schief gehen. Eben es wird schief gehen. Boah Bill das war ironisch gemeint. Ja ach. BILL!! Ja okay ich versuch’s ja. Ich weiß nicht irgendwie hatte ich das Gefühl dass gleich irgendwas Schlimmes passieren würde … und meine Beine zitterten so. Und meine Hände. Und … maaan. Das war alles so … wäh. Ich kniff die Augen zu und drückte schnell auf die Klingel. Ahhhhhh ja das wäre also schon mal geschafft. Wow Bill du bist echt super-spitzen-mäßig. Haha. Oh nein da in dem Haus tat sich was. Nein, nein, nein warum zitterte ich denn so?  Bumm, bumm, bumm … boah mein Herz!!! Dann ging die Tür auf und Elea starrte mich an. Nicht froh oder erleichtert. Nein, eher … sauer? Wütend? Ja, also, ich … Los Bill, jetzt mach schon! Ähhhhm …

Wumms!! Tür zu. NEIN!!! Nein, nein, nein!! Scheiße man!! Ich ließ mich an der Hauswand runtergleiten und blieb auf dem arschkalten Boden sitzen. Aber das war egal. Ich fühlte die Kälte nicht. Ich fühlte gar nichts. Nur die Leere in mir. Es war … ja, als ob ich tot war, mein Herz schlug nicht und ich atmete nicht mehr. So kam es mir vor. Das Einzige was ich noch spürte waren die heißen Tränen die sich langsam den Weg über mein Gesicht gen Schwerkraft bahnten. Es war aus. Ganz sicher. Ich hatte keine Freundin mehr. Nein, noch schlimmer. Ich hatte meine große Liebe verloren. Ich war mir so sicher dass sie es war. Lea war DAS MÄDCHEN das ich brauchte. Sie war so schön, sie war so einzigartig, sie war so … perfekt. Perfekt für mich. Mir schwirrte alles Mögliche im Kopf rum. Auch dieses Lied. ,Augenblick’ von Bushido. Nur diese Zeilen, die auf mich passten … auf meine Situation … auf Elea und mich …

 

Was ist mit uns passiert,

du bist mir fremd geworden

ich guck dich an und fühle

ich bin bei dir nicht geborgen

wir beide wollten reden,

jetzt streiten wir uns wieder …

 

Ich krieg so langsam Angst,

dass du nicht mehr lieben kannst,

dass du Gefühle die ich habe,

nicht erwidern kannst,

es macht mich krank,

wenn du sagst, dass das nicht stimmt…

 

Warum tust du mir das an,

woher kommt der Hass in dir

ich wollte nicht erkennen

dass ich meinen Patz verlier’

der Platz in deinem Herzen,

 bis tief in deine Seele

jetzt sitzen deine Blicke

wie ein Strick um meine Kehle

 

du hörst mir nicht mehr zu

ich hab keine Bedeutung mehr

meine Gedanken fliegen durch den Raum,

kreuz und quer,

du fürchtest dich,

es ist okay wenn du deswegen fliehst,

besser du gehst jetzt,

bevor du meine Tränen siehst…

 

Es ist ein Augenblick,

der dir das Leben nimmt,

und es ist ganz egal ob wir beide dagegen sind,

denn unser aller Schicksal,

wir warten auf den Tag,

und der Verlust wird kommen,

wie der Nagel in den Sarg.

 

 

Denn es ist Fakt,

dass diese Frau etwas Besonderes ist,

und wenn sie guckt ist es,

als ob man dann die Sonne vergisst,

dieses Geschenk Gottes,

und man vergisst so eine Person erst plötzlich dann,

wenn der Moment fort ist…

 

Es ist ein Augenblick,

der dir das Leben nimmt,

und es ist ganz egal ob wir beide dagegen sind,

denn unser aller Schicksal,

wir warten auf den Tag,

und der Verlust wird kommen,

wie der Nagel in den Sarg.

 

…und mir komm die Tränen,

ich wollt dir soviel sagen,

ich wollt’ s in Ordnung bringen …

ich bete dass du merkst

wie ernst mir diese Worte sind

 

Dieser Song und die Gewissheit dass ich Lea verloren hatte, vielleicht für immer. Die Ungewissheit nicht zu wissen was als nächsten kommen würde und was ich jetzt tun sollte. Es machte mich fertig. Verdammt, ich hatte meine große Liebe verloren. Es tat so weh. Es tat so mega weh, es verletzte mich so sehr. Langsam wurde es schon dunkel. Mir war so kalt, mein Herz tat weh, mein Bauch, mein Hals, meine Augen brannten, die Tränen wurden immer mehr. Es wurde immer dunkler. Immer kälter. Es tat alles immer mehr weh. Ich dachte an Toms Worte. „Meld dich wenn’s nicht mehr geht, okay?“ Ging es noch? Ich wusste es nicht. Selbst wenn es nicht mehr ging, ich hatte keine Kraft um jetzt auch noch zu sprechen oder Tom anzurufen. Ich … ich … mir wurde schlecht. Alles tat weh. Alles war kalt. Alles drehte sich … Alles war schwarz.

 

 

*aus der Sicht von Elea*

 

Wieso war er gekommen? Ja, er wollte mit mir reden. Und ich dumme hatte ihm die Tür vor der Nase zu geknallt. Und ich wusste genau dass es für Bill jetzt aus war. Für ihn und mich. Er hatte es als Schlussmachen aufgefasst und war wieder nach Hause gefahren. Irgendetwas sagte mir aber dass es nicht so war. Ich nahm mir ein neues Taschentuch und wischte mir zum x-ten Mal alle Tränen aus dem Gesicht. Und zum x-ten Mal hörten sie nicht auf nachzulaufen. Verdammt! Ich hatte Bill verloren! Meine große Liebe! Den süßesten, liebsten, treuesten Jungen ever!! Ich war so blöd. Ich hasste mich. Da fiel mir Fabi ein. Oh Scheiße, den musste ich doch noch vom Kindergeburtstag abholen. Na klasse. Ich zog mir also Schuhe und Jacke an und versuchte die Tränen zurück zu halten. Doch kaum hatte ich die Haustür aufgemacht, bekam ich den nächsten Schock. Da lag, saß, keine Ahnung … auf jeden Fall war Bill da auf dem Boden. Scheiße! Was machte der denn hier? Ich sah ihn an. Augen geschlossen, er war total blass, nur seine Hände waren rot, von der Kälte wahrscheinlich. Sein Handy klingelte, er ging nicht dran. Verdammt, das Teil war doch etwas lauter, warum hörte er es nicht, warum öffnete er nicht die Augen, er konnte doch unmöglich hier draußen schlafen. Mir kam ein furchtbarer Einfall. Nein. Er war doch nicht … er konnte doch nicht … verdammt!! „Bill?“, rief ich leise und rüttelte etwas an ihm rum. Keine Reaktion. Ich legte meine Hand auf seinen Bauch. Wenigstens atmete er noch. Verdammt, was musste ich denn jetzt tun? Wenn er so weiter da lag und auf einmal kotzte, dann erstickte er ja an seinem eigenen … Nein, das durfte nicht passieren. Ich ging zurück ins Haus und rief bei Fabis Freund an. Die Mutter fragte ich 

Ob Fabi dort übernachten könne. Als alles geklärt war legte ich auf und lief wieder zu Bill, der lag immer noch genauso da wie vorher. Scheiße. Ich schaffte es aber dann doch ihn irgendwie ins Haus und auf die Couch zu legen. Jetzt lag er aber wieder auf dem Rücken. Na klasse … Ich setzte mich neben ihn und sah ihn an. Er war so … süß. So … schön … einzigartig … Er hatte etwas Mystisches an sich, er war irgendwie geheimnisvoll. Ich wusste dass es nur 2 Menschen gab die ziemlich alles über ihn wussten. Seine Mutter nämlich und Tom. Und ich? Ja, ich war dabei immer mehr Geheimnisse zu lüften.

„Meine Freundin sollte auf jeden Fall für mich da sein wenn ich sie brauche. Und ich muss ihr alles anvertrauen können, ohne dass sie es jemandem erzählt!“ Das hatte Bill mal gesagt. Am ersten Abend nach ,8Mile’ als wir uns noch über alles Möglich unterhalten hatten. Und ich? Ich war heute nicht bei ihm gewesen als er mich gebraucht hatte. Dabei war er extra 4 Stunden gefahren. Nur um mit mir unseren Streit zu klären. Und ich hatte ihm noch nichtmal die Chance dazu gegeben. Ich hatte und dazu keine Chance gegeben. Mir fielen die SMS ein, die er mir geschickt hatte bevor er gekommen war. Ich hatte sie nicht gelesen. Also holte ich mein Handy und las sie. 6 Stück.

 

 

Warum hast du aufgelegt? Wieso gehst du nicht ans Telefon? Bill

 

Ich muss mit dir reden!

 

Lea bitte!

 

Du weißt genau wie wichtig du mir bist! Ich will dich nicht verlieren!

 

Warum tust du das?

 

Bitte! Lass uns reden!!!

 

 

Scheiße! Ich war so doof! Ich sah Bill an. Er hatte sich noch kein bisschen bewegt. Ich streichelte ihm sanft über die Wange. Er fühlte sich so schön an. Unbeschreiblich. Er gab ein komisches Geräusch von sich. So ein Seufz-Stöhnen. Aber total süß. Augenblicklich musste ich lächeln. Doch sofort wurde ich wieder traurig. Er war nicht mehr mein Freund. Weil ich dummes Kind Schluss gemacht hatte. Dabei liebte ich ihn so. Unaufhaltsam rollte eine Träne aus meinem Auge, bahnte sich ihren Weg durch mein Gesicht, blieb am Kinn hängen und tropfte schließlich – auf Bills Hand. Na toll. Ich wischte sie vorsichtig weg. Er blinzelte. Ich zog schnell meine Hand wieder weg. Er sah mich an. Nein, irgendwie … hatte ich das Gefühl dass er durch mich durch sah. Dann drehte er den Kopf zur anderen Seite und schloss die Augen. Er zitterte leicht. Deshalb stand ich auf, nahm die Decke, die auf dem Sessel ordentlich zusammengelegt war, und deckte ihn vorsichtig zu. Er tat nichts. Ich konnte nichtmal sagen ob er noch wach war oder schlief. War er mir in dieser sehr kurzen Zeit schon so fremd geworden?? Ich wusste es nicht, aber allein der Gedanke daran, ihn … verloren zu haben, ihm fremd zu sein. Der Gedanke, dass vielleicht alles vorbei war, und dazu all die schönen Erinnerungen an die Zeit mit ihm. Ich ging in den anderen Teil des Wohnzimmers, ins Musikzimmer, und setzte mich ans Klavier. Ich spielte einfach drauflos und heraus kam erst „My Heart Will Go On“ und dann „Heaven“.

Meine Stimmung war so im Keller. Ich seufzte, wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und ging zurück zu Bill. Er schlief, jedenfalls sah es danach aus und sein Atem ging total gleichmäßig. Ich setzte mich in den Sesseln und beobachtete ihn. Bill!, dachte ich. Es tut mir so Leid. Ich wollte das nicht! Er reagierte natürlich nicht. Ich sah traurig auf den Tisch der zwischen der Couch und den zwei Sesseln stand. Da lag ein DIN A4 – Blatt. Voll geschrieben. Darauf lag ein Kugelschreiber. Ich nahm das Blatt in die Hand und begann zu lesen.

 

der letzte tag

 

jetzt sind wir wieder hier -
bei dir oben auf'm dach
die ganze welt da unten
kann von mir aus untergehen heute Nacht
sind wir zum letzten mal zusammen
es hat doch grad' erst angefangen

wenn dieser tag der letzte ist
bitte sag es mir noch nicht
wenn das das ende für uns ist
sag's nicht - noch nicht

ist das etwa schon der tag danach -
wo alle uhren still steh'n
wo's am horizont zu ende ist
und alle träume schlafen geh'n?
sind wir zum letzten mal zusammen
es hat doch grad' erst angefangen

 wenn dieser tag der letzte ist
bitte sag es mir noch nicht
wenn das das ende für uns ist
sag's nicht - noch nicht
 
das ist der letzte tag, das ist der letzte tag
ist das der letzte regen bei dir oben auf'm dach
ist das der letzte segen und unsere letzte nacht

hat unser ende angefangen
egal - wir sind ja noch zusammen

wenn dieser tag der letzte ist
bitte sag es mir noch nicht
wenn das das ende für uns ist – sag´s nicht
wenn dieser tag der letzte ist
bitte sag es mir noch nicht
und wenn du bleibst dann sterbe ich

 noch nicht – noch nicht

Ist das der letzte Regen, bei dir oben auf´m Dach?
Ist das der letzte Segen sag´s nicht – noch nich

...das ist der letzte tag

 

 

Dieses Gedicht, oder dieser Song …es, oder er, sagte … so ziemlich alles. Wenn es das war, was Bill im Moment fühlte … Er wollte mich nicht verlieren, da war ich mir nun vollkommen sicher. Aber mit „Hat unser Ende angefangen, egal wir sind ja noch zusammen“ meinte er auf keinen Fall dass wir noch zusammen waren, sondern dass er hier war. Ich sah ihn an. Erschrak. Er lag da, sah mich an. So ausdruckslos. So leer. Sah mich einfach nur an. Ich sah etwas in seinen Augen glitzern. Wenig später löste sich eine Träne aus seinem Auge. Nein! Er sah mich immer noch an. Noch eine Träne. Noch eine. Immer mehr. Nein!

„Bill, nicht weinen … bitte!“ Ich wusste nicht ob er es hörte, so leise hatte ich gesprochen. Ich sah ihn an, er tat mir so Leid. Heiße tränen liefen wieder durch mein Gesicht. Der Schwall seiner Tränen nahm zu und wurde schneller. Er sah  mich immer noch an. Ich seufzte, setzte mich neben ihn und nahm vorsichtig seine Hand. Er sah mich fragend, erwartungsvoll und traurig an. Wir saßen einen Moment da und sahen uns nur in die Augen. Ich wollte mich zu ihm legen, aber irgendwie traute ich mich nicht. „Bill?“, flüsterte ich dann. Er sah mich fragend an. „Ich … es tut mir so Leid, ich …“ Weiter kam ich nicht, denn er hatte seinen Zeigefinger sanft auf meine Lippen gelegt. Ich versuchte es doch und schließlich lag ich neben ihm unter der Decke. Wir lagen noch lange so da und sahen uns einfach nur an. Aber irgendwann … ja, küsste ich ihn. Nur kurz, aber mit Zunge, und auch wenn wir dabei waren einzuschlafen, unsere Zungen schliefen ganz sicher noch nicht …

 

 

Kapitel 50

 

*aus der Sicht von Mila*

 

Ich lag mit Tom in meinem Bett und es war mitten an der Nacht. Wir schliefen schon längst. Aber auf einmal tat alles weh. Mein Bauch, mein kompletter Unterleib. Ahhhhhhhh … Ich schrie nicht, um Tom nicht zu wecken, aber es tat einfach nur weh. Ich sprang so schnell wie mir die Schmerzen es erlaubten auf und rannte zum Klo. Scheißeeeeeeee! Blut. Überall. Neeeeein! Ahhh. Ich ging zurück in mein Zimmer und wollte Tom wecken, doch er lag da, so süß schlafend und lächelte zufrieden, dass ich überlegte, ihn schlafen zu lassen. Doch da wurde der Schmerz noch stärker.

„Tom!“

Er bewegte sich leicht. „Was n?“ Ah …

„Tom … Tom … ich blute … ich … ahh …“ Sofort war er wach und sah mich besorgt an. „Was ist los?“

„Ich … Tom ich hab Blutungen … ich … scheiße!“

„Mila, Mila, was soll ich machen? Ich -“

„Weck meine Mum! Schnell!“ Er rannte sofort los und noch in derselben Minute kam meine Mum reingestürmt.

„Mila … o mein Gott! Was ist passiert? Tom hol mal das Telefon!“ Ab da hörte ich nicht mehr hin.

Ich weiß nur noch, dass meine Eltern und Tom mich mit dem Auto sofort ins Krankenhaus fuhren. Da war dann so ein Arzt. Der machte irgendwelche Untersuchungen. Plötzlich sah er mich an. Ich griff nach Toms eiskalter Hand. Dieser Blick …

„Es tut mir Leid … wir können nichts mehr retten!“ Was? War es … tot? Tot. Tot. Tot. Tot. Tot. Tot. O mein Gott. Ich sah zu Tom. Verdammte Scheiße. Der saß da und starrte mit leeren Augen vor sich hin. Nein.

 

 

*aus der Sicht von Tom*

 

Es war tot. Sie betäubten Mila. Vollnarkose und brachten sie sofort in den OP. Ausschabung oder so ähnlich. Ich durfte in so nem Raum warten, mit Milas Eltern. Wir mussten ganze zwei Stunden warten.

Wieso nur? Wieso war es tot? Tot. Wie sich das anhörte. Das Ding. Das Kind. Milas Kind. Mein Kind. Unser Kind. O mein Gott. Aber wieso tat es weh? Ich wollte es doch nicht, oder? Nein. Aber … es war so … normal geworden. Ich … irgendwie hatte ich mich daran gewöhnt. Aber, ich hätte es doch nicht gewollt? Hätte ich? Wollte ich? Ich wusste es nicht. Gar nichts. Irgendwie fühlte ich mich leer.

 

Zwei Stunden später kam so ne Krankenschwester und brachte uns in ein Zimmer, wo Mila lag. Sie war noch nicht wach. Oh man. Wie süß. Milas Eltern wollten noch draußen bleiben, irgendwas mit dem Arzt bereden. Ich setzte mich neben sie. Hatte sie Schmerzen? Tat es sehr weh? Tat es ihr auch weh?

 

 

*aus der Sicht von Mila*

 

Als ich wach wurde und langsam die Augen öffnete, war der Schmerz schon fast weg. Als ich die Augen ganz öffnete, blickte ich in diese wunderschönen, tiefen, dunkelbraunen Augen. Tom hielt meine Hand, streichelte sie sanft und spielte mit der anderen Hand in meinen Haaren rum. Als er sah, dass ich die Augen öffnete, lächelte er lieb. „Hey Süße … geht’s dir gut?“, fragte er leise.

„Ja … mir geht’s besser, aber … und dir?“ Er sah weg. Auf den Boden. „Tom?“

„Ich … es ist weg. Es ist tot.“ O mein Gott. Er wollte es doch nicht doch? Nein, das konnte nicht sein. Er war doch total fertig, als klar war, dass ich schwanger war.

„Tom, du -“

„Mila, ich wollte es nicht, aber es tut einfach weh. Verstehst du, es … es war nicht einfach ein Kind es war MEIN Kind und es war mit dir … und …“ Ich verstand was er meinte.

„Ich … mir tut es doch auch weh, aber … ich hätte das nicht geschafft und nicht gewollt, aber … ich mein, es muss ja nicht jetzt sein …“ Er sah mich ruckartig an. Scheiße. Konnte ich ihm ja gleich n Antrag machen! Wie blöd!

„Jaha … jetzt noch nicht, aber … später, wenn wir weit genug sind … dann, also, ich mein … wenn wir dann wollen … und ich … du …“ Hm. Oder er machte mir einen. Hehe. Ich legte ihm den Zeigefinger auf den Mund. „Pscht!“ Ich sah ihm in die Augen und dann küsste er mich. Ganz sanft und zärtlich.

 

Ich musste den restlichen Tag im Krankenhaus bleiben. Elea und Bill kamen auch, als sie von der Sache erfuhren und Siemone, die Mum von Tom und Bill kam auch, als sie die beiden abholen wollte, die aber im Krankenhaus waren. Sie war erstmal voll nett. Sie kümmerten sich alle um mich, dabei ging s mir doch gut. Aber, ich war froh, dass sie alle da waren. Als Tom ging, hatte ich das Gefühl, er würde meine Zunge mitnehmen wollen … so lange küsste er mich. Bill umarmte mich und zerquetschte mich fast. Und von Lea und Siemone gabs erst mal Küsschen auf die Wange. Mein Gott. Man konnte aber auch übertreiben. Hehe …

Abends durfte ich dann mit meinen Eltern nach Hause fahren. Dort ging ich auch erst mal sofort schlafen. Keine Ahnung, ich war einfach nur müde. Tom rief nach kurz an, als er nach Hause kam, fragte, zum x ten Mal, wie s mir geht, aber wir telefonierten nur kurz, weil er immerhin auch schon seit nachts wach war, und auch nur noch schlafen wollte. Ich schlief relativ schnell ein, das Letzte an das ich dachte, war, dass ich unbedingt den Termin zur Abtreibung absagen musste … den brauchte ich jetzt ja nicht mehr … und das machte mich irgendwie glücklich.

 

 

 

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