By your side-by Shingel
Kapitel 21
 *aus der Sicht von Tom*

 Bill war echt down. Pausenlos durfte ich mir sein Geheule anhören, und das ewige „Ich bin so doof“ – „Mir tut das so leid“ und „Ich will sie doch nicht verlieren“ und so weiter. Ich wusste zum ersten Mal in meinem Leben nicht, wie ich ihm helfen sollte. Mit Elea reden wollte er nicht, sie sehen auch nicht wirklich, aber bei ihr sein und mir ihr zusammen sein. Ich ging auf unser Zimmer um noch einen Geschichtsvortrag über Napoleon vorzubereiten. Das hätte ich lieber nicht tun sollen. Mich traf der Schlag als ich ins Zimmer kam, denn da saß Bill auf seinem Schreibtischstuhl und auf seinem Schoß saß – Nadine!! Und leckte an ihm rum. Er machte nicht mit und sah auch nicht glücklich aus, aber dass er es zu ließ, dass sie sich an ihn ran schmiss und so – reichte aus. Ich ging auf die beiden zu und wollte Bill eine mitgeben, aber ich traf Nadine. Auch gut. Sie sah mich geschockt an.
„Du bist so ein Arsch!“, schrie ich meinen Bruder an. „Und du machst alles kaputt!“, warf ich Nadine vor. Und stürmte aus dem Zimmer.
Das konnte nicht wahr sein!
So was machte Bill nicht!

 *aus der Sicht von Bill*

 Nadine sprang auf und sah mich anklagend an. „Was meint er damit?!“, rief sie. „Was mach ich kaputt?“ Ich konnte es ihr nicht sagen. Sie würde mich killen. Andererseits, mein Leben hatte eh keinen Sinn mehr. „Meine Beziehung mit Elea!“, sagte ich ihr ganz direkt. „Mit Elea? Du bist mit dieser… dieser Elea zusammen?!“, kreischte sie.
„Nein, eben nicht!“
„Und wieso –“ Ihre Augen weiteten sich. „Du… du bist in Elea verknallt?“ Ich sagte nichts. „Oh mein Gott! Ich hätte dich nicht ansprechen dürfen als du letztens mit ihr geredet hast, stimmt ’s?“, meinte sie. Ich sah auf den Boden und nickte.
„Bill, warum hast du mir denn nicht gesagt, dass ich keine Chance bei dir hab? Warum hast du nichts gesagt?“ Sie war total lieb. Na ja, ich mein, ich hatte mich auch schon immer gut mit ihr verstanden, aber… Ich sagte nichts. „Bill…“, sagte sie. Ich sah sie nicht an, wich ihren Blicken aus. Schließlich ging sie aus dem Zimmer. Als sie die Tür aufgeschlossen hatte, schmiss ich mich auf s Bett und heulte. Ich würde nie mit Elea zusammen kommen, da war ich mir ganz sicher. Aber ich wollte es so sehr. Ich wollte sie bei mir haben. Sie umarmen, sie einfach haben…

 „Hey Bill!“ Mila kam rein und setzte sich neben mich auf s Bett. Ich antwortete nicht und wagte nicht, sie anzusehen. Ich fühlte mich so mies…

 *aus der Sicht von Mila*

 Er bebte, so sehr heulte er. Er tat mir so Leid, aber ich wusste nicht, wie ich ihm helfen sollte. Aber ich glaubte, dass es ihm vielleicht helfen würde, wenn jemand bei ihm war. Mit Tom hatte er ja Streit, und mit Elea… na ja. „Nadine redet gerade mit Elea“, sagte ich, doch er schluchzte nur laut auf. „Sch Bill!“, seufzte ich und streichelte ihm tröstend über den Rücken.
„Sie will mich ja eh nicht mehr!“, schluchzte er. Ja, das hatte sie gesagt. Aber ob sie das immer noch meinte, nachdem Nadine ihr alles erklärt hatte, daran zweifelte ich. Das sagte ich Bill auch. Er hob kurz den Kopf. Oh man, sah er schlimm aus. Seine komplette Augenschminke war verschmiert, aber so was von. Der schwarze Kajal verlief in dünnen Streifen und Strichen um seine Augen, der ebenfalls schwarze Lidschatten war von den Augen bis zum Kinn verschmiert, Bill war ansonsten blass, seine Wimpern von Tränen verklebt und er zitterte am ganzen Körper. „Meinst du?“, fragt er hilflos und hoffnungsvoll, aber ich wusste, dass er alle Hoffnungen schon längst aufgegeben hatte.
„Ja, mein ich“, antwortete ich ruhig. Er ließ den Kopf wieder ins Kissen fallen.
„Kommst du gleich mit zum Essen?“, fragte ich. Er schüttelte den Kopf.
„Doch!“, sagte ich. Ich ging ins Bad und holte Bills Abschminktücher, Kajal und Lidschatten und setzte mich wieder zu ihm. Er sah mich total fertig an. Ich sah ihn aufmunternd an.
„Ich kann das aber alleine“, meinte er heiser.
„Ach ja, so wie du zitterst? Du stichst dir noch die Augen aus!“, grinste ich.
Er seufzte gequält, drehte sich auf den Rücken und schloss die Augen. Dann atmete er tief durch. Ich schminkte ihn ab und er tat gar nichts.
„Setzt dich mal hin!“, meinte ich. Er setzte sich hin und ließ sich bereitwillig schminken. Als ich mit dem Kajal anfing, meinte er: „Das ist peinlich.“
„Was“, erwiderte ich.
„Dass ich mich schminken lassen muss!“, antwortete er. „Bleibt unter uns“, meinte ich. „Gut“ Plötzlich kam „Von Vorne“ von Neuser auf Eins - Live.
Lass uns wieder von vorn anfangen
Wir haben das ganze missverstanden
Lass uns wieder wie neu beginnen
Ich möchte dich endlich wieder finden
Lass uns wieder von vorn anfangen
Wir gaben das ganze missverstanden
Bis hier hin das zählt noch nicht

 „Das ist für Elea!“, meinte Bill auf einmal. Ich hielt inne und sah ihn an.
„Was denn?“, fragte er.
„Ja, das hört sie auch gerade.“  Bei uns lief nämlich auch Eins - Live.
„Hm.“ Ich versank kurz in seinen Augen. Die waren genauso schön wie die von Tom, nur noch ein bisschen dunkler. Nein, Toms waren schöner.
Dann war er fertig geschminkt. Er ging ins Bad.
„So kann man sich auch sehen lassen“, meinte er.
„Danke, das hab ich jetzt auch verstanden!“, gab ich zurück. Als wir vor der Tür standen, nahm er mich in Arm. „Danke!“, flüsterte er.
„Bitte, bitte!“, sagte ich. Dann gingen wir in den Esssaal. Bill aß nur einen Salat, aber wenigstens etwas. So langsam bekam er auch wieder Farbe ins Gesicht. Da kamen auch Gustav und Georg mit ihren Tabletts und setzten sich zu uns. Bill sagte nichts, ich erwischte ihn nur des Öfteren dabei, wie er zum Eingang linste. Und dann kamen Tom und Nadine, er holte sich Essen und setzte sich dann zu uns, sie ging zu ihren Freundinnen.
„Lea kommt nicht!“, seufzte Tom und sah Bill an, doch der stocherte nur in seinem Salat rum.
„Bill, es tut mir halt leid, Nadine hat Elea und mir alles erzählt!“, versuchte Tom an seinen Bruder ranzukommen. Dieser sah ihn nur kurz an. „Wirklich!“, beteuerte Tom, doch Bill reagierte nicht. Tom seufzte und widmete sich seinem Essen. Plötzlich stand Bill auf und ging zu einer Frau, die gerade Essen ausgab und fragte sie etwas. Daraufhin gab sie ihm etwas Weißes und einen Stift. Er schrieb etwas auf das Weiße und gab ihr den Stift zurück. Während er zu uns zurück schlenderte, faltete er das Weiße, welches ein Stück Papier war, zusammen. Bei uns angekommen drückte er es Tom in die Hand und der meinte nur „Okay“. Dann setzte Bill sich wieder hin und wir aßen schweigend weiter.
*aus der Sicht von Elea*

 Rette mich.
Das stand auf dem Zettel, den mir Tom von Bill gegeben hatte.
„Wie meint er das denn?“, fragte ich Tom.
„Was steht denn drauf?“, erwiderte er. Ich zeigte ihm den Zettel. „Hm“, machte Tom. Mila und ich sahen ihn fragend an. „Also, soweit ich Bills Dichtereien interpretieren kann, würd ich sagen, dass er sich alleine fühlt und nicht weiß wie er mit dir und dieser Einsamkeit umgehen soll?“, meinte Tom etwas unsicher. „Oha“, bekam ich nur heraus.
„Irgendwie so was wird er meinen“, meinte Tom.
„Na ja, passen tut s schon“, meinte Mila und Tom nickte. Ich spürte, wie sehr mir Bill fehlte. Ich hielt es kaum noch ohne ihn aus. Also beschloss ich, doch mal zu ihm zu gehen und zu versuchen mit ihm zu reden. Obwohl ich mir nicht sicher war, dass ich dann auch nur ein Wort rausbekam.

 Kapitel 22
*aus der Sicht von Tom*

 „Du gehst echt rüber zu ihm?“, fragte Mila Elea.
„Ja, ich halt das nicht mehr aus!“, antwortete diese und stand vom Stuhl auf. Dann ging sie aus dem Zimmer.
„Na, wenn das mal klappt“, meinte ich ungläubig. Mila lächelte mich an und nahm mich in den Arm. Hach ja. Ich legte meine Beine über ihre und wir küssten uns. Irgendwann lag sie auf mir und wir knutschten leidenschaftlich rum.
„Tom!“ Ich zuckte zusammen und blickte in Nadjas Gesicht (sie war eine von den so genannten Betreuerinnen im Internat). Sie sah mich genervt an.
„Wie oft hab ich dir schon gesagt, dass außer am Wochenende jeder um 21 Uhr 30 in seinem Zimmer zu sein hat!?“ Ich sah sie entschuldigend an und setzte dann einen Blick auf, den nur Bill und ich drauf hatten und bei dem man uns nur schwer einen Wunsch abschlagen konnte.
„Ähm, Mila, wo ist Elea?“, fragte Nadja und beachtete mich nicht, woraufhin ich beleidigt tat.
„Keine Ahnung!“, antwortete Mila und Nadja seufzte und sah mich dann abwartend an. Ich sah sie fragend an. „Boah! Diese Augen!“, stöhnte Nadja.
„Ja, find ich auch, man könnte drin versinken“, meinte Mila und sah mir demonstrativ in die Augen.
„Tom Kaulitz, bitte!“, holte Nadja uns in die Wirklichkeit zurück.
„Was denn?“, entgegnete ich.
„Komm jetzt, sonst siehst du Mila die nächste Woche gar nicht!“
„Das würdest du nie tun!“, sagte ich und grinste sie an.
„Tom!“, rief sie.
„Geh Süßer, ich hol dich morgen früh ab!“, flüsterte Mila mir ins Ohr. Ich gab ihr noch einen Kuss und dann schob Nadja mich aus dem Zimmer.

 „Wie sweet!“, flüsterte Nadja, als wir Bills und mein Zimmer betraten. Da lagen Bill und Elea aneinander gekuschelt in Bills Bett und schliefen.
„Ach, die dürfen das, oder was?“, flüsterte ich zurück.
„Um diese Uhrzeit auch nicht mehr“, antwortete Nadja. „Sind die zusammen?“
„Keine Ahnung“, gab ich als Antwort. „Vorhin war n sie s noch nicht.“ Nadja nickte und weckte Elea vorsichtig. Als Elea langsam und vorsichtig aufstand, um Bill nicht zu wecken, seufzte der nur komisch im Schlaf, drehte den Kopf zur anderen Seite und schlief weiter.
„Seid ihr jetzt zusammen?“, flüsterte ich, als Elea und ich uns umarmten.
„Nein!“, flüsterte sie.
„Das wird noch!“ Sie lächelte und ging dann mit Nadja aus dem Zimmer. Ich sah meinen eineiigen Zwillingsbruder an und musste lächeln und gleichzeitig den Kopf schütteln. Er lag da und schlief ganz friedlich. Noch nicht einmal abgeschminkt hatte er sich!  

 Ich wurde von etwas geweckt, das sich wie ein Kuss anfühlte. Ich öffnete die Augen und sah, dass Mila neben mir saß. Ich sah auf die Uhr neben der Tür, auf die Licht von einer Laterne draußen fiel. 5 Uhr.
„Oh Mädchen, bist du verrückt? Wie kannst du mich so früh wecken?“, nörgelte ich leise und gähnte. Sie grinste aber nur und kroch zu mir unter die Decke. Wir kuschelten uns eng aneinander. Ach ja, herrlich. So ließ es sich schlafen. Wunderbar…

 Kapitel 23
*aus der Sicht von Mila*

 „Oh ne, sorry Tom, hab aber echt keine Lust!“ Party. Wollten die schon wieder feiern. Nee… eigentlich war ich ja auch voll gern auf Partys aber heute ne. Und Tom bettelte jetzt rum.
„Bitte Mila… komm mit!“ Er nahm mich vorsichtig in Arm… „Sonst vermiss ich dich die ganze Zeit…!“ Hach ne, wie sweet. Tom lächelte mich total lieb an… aber ich wollte halt nicht.
„Tom… vielleicht komm ich später nach, aber ich hab ehrlich heute keine Lust“ und wenn du mich vermisst, dann bleib halt hier!, dachte ich nur so.
Ein wenig traurig sah er mich an, doch als ich ihm aufmunternd zulächelte, lächelte er zurück und küsste mich mit seinen wunderbar leckeren Küssen mit dem sau geilen Piercing.
„Aber versprich, dass du noch kommst!“, meinte er. Ich versprach s ihm, küsste ihn noch kurz und ließ ihn gehen.
Dann ließ ich mich seufzend auf mein Bett fallen, blieb dort liegen und zog mir Die Ärzte rein. War das langweilig. Ansonsten war ich den ganzen Tag von Leuten umgeben. Und dann jetzt so alleine…
„Mila!“ Ahhhh! O mein Gott, spinnen die denn? Georg und noch so n Typ standen bei mir im Zimmer und sahen irgendwie nachdenklich aus.
„Tut das nie wieder, mich einfach erschrecken. Boah man eh!“
„Sorry, aber, wir haben voll oft geklopft und dann…!“ Oh… Tschuldigung.
„Egal, was n los? Warum seid ihr nicht auf der Party?“ Hääääääääääää?
„Ja, darum sind wir ja hier. Tom ist ja da und-„
„Ja, ach ne!“
„Sei doch mal ruhig! Auf jeden Fall… ehm… ja, er benimmt sich leicht… ehm… komisch vielleicht kommste mal mit?“ Ach man, bin ich vielleicht seine Mama oder sein Babysitter?! Ne, seine Freundin! Aber irgendwie sah Georg ehrlich besorgt aus, also ging ich mal mit.

 *aus der Sicht von Tom*

 Mila wollte nicht mit auf die Party, da konnte ich noch so viel betteln. Also gingen wir ohne sie. Als wir den Keller betraten, kam mir Marie entgegen, die bei Maren in der Stufe war und zu ihren besten Freundinnen zählte.
„Hey Tom!“, begrüßte sie mich. „Hi!“
„Wo haste denn Mila gelassen?“
Ich zuckte nur mit den Schultern. Dann spielten Bill und ich Kicker gegen zwei Typen aus der Fünften und gewannen natürlich.
„Boah, jetzt n RedBull oder so wär geil!“, meinte Bill. Ich nickte.
„Soll ich euch n Drink holen?“, bot sich Maren auf einmal an.
„Jo!“, antwortete ich. Wenig später kam sie mit drei Gläsern zurück, in denen ein Strohhalm steckte und das Getränk sah nach RedBull aus. Das Zeug schmeckte aber irgendwie komisch. Trotzdem trank ich es auf ex. Und kippte den Zweiten und Dritten Drink sofort hinterher. Ich merkte, wie Bill, der immer noch seinen ersten RedBull in der Hand hielt, mich skeptisch ansah.
„Wasn?“, fragte ich ihn, doch er schüttelte nur den Kopf. Plötzlich wurde mir ganz anders, ganz komisch. Ich ließ mich neben Gustav auf eine Couch fallen und schloss die Augen.
„Tom, was ist denn los mit dir?“ Ich öffnete die Augen und sah Maren an.
„Nichts schon okay“, antwortete ich.
„Willst du noch was trinken?“, fragte sie, ich nickte nur. Sie brachte mir irgendeinen Drink, der so widerlich schmeckte, dass ich ihn lieber sofort ganz wegkippte. Danach wurde mir total schwindelig.

 *aus der Sicht von Elea*

 Ich sah zu Bill, der an der Bar saß, mit einem Strohhalm in seinem Drink rumrührte und immer wieder kurz daran nippte. Dabei unterhielt er sich mit einem Typen, den ich nicht kannte. Er hatte immer noch ein kleines Pflaster auf der Stirn, das man aber nicht gut sehen konnte, da sein Pony darüber fiel.
Man, er war so toll. So sweet. So gut aussehend. So sexy. So … geheimnisvoll. So unbeschreiblich.
„Lea?“ Georg wedelte mit seiner Hand vor meinem Gesicht rum. Oh, den hatte ich total vergessen.
„Kommst du mit tanzen?“, fragte er.
„Nee, lass mal“, meinte ich. Keine Lust.
Georg ging rüber zur vollen Tanzfläche und verschwand zwischen den anderen. Plötzlich setzte sich Tom zu mir.
„Hey Lea!“
„Hi…!“
„Waschn losch mit dir?“, fragte er und trank einen Schluck von seinem Drink. Ich sah ihn erschrocken an.
„Ohne Mila ist es langweilig!“, antwortete ich aber.
„Hmm… keine Ahnung wasch mit der Sssüschn los isss!“, lallte er. Oh Gott!!!
„Tom, wie viel und was hast du getrunken?“
„Waaasss?“ Ich stand geschockt auf und ging. Nur wusste ich nicht wohin. Schließlich stand ich neben Bill an der Bar und bestellte mir ein RedBull. Während ich wartete, sah ich dass Bills Kumpel zu mir nickte. Bill drehte sich um, wir lächelten uns verlegen an, dann drehte er sich wieder weg.
Als ich mein Getränk hatte und zu zwei Mädchen aus meiner Klasse gehen wollte (die mich zu sich gewunken hatten), hielt Bill mich vorsichtig am Arm fest. Ich drehte mich um und sah ihn erstaunt an. „Lea, ich… kann ich mal mit dir reden?“, fragte er kleinlaut. Ich nickte. Wir quetschten uns an den Leuten vorbei nach draußen. Ich warf den Mädels einen entschuldigenden Blick zu und sie sahen mich bewundernd an. Bill schien ja echt begehrt zu sein.

 Kapitel 24
*aus der Sicht von Mila*

 Wir kamen in den Raum rein und mein Blick fiel sofort auf Tom! Nein, Tom und Maren! NEIN! Wieso…?? Er hielt sie im Arm und sie leckte an seinem Hals rum! Am liebsten wär ich weggelaufen, aber ich wusste dass das auch nichts mehr ändern würde. In der Sekunde brach in mir was auseinander. Es stach in meiner Herzgegend. Tränen stiegen mir die Augen hoch, doch ich hielt sie zurück und machte langsam ein paar Schritte auf ihn zu. Plötzlich sah er mich an. Und lächelte komisch. Dann stand ich vor ihm. Er nuschelte – glaub ich – „Hey Süße!“ Er nahm mich auch in Arm und wollte mich küssen… - Klatsch! Ich hatte ihm eine geknallt. Volle Kanone! Oh man! Entsetzt und verletzt sah er mich an und ließ Maren los. Aber es war mir egal. Ich spürte eine heiße Träne meine Wange runterlaufen, löste mich von seinem Blick und rannte weg. Wollte einfach nur weg, von dem Kerl, der mich gerade so sehr verletzt hatte, wie noch nie zuvor jemand? Wieso nur…?
Blind vor Tränen warf ich mich auf mein Bett und heulte mein Kissen nass. Jawohl, richtig nass!!

 *aus der Sicht von Elea*

 Da standen wir nun, draußen auf dem Schulhof, mitten in der Nacht. Es war total kalt, und auch Bill zitterte ganz leicht vor Kälte. Aber die Kälte war egal. Er blickte mir in die Augen, dann auf den Boden, … unsicher. Er rang mit sich, etwas zu sagen, das spürte ich.
„Also, ich weiß, dass das hier jetzt nicht der richtige Ort ist, und … vielleicht auch nicht die richtige Zeit, aber…“ Jetzt sah er mir flehend und traurig direkt in die Augen.
„Es, es tut… mir leid, wirklich! Ich weiß, dass ich Nadine nicht… hätte… beachten dürfen, ich weiß auch nicht, wieso ich’s nicht getan hab, und… jetzt ist alles kaputt, und… ich will dich aber gar nicht verlieren… und… und ich weiß überhaupt nicht was ich machen soll und was mit uns jetzt ist und… ja…“ Er schluckte. Ich auch. Ich spürte, wie mir langsam Tränen in die Augen stiegen und sah in seinen Augen ebenfalls ein verdächtiges Glänzen. Wir sahen uns so tief in die Augen, ich weiß nicht wie lange. Ich spürte nur auf einmal etwas warmes, weiches auf meinen Lippen und schloss die Augen. Mich durchlief ein heißer Ganz- Körper- Schauer. Und dann war es vorbei. Ich öffnete die Augen, Bill uns ich standen ganz dicht voreinander und sahen uns an. Dann lief mir eine Träne über die Wange. Er strich sie sanft und vorsichtig weg. „Nicht weinen, bitte“, flüsterte er lieb, doch da löste sich auch aus seinem Auge eine Träne. Ich wischte sie ebenfalls vorsichtig weg, seine Haut fühlte sich schön an. Sauber und weich. Wir nahmen uns in den Arm und er drückte mich fest, aber zärtlich an sich.
Ich war total glücklich. Er fühlte sich total schön an. Und ich war mir ganz sicher: Ich hatte den tollsten Freund, den man haben konnte!! Er war doch jetzt mein Freund, oder?

 Als ich reinkam, schlief Mila schon. Zumindest nahm ich das an. Doch als wir am nächsten Morgen aufstanden, wusste ich, dass sie nicht geschlafen hatte, nicht eine Sekunde. Sie sah furchtbar aus und weinte immer noch.
„He, Mila, was n los?“, Die Arme! Ich nahm sie in Arm und ließ sie erzählen. Ich war geschockt, als sie fertig war.
„Hast du ihn denn gefragt was das sollte?“
„Nee… ich konnte nicht. Oh, Lea, er hat mich so verletzt… es tat so weh in da zu sehen – und dann auch noch mit Maren!“ Ich nickte. Sie tat mir so Leid.
„Red vielleicht doch mal mit ihm. Immerhin seid ihr euch ziemlich nah gewesen und ich glaube nicht, dass er dich nur verarscht hat und doch was von Maren will!“ Und sie nickte. Zog sich n Pulli und ne Traininghose über ihre Boxershorts und Top und wir gingen nach unten.
Ich suchte überall mit den Augen nach Bill, und sah Tom. Wie er auf uns – tschuldigung – auf Mila zu lief.
„Boah nee, ich geh!“, kam alarmiert von Mila und weg war sie – Tom hinterher.

 Kapitel 25
*aus der Sicht von Tom*

 „Jetzt warte mal!“ Sie blieb echt stehen, drehte sich um, sah mich an. Ich sah den Schmerz. Sah, wie verletzt sie war. Und ich kämpfte mit den Tränen. Ich wollte das doch nicht.
„Was ist?!“, fragte sie scharf.
„Ich… gestern, das war nicht mit Absicht, ich wollte das nicht!“ Ich wollte sie jetzt nicht verlieren. Ehrlich nicht. Aber ich sah, daran, dass sie die Augen verdrehte, dass sie mir nicht glaubte.
„Ja klar!“, meinte sie ironisch. Was sag ich. Scheiße!!!
„Mila, du musst mir glauben!“, flehte ich. Bitte, bitte, bitte!, dachte ich.
„Ich muss gar nichts!“ DOCH!
„Du hast ja gar keine Ahnung!“, meinte sie und ich sah die Tränen in ihren Augen.
„Was meinst du?“, fragte ich vorsichtig. Ich wollte ihr nicht noch mehr wehtun. Warum glaubte sie mir nur nicht??
„Wie sehr du mich verletzt hast. Wie weh es tat, dich so mit Maren zu sehen. Weißt du, wie sehr mich das fertig macht??“, sie schrie mich an. Man. Ich weiß ja. Ich wollte das alles nicht. Hatte doch keine Ahnung gehabt, was ich tat. Dass ich sie verlieren würde. Und, dass ich mit anderen Mädels rumgemacht hatte. Aber sie würde mir eh nicht glauben. Wer konnte das auch schon? Sie hatte ja keine Ahnung, wie viel sie mir bedeutete. Dass ich sie nie betrügen würde. Ich hatte das gestern gar nicht mitgekriegt, das war ich nicht gewesen!
„Dann glaub mir halt nicht! Es ist nicht so wie du denkst. Wenn du mir nicht glauben willst, lass es halt sein!“ Ich schrie zurück, wieso schrie ich? Wieso sagte ich ihr nicht einfach alles? Dann würde sie mir vielleicht glauben.
„Oh Tom! Du weißt, dass ich dir das nicht glauben kann! Und du weißt auch wieso. Maren… wenn es wer anders gewesen wär… ach ist doch auch egal!! Du verstehst das eh nicht!“ Sie schrie jetzt so laut, dass es alle hätten hören müssen. Ich verstand. Wegen Maren. Weil sie und ich, bevor ich mit Mila zusammen war, ja diese Sache da hatten. Aber ich wollte doch nichts von der!!
„Nein!“ Hör auf zu schreien Tom, und sag es ihr einfach!, schrie eine Stimme in meinem Kopf.
„Tom…“, sie hielt kurz inne, sah mich hilflos an. „ICH HASSE DICH!“, schrie sie dann lauter als alles andere. Nein… nein… nein… nein… bitte nicht… bitte… nein… neeeeeeeeeeeeeein!!! Ich meinte mit dem Nein doch nur, dass das nicht egal war… nicht, dass ich es nicht wusste… Ahhhhhhh!!
„Ach ja? Schön, ich dich nämlich auch!“ Neeeeeein! Tom Kaulitz, hör auf mit der Scheiße und klär das ganze hier, bevor es zu spät ist!, schrie die Stimme weiter.
Mila sah mich entsetzt an… ich dachte sie hasste mich…? Dann drehte sie sich um und ging weg. Neeeeeeein … bleib hier… mein kleiner Stern… Lauf nicht weg! Ich brauche dich!, das war diesmal ich, wie ich in meinem Kopf schrie.
„Brauchst gar nicht mehr wieder anzukommen!“ Toooom, hör auf!, und schon wieder diese Stimme.
„Nein, mach ich auch nicht! Verlass dich darauf!!“ Scheißeeeeee… Warte, Kleine, Bitte!, dachte ich… aber ich bekam die Worte nicht ausgesprochen.
„NIE, NIE WIEDER!“ Hör auf, verdammt!, die Stimme regte sich voll auf. Warum redete die denn nicht für mich? Wieso sagte ich das? Wieso? Schrie ich sie an?
Sie drehte sich um, sah mir direkt in die Augen. Deine letzte Chance!, flüsterte die Stimme. Sie schrie noch einmal, ein letztes Mal.
„Niemals mehr, Tom Kaulitz! Nie, nie, niemals wieder!“
Dann war sie weg. Neeeeeeeeeeeeeeein. Nein. Nein. Nein. Das konnte doch nicht wahr sein. Es war ein Albtraum. Wir waren nicht mehr zusammen. Es war aus. Vorbei. Sie hasste mich. Und ich… ich liebte sie… nur leider wusste sie das nicht…

 *aus der Sicht von Mila*

 Ich rannte durch die Gänge, sah nichts. Niemanden. Wollte am liebsten die Zeit zurückdrehen. Wieso hatte ich das gesagt? Ich hasste ihn doch gar nicht. Wieso nur? Warum?
Ich rannte volle Kanone in ein Mädel, das – natürlich, wie hätte es jetzt auch anders sein können- in Toms und Bills Klasse ging. Und natürlich sah sie, dass ich weinte. Klasse.
„He… oh, wieso weinst du?“ Ich antwortete nicht…
„Stress mit Tom?“ Oh man… ich schüttelte den Kopf. „Nein… wir sind nicht mehr zusammen“, brachte ich mühsam und heiser hervor. Und, wie ich das gesagt hatte, liefen noch mehr Tränen. Es war echt vorbei. NEIN! Ich wollte das nicht! Mach es zu einem Albtraum, lass mich aufwachen. Lass das alles nie passiert sein. BITTE!!! Aber es war leider wahr.
„Oh, wieso denn das? Du hast ihm gestern auf der Party eine mitgegeben…-“
„Er hat mit Maren rumgemacht!“, schrie ich verzweifelt. Warum verstand mich denn keiner? Warum konnte mir keiner helfen?
„Hm, was hast du bei Tom anderes erwartet?“, erwiderte sie trocken. Häääääääääääää? Wie jetzt?
„Wie?“, fragte ich.
„Ja, klar, es gibt verdammt viele hier, die Tom scharf finden, total in den verknallt sind, auf den stehen oder so… ne… aber… Tom hat bis jetzt jedem Mädel das Herz gebrochen, weil er fremdgegangen ist. Er ist einfach voll das Arsch, macht das mit jedem Mädel und tut ihnen immer weh. Wahrscheinlich hat er Spaß daran! Er hat keine Gefühle…“ Und so n Scheiß laberte sie, doch ab da hörte ich nicht mehr hin. Ich verstand kein Wort. Er war kein Arsch… er war so geil… das konnte alles nicht sein… war ich ihm egal? Er hatte wegen mir geheult? Hatte er mich nur rumkriegen wollen, oder was? Für eine Nacht? War ich ihm nicht mehr wert?
Sie redete immer noch, doch ich unterbrach sie. „Ich muss weg!“
„Ja, aber lass Tom links liegen, der ist halt so!“
Ja, danke auch. Ich wollte nicht, dass er so war. Nein! Er konnte einfach nicht. Er durfte nicht!

 Kapitel 26
*aus der Sicht von Bill*

 Mila lag auf ihrem Bett als ich reinkam. Sie war gestern, nachdem sie und Tom sich gezofft und getrennt hatten, total durch n Wind gewesen. Traurig. Nachdenklich.  Hatte nur geheult. Wollte alles rückgängig machen. War total fertig. Über irgendwas dachte die nach, das sah man, die ganze Zeit. Immer. Aber was?
„Hey Mila…“, Traurig sah sie mich an. Ich nahm sie tröstend in Arm.
„Bill?“
„Hm?“
„Kann ich dich mal was fragen…?“, fragte sie total lieb.
„Ja klar, was gibt’s? Was willst du wissen?“, fragte ich sanft. Sie war empfindlich seit gestern Morgen.
„Tom… ist er… na ja… n Typ, der oft fremdgeht? Oder es mit andern… treibt… oder rummacht…?“ Oha?! Dachte sie etwa darüber nach?
„Ehm… eigentlich nicht wirklich… er ist n Herzensbrecher, keine Frage, und was Beziehungen angeht auch verdammt flott… mit… heiß rummachen, rumfummeln und noch mehr… aber, er will einfach nur seine ganz große Liebe finden!“ Ich wollte sie nicht verunsichern, aber so war das halt.
Sie sah mich fragend an.
„Ich hab erst gedacht, du wärst das…“, meinte ich beklommen. Die zwei passten einfach sau gut zusammen. Bei denen stimmte die Chemie komplett, könnte man sagen. Und sie waren sich so schnell, so nah gekommen… vielleicht…
Mila schwieg. Ich musste sie jetzt aber auch fragen…
„Du…?“
„Hm.“
„Hat Tom dir ‚Ich liebe dich’ gesagt?“ Was würde sie jetzt wohl sagen? Hatte er? Wenn, dann musste ich da glaub ich mal irgendwie…
„Nein…“ Scheiße…. „Bill… wieso fragst du mich so was?“
Och man, den Teil wollte ich eigentlich jetzt weglassen. Sie sah mich verwundert an. Sie tat mir so Leid. Ich musste es ihr sagen.
„Willst du s wirklich wissen?“ Es könnte hart werden, ich wollte ihr nicht auch noch wehtun. Nicht noch mehr. Sie war schon so fertig.
Sie nickte. „Weil… Tom hat gesagt, dass er ‚Ich liebe dich’ nur seiner ganz, ganz, ganz, gaaaaaanz großen Liebe sagen will. So, wenn er sich echt sicher ist. Wenn er weiß, dass das ehrlich die Liebe seines Lebens ist, verstehst du…“ Sie verstand. Vergrub ihr Gesicht in meinem Arm und begann, heftig zu weinen. Sie zitterte… ich strich ihr übers Haar, übern Rücken… hielt sie fest. Versuchte sie zu trösten. „Tut mir Leid!“, flüsterte ich. Aber irgendwie war ich Schuld. Warum hatte ich ihr das erzählt?
Doch sie hatte es verstanden… und er hatte es ihr nicht gesagt… und das machte sie fertig… so fertig…

 *auch der Sicht von Mila*

 Mir ging es scheiße. Einfach nur scheiße. Ich hatte Tom verloren. Ich wurde regelrecht krank vor Liebeskummer. Konnte nicht mehr essen… Elea meldete mich für drei Tage krank und ich stand nicht einmal aus m Bett auf. Die anderen kamen ab und zu und trösteten mich. Aber sonst ließen sie mich in Ruhe, worüber ich froh war. Ich wollte einfach nur alleine sein, mit mir und meinem Kummer. Ich schlief viel, aber ich träumte immer von einer Stimme die rief „Nie, nie wieder“ Und ich weinte fast immer. Meine Augen waren rot geweint, ich schminkte mich nicht mehr. Selbst im Schlaf liefen die Tränen weiter. Ich verstand es nicht. Konnte es nicht begreifen. Wenn ich jetzt Maren hätte sehen müssen… ich glaube sie hätte es nicht überlebt. Gegen Mittwochabend (den Abend bevor ich wieder in Schule musste) war mein Tränenvorrat leer. Ich konnte nicht mehr weinen, war ausgeheult. Und nüchtern. Hatte kaum was gegessen.
Donnerstagmorgens ging’s mir zwar etwas besser, aber ich vermisste Tom so schrecklich. Trotzdem versuchte ich, normal weiter zu machen. Aber, was heißt schon normal, wenn man den Typ, der für einen sein Leben bedeutet hatte, allem einen Sinn gegeben hatte, mit dem alles Fun machte, alles irgendwie leichter war… wenn man den verloren hatte?
Und dann den ganzen Morgen Unterricht. Die wissenden Blicke, der ganzen Mädels, die eifersüchtig gewesen waren. Die überheblichen Blicke von Maren, als ich ihr aufm Flur begegnete. Tom traf ich nicht… Oh man!
Am Nachmittag saß ich in Eleas und meinem Zimmer und machte Hausaufgaben. Mathe. Uääh! Es war schon halb fünf! Und dann klopfte es. Georg oder Gustav? Elea war mit Bill in der Stadt… waren die zurück? Nee, kann nicht sein, die würden nicht klopfen.
„Ja…?“ Wieso kam denn niemand rein, keiner wartete, Georg und Gustav eigentlich auch nie.
Dann hörte ich, wie jemand rein kam. Irgendwoher kannte ich das. Das Gefühl. Ich war schon oft mit dieser Person alleine in einem Raum gewesen… aber…? Ich drehte mich um… TOM! Ich wusste es…
„Hey…“, meinte er schüchtern, sah mich unsicher an. Ich ließ Mathe, Mathe sein und stand auf. Wieso war er hier? Ich dachte, ich solle nie wieder kommen? Kam er jetzt etwa selber?
Ich war verwirrt. „Hey…!“ Dieser Blick… magisch irgendwie. Und dann begann es. Ihm liefen Tränen über die Wangen, während er mich weiter unentwegt, traurig, verzweifelt und flehend ansah. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Vorsichtig legte ich ihm eine Hand auf die Schulter. Mein ganzer Arm kribbelte. Tom… jede Berührung war schön…
Er beruhigte sich wieder und sagte dann total verzweifelt: „Mila… es tut mir alles so Leid. Ich wollte das nicht. Wirklich. Ich… ich war total besoffen… Maren hat mir die ganze Zeit irgendwelche Drinks zu trinken gebracht… da… da war Alkohol drin. Ich hatte doch keine Ahnung… ich wollte nicht mit ihr rummachen… ich wollte dir nicht wehtun… ich …“ Oha… aber er war noch nicht fertig…
„Ich… ich wollte dich nicht verlieren!“, flüsterte er dann ganz leise.
Maren! Sie hatte es geschafft. Sie wollte ihn echt immer noch. Mir wurde alles klar… aber wieso hatte er das denn nicht sofort gesagt? Ich hätte ihm doch geglaubt…
Ich sah, dass er fast schon wieder anfing zu weinen, und wischte ihm vorsichtig eine Träne von seiner weichen Wange. Dann kam er mir ganz nah und meinte noch leiser: „Bitte, bitte glaub mir… komm zu mir zurück… ich… ich kann nicht ohne dich, ich brauche dich und du fehlst mir so sehr…“ Oh man, wie sweet! Ich konnte es nicht glauben, so verdammt sweet.
„Tom, mir tut es auch so Leid… ich, ich war nur so enttäuscht. Aber ich wusste das doch alles nicht, du hast nichts gesagt. Ich glaub dir… wenn du es gesagt hättest, ich hätte doch nie daran gezweifelt…“ Das alles war so geil, ich hätte schon wieder heulen können. Jetzt war alles gesagt. Ich versank in diesen Augen, diesem Blick. Was wurde jetzt mit uns?
Er zögerte, wollte etwas sagen, dass merkte ich.
„Würdest du denn noch einmal… mir noch ne Chance geben?“ Er sah mich voll lieb und total hoffnungsvoll an. Ich hätte niemals nein sagen können. „Ich… ja klar!“ Ich lächelte ihn an. In derselben Sekunde umarmte er mich und ich legte meine Arme endlich wieder auf seinen Rücken. Es war so schön, mir hatte das so gefehlt. Tom, mit allem was er tat, sagte… mit allem. Jetzt hatte ich ihn wieder. Für mich. Er fühlte sich gut an, roch gut… Ich wollte ihn nie wieder loslassen. Nie, nie wieder. Haha, Wortspiel!
Doch als ich ihn los ließ küsste er mich sanft auf die Stirn. Sah mir dann tief in Augen. So tief… so glücklich… doch er hatte irgendwie noch was vor. Er hielt mich im Arm, sah mich lange an… dann öffnete er den Mund. Er schien was wichtiges sagen zu wollen, dass spürte ich, aber was?!
„Mila… Ich liebe Dich!“ … Im ersten Moment dachte ich gar nichts… und dann nur… WOW! Schlagartig waren mir Bills Worte wieder eingefallen. Es war so, als würde die Zeit stehen bleiben. Tom sah mich an, während innerhalb von wenigen Sekunden (die aber für mich so lang waren wie eine Stunde) Bills Worte in meinem Kopf abliefen. ‚Nur seiner gaaaaaanz großen Liebe… Liebe seines Lebens… echt sicher…’ Ich blickte in diese wunderschönen Augen. Waren das die Augen meiner großen Liebe? Bubumm… Bubumm… ich spürte, wie mein Herz raste und im selben Moment wusste ich: JA!
„Ich liebe dich auch, Tom!“ Und dann küssten wir uns so innig, leidenschaftlich wie noch nie. Vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil ich total auf Entzug gewesen war… auf jeden Fall war es wunderbar.
Es war, als würden wir ineinander verschmelzen. Wir ließen nicht mehr los, hörten nicht mehr auf… er war wieder meins… und ich würde ihn nie wieder hergeben. So viel war klar!

 Kapitel 27
*aus der Sicht von Tom*

 Ich hatte es getan. Mit ihr geredet. Ihr alles erklärt. Gebeichtet. Jetzt lagen wir, eng aneinander gekuschelt, auf ihrem Bett. Ich küsste sie und sah sie an. Sie war die Liebe meines Lebens und ich war jetzt einfach nur glücklich. Ich dachte an die letzten Tage. Wo ich sie nicht gesehen hatte. Es war furchtbar gewesen. Sie hatte mir so sehr gefehlt. Und heute Morgen hatte ich Maren gesagt, sie könne aufhören mit ihren Intrigen, sie würde mich niemals von Mila wegbringen. Woraufhin sie nur meinte, sie hätte es ja schon geschafft und ich wär wieder ihrer und könne ja zurückkommen. Ich hatte ihr eine geklebt und ihr gesagt, dass ich Mila trotzdem liebte, auch, wenn wir grad nicht zusammen waren.
Mila küsste mich und wenig später lag ich über ihr und wir knutschten heiß rum… hach… ich hatte sie wieder. Und ich würde sie nie wieder verlassen…

 *aus der Sicht von Mila*

 Tom und ich lagen in meinem Bett. Knutschend und kuschelnd. Er hatte sich gerade entschuldigt… ich war seine große Liebe… haha, Maren… dein Plan wird nie funktionieren… uns kriegst du nicht auseinander, egal was du tust!, dachte ich und küsste Tom.
Irgendwann fasste er mir auch vorsichtig wieder unters T-Shirt, um auszutesten, ob er wieder durfte… Hehe. Als er merkte, dass er die Erlaubnis hatte, ich mich nicht wehrte, wurde er wieder stürmisch. Er lag über mir und meine Hände befanden sich unter seinem T-Shirt und streichelten seinen Rücken. Er küsste mich. Mund, Gesicht… langsam auch wieder Hals. Er war immer noch vorsichtig… weil er wahrscheinlich glaubte, ich erlaubte noch nicht wieder alles… hatte der eine Ahnung. Irgendwie schien er dann langsam doch zu verstehen. Er leckte an meinem Hals rum und ich konnte seinen Herzschlag rasen hören. Dann setzte er sich auf einmal auf, sah mich mit einem verführerischen Blick an und fasste langsam mein T-Shirt und zog es hoch. Zog es mir aus. Legte sich dann wieder über mich und küsste weiter. Während er mich küsste wanderte er immer weiter runter. Schließlich küsste er meinen Bauch, und wanderte wieder hoch. Ich zog ihm sein Cap ab und sein T-Shirt aus. Wir küssten und wieder, Mund, Gesicht, Hals, Body … Sein Body war soo sexy. Fühlte sich einfach nur geil an. So schön. Unbeschreiblich. Mund, Hals, Body, Gesicht … immer so weiter. Toms Körper wurde richtig heiß, seine Haut brannte fast. Meine wahrscheinlich auch … er war ja aber auch hot! Seine langen Dreads hingen ihm sexy im Gesicht, zwischendurch sah er mich immer wieder verführerisch an. Und dann der Körper und die Küsse … oh ja! Sooo heiß! Hot hoch 15!! Auf einmal hielt er mich fest und drehte uns um. So, dass ich auf ihm lag. Vorsichtig wanderte seine Hand weiter runter … begann, mir die Hose aufzumachen. Sie ganz, ganz, gaanz langsam über meine Hüfte von meinem Hinterm zu ziehen und sie dann nebens Bett zu schmeißen. Toms Hände blieben auf meinem Hintern liegen und er strich sanft darauf rum …
Dann fing ich einfach an, ihm seine Hose auszuziehen. Jetzt lag ich auf ihm, in BH und String und er unter mir in Boxershort. Er atmete so, als würde er gerade Sport treiben. Jaaa …
Während er mich küsste öffnete er meinen BH und zog ihn mir von den Schultern. Kurz darauf lagen wir wieder nebeneinander. Beide unter der Bettdecke. Er griff meinen String und zog ihn ganz langsam aus. Dabei sah er mich an. So lieb. So sweet. Und doch so frech! Als ich dann komplett ausgezogen war, deutete er mir, ihm seine Boxershort auszuziehen, was ich auch tat. Langsam. Genüsslich. Er hatte die Augen geschlossen und biss sich auf die Unterlippe. Ich spürte seine Latte … und ich sah sie! Oha, oha! Sexy, der Herr. Hatte ja ganz schön volle Hose … aber so was von. Und er war echt erregt …!
Wir lagen noch unter der Decke und knutschten, fummelten noch rum. Langsam legte er sich über mich. Und ich spürte ihn schon ganz nah bei mir. Spürte seinen Unterleib auf meinem. Seine Zunge in meinem Mund … hach.
Er sah mich noch einmal verführerisch an. Und dann spürte ich, wie er in mich eindrang. Ein heißer Schauer durchlief meinen Körper als er leise aufstöhnte. Es war schön, schöner als beim ersten Mal.
Ich sah ihn an und merkte, dass er genauso fühlte. Seine Augen waren geschlossen, sein Mund leicht geöffnet, ich hörte seinen Atem … Spürte ihn in mir. Dann bewegte Tom seine Hüfte. Langsam, aber gefühlvoll. Ich machte mit. Wir wurden langsam stärker in unseren Bewegungen. Toms Augen waren immer noch geschlossen, sein Atem wurde immer lauter. Emotionaler. Wir begannen, schneller zu werden. Ich spürte etwas, was ich nie zuvor gespürt hatte.
Immer schneller. Stärker. Er drang immer tiefer ein. Nur ganz, ganz wenig, aber tiefer. Unsere Hüften bewegten sich gegeneinander. Immer stärker. Ich stand unter Strom … so könnte man das vielleicht beschreiben.
Immer weiter. Tiefer. Stärker. Schneller. Aber nicht einfach so zackzack … nein, gefühlvoll!
Dann begann Tom zu stöhnen. Seine Bewegungen wurden noch stärker, aber dafür langsamer. Oh mein Gott. Er stöhnte immer lauter, aber es war nicht wie beim letzten Mal schon vorbei. Wir wurden wieder schneller. Und dann begann es richtig. Ich spürte, wie er kam. Langsam. Ich spürte, dass es bei mir passierte. Unsere Bewegungen wurden noch stärker. So leidenschaftlich. Sein Stöhnen lauter.
„Ohhhhhh … jaaaa … ja … ohh … Mila … Milaaaaaaaahhh“
Alles kribbelte, alles war heiß.
„Ohh … Tom“ Ich stöhnte ja auch. Aber er hörte nicht mehr auf. Immer weiter. Und dann war er fast am Höhepunkt angekommen. Seine Hüfte bewegte sich so stark aber gefühlvoll gegen meine. Meine gegen seine. Es war so heftig und leidenschaftlich. Und dann stöhnte er noch ein paar Mal laut und genussvoll. „Oh mein Gott, Mila … jaa …“
Dann war es am Höhepunkt. Ich spürte ihn so sehr wie nie, fühlte ihn in mir. Seinen Body auf meinem. Sein Stöhnen in meinem Ohr. Ich spürte dieses Kribbeln, wie ein Stromschlag, aber nur, dass das schön war.
Und dann war’s vorbei. Tom lag auf mir, atmete noch schnell. Ich spürte sein Herz rasen. Er sah mich leicht erschöpft an. Lächelte und atmete tief durch. Ich lächelte zurück. Wir küssten uns noch einmal und blieben so liegen. Genossen es. Liebten es. Liebten uns.
Wir lagen noch immer im Bett, kuschelnd, knutschend … und nackt! Aber auf einmal löste Tom sich von meinen Lippen und sah mich an. Schockiert. Was war denn nun los? „Mila …?“, sagte er und klang alarmiert und irgendwie besorgt und ängstlich. Was war denn los?
„Hm? Was’n?“, fragte ich.
„Wir …“, er stockte. Häääääääää, was war mit uns? Er sah mich komisch an. „Wir … haben nicht verhütet!“ Ach du scheiße! Nee jetzt, oder?
„Oh …!“ Mehr bekam ich nicht heraus. Aber konnte das denn passiert sein? Bitte nicht! „Meinst du …?“, fragte er halb und saß auf einmal kerzengerade im Bett. Ich schüttelte den Kopf. Wird schon nicht so schlimm sein - hoffte ich.
„Denk nicht …“, sagte ich und zog ihn wieder zu mir runter. Doch er riss sich los und sah mich ganz ängstlich an. „Und wenn doch?“, fragte er panisch.
„Tom, es wird schon nicht so schlimm sein!“, versuchte ich ihn zu beruhigen und zog ihn wieder sanft zu mir runter. Er legte sich ganz eng neben mich, nahm mich in Arm und hielt mich ganz fest. „Tom, mach dir keine Sorgen um etwas was nicht klar ist, bitte!“ Ich streichelte ihm sanft über die Wange. „Aber-“ Ich verschloss ihm den Mund mit einem Kuss. Ändern konnten wir das jetzt sowieso nicht mehr! Und schön gewesen war’s ja trotzdem. Sehr schön …

 Kapitel 28
*aus der Sicht von Mila*

 Erdkunde. Wäh. So was Langweiliges. Unser Lehrer laberte irgendwas vom Südlichen Wendekreis, was mir total egal war. Ich musste an die letzte Nacht denken. Tom und ich …
Plötzlich klopfte es an der Tür. „Ja?“, rief Herr Adamski. Da kamen Tom und noch ein Typ rein. „’tschuldigung, wir sollten fragen ob hier irgendwie so’n paar Atlanten übrig sind?“, fragte Tom.
„Atlanten?“, wiederholte Herr Adamski.
„Äh, ja.“, meinte der andere Typ. Tom zwinkerte mir zu und grinste. Ich lächelte. Er zog einen Zettel aus seiner Hosentasche und legte ihn auf Jans Tisch. Fixierte ihn mit einem Blick der ihm mehr als genug klarmachte, den Zettel nicht zu lesen. Während Tom, der andere Junge und unser Lehrer den Schrank nach Atlanten absuchten und wild diskutierten, schob Elea mir grinsend den Zettel zu. ,Mila’ stand da drauf. Ich faltete ihn auseinander und begann zu lesen.

 Hey meine Süße!
Die Nacht mit dir
war sooo … schön!
will dich nie wieder
verlieren! Bist mir
echt total wichtig!
Love You! *big kiss*
Tom

 Ich musste lächeln. Wie lieb und süß von ihm. Ich schrieb schnell zurück.

 Hey Schatzi!
Fand’s auch voll
toll, bin soo…froh
dass ich dich hab
bist so toll bin immer
für dich da Süßer!
Love You 2! hdgdl! *kiss*
Mila

 „Tom!“, zischte Jan, als die Jungs schon fast draußen waren. Tom ging rückwärts, nahm den Zettel, lächelte mich an - und weg war er. Ich seufzte. Alle sahen mich an. Ups. Eric sah mich ganz komisch an. Oje. „Ohh, Mila, wie biste denn an den rangekommen? Obwohl der drei Jahre älter ist?“, meinte Nicole.
„Eifersüchtig?“, entgegnete ich. Nicole sagte nichts mehr.
„Sein Bruder ist eh viel geiler!“, meinte Charlyn.
„Bill? Jaa, der ist toll!“, meinte auch Ann-Kristin. Elea und ich grinsten uns an.
„Nee, Tom ist viel cooler!“, sagte nun Anna. „Ja, Tom ist aber schon vergeben!“, rief Eric. Alle sahen ihn an. „Wie … wie jetzt?“, meinte Kristina fassungslos. Oh nein, gleich würden es alle wissen, die es noch nicht gecheckt hatten. „Ja, Mila ist doch mit dem zusammen!“, antwortete Christopher. Alle sahen mich entweder bewundernd, normal oder eifersüchtig an. „Und Elea macht bestimmt mit Bill rum!“, meinte Ann-Kristin. Wir sagten gar nichts. Herr Adamski, der, ohne dass wir es gemerkt hatten, kurz weg gewesen war, kam wieder, aber da schellte es.

 *aus der Sicht von Elea*

 Jetzt wussten es also alle. Dass Tom und Mila zusammen waren, mein ich. Und Nicole war total eifersüchtig auf sie. Na ja, wir hatten Englisch und ich träumte von Bill. Plötzlich kreischte Ayleen halb laut auf. Erst jetzt sah ich, dass Bill, Tom und der Junge von vorhin in der Klasse standen. Alle drei mit je ca. 10 Atlanten bepackt. „Oh, good morning boys!“, rief Frau, äh, Mrs Leinert. „Äh, hi!“, grüßte der eine Typ hinter den Büchern hervor.
„Ähm, wir wollten die Atlanten zurückbringen!”, erklärte Bill.
„Sollten!“, meinte der andere und alle lachten.
Mrs Leinert schloss ihnen den Schrank auf und die Jungs packten die Bücher rein. Erst danach bemerkte Bill mich und sah mich unsicher an. Ich sah verlegen weg - was sollte ich auch tun? „So, und was machen höfliche Leute wenn sie den Unterricht anderer stören?“; meinte Mrs Leinert. Die Drei sahen sich verwundert an. Dann grinste Bill, legte die Handflächen vor der Brust zusammen, verbeugte sich leicht und meinte: „Bitte entschuldigen Sie die Störung, Mrs Leinert!“ Tom lachte los und alle anderen mussten auch lachen. Als die Drei raus gingen rief Ayleen zuckersüß noch „Ciao Bill!“ hinterher, doch er antwortete nicht. Haha.

 *aus der Sicht von Bill*

 Seit der Party hatte ich Elea kaum gesehen. Der Abend, an dem wir uns geküsst hatten, war schon seit einer Woche vorbei. Wir sahen uns nur beim Essen und ab und zu auf irgendeinem Flur.
Ich glaube, das wirkte sich mittlerweile auf meine Laune aus. Und auf meine Noten. Denn drei Tage später bekam ich in ’ner Vertretungsstunde ’ne Mathearbeit zurück, die wir erst zwei Stunden vorher geschrieben hatten. Die war erstmal 5. Aufm Internat. Na toll. Meine Mum würde Spaß haben …
Den hatte sie aber nicht. „Bill! Das kann jedem mal passieren.“, meinte sie ganz ruhig.
„Ja, aber, ich hab noch nie wegen-“ Ich stockte. Hatte ich ihr überhaupt schon von Elea erzählt? Nein, nur, dass ich mit ihr befreundet war.
„Bill? Wegen?“, hakte sie nach. Ich seufzte, doch ich wusste dass ich ihr alles erzählen konnte. Sie und Tom waren die einzigen die so ziemlich alles von mir wussten. „Wegen ’nem Mädchen eine Arbeit verhauen.“, brachte ich meinen Satz also zu Ende.
„Wie jetzt?“ Also erzählte ich ihr alles.
„Ach Bill, das wird schon. Vielleicht hat sie gerade viel zu tun.“
„Meinst du?“ Im Ernst, ich war traurig.
„Ja, mein ich. Sonst … versuch doch nochmal mit ihr zu reden.“
„Nein. Das bringt nichts.“
„Na, du weißt schon was du tust.“
„Hm.“
„Du schaffst das schon. Lass euch Zeit. Das wird schon.“, meinte sie aufmunternd.
„Hm.“
„Aber ich mein, überleg mal, wie alt ist Elea?“
„Dreizehn.“
„Siehst du. Und du bist sechzehn. Vielleicht-“
„Aber es kommt doch nicht aufs Alter an!“
„Natürlich nicht. Aber ich als dreizehnjährige würde auch nicht einfach was mit ’nem Jungen anfangen der drei Jahre älter ist als ich selbst und den ich noch nicht so lange kenne.“
„Sag doch dass wir keine Chance haben.“
„Nein, so mein ich das doch gar nicht!“
„Wie denn dann!“
„Ach Bill, hey …“
„Ich find das scheiße. Bei Tom klappt immer sofort alles und bei mir nicht!“
„Du kannst doch jetzt Tom nicht mit dir vergleichen! Tom geht doch ganz anders mit den Mädchen um und alles. Er ist halt nicht so-“
„Hey Bill! Mit wem telefonierst du denn schon wieder?“, rief Tom fröhlich als er ins Zimmer kam.
„Mit Mama.“, antwortete ich. Er nahm mir das Telefon aus der Hand, sah mich an und fragte:
„Was’n los mit dir?“ Ich zuckte nur mit den Schultern und ging aus dem Zimmer.
„Bill!“, rief Tom mir hinterher, doch ich beachtete ihn nicht.

 Kapitel 30
*aus der Sicht von Elea*

 Ich wusste nicht was ich tun sollte. Mit Bill und so. Es war so komisch seit wir uns geküsst hatten. Wir hatten seit dem kaum miteinander geredet und sehen tat ich ihn auch nur noch selten.
Ich lag auf meinem Bett und konnte an nichts anderes mehr denken. Es war schon ungefähr 20:00 Uhr als Tom rein kam. „Weißt du wo Bill ist?“, fragte er. Ich schüttelte nur den Kopf ohne ihn anzusehen. „Hey Maus, was ist denn los?“, fragte er besorgt. Maus? Wie cool. Ich war seine freundschaftliche Maus. Aber ich wollte Bills Maus sein! „Nichts, was soll sein?“ Er setzte sich zu mir und sah mich lieb an. „Ist es wegen Bill?“, fragte er vorsichtig. Ich nickte. „Hey …“ Er nahm mich in Arm und wog mich leicht. „Weißt du, ich weiß nicht ob’s dir hilft, aber Bill macht sich genauso viele Gedanken wie du!“ Ich sah ihn traurig an. „Du bist ihm nämlich echt wichtig!“ Ich sagte nichts. „Willst du nicht mithelfen ihn zu suchen?“, fragte er schließlich sanft. Ich nickte und löste mich aus seiner Umarmung. Er seufzte und stand auf und sah mich auffordernd an. „Na komm!“, meinte er schließlich und streckte mir seine Hand hin. Ich ergriff sie, er zog mich hoch und ging zur Tür. Ich hörte mich innerlich nach Bill schreien, ich vermisste ihn so, ich brauchte ihn so …
„Lea?“, Tom grinste und kam zu mir zurück. Dann legte er den Kopf schief, sah mich an und grinste noch mehr, total frech. „Soll ich dich vielleicht tragen?!“ Ich wollte gerade etwas erwidern, da legte er sich meinen Arm um die Schultern, hob mich auch schon hoch und hielt mich, ähnlich wie ein Baby, im Arm. Oder wie der Bräutigam seine Braut. „Mach wenigstens mal die Tür auf!“, meinte er als wir vor der Tür standen.
Er trug mich echt, ca. 15 Minuten. Bis Mila kam, aber die sahen wir erst gar nicht. „So Maus, kannst du jetzt wieder allein laufen?“, fragte er und sah mich an.

„Jo!“, sagte ich und er stellte mich auf den Boden. Während er grinste und kurz seine Arme ausschüttelte, kam Mila zu uns. „Soso, Lea tragen und Maus nennen, das hab ich ja gerne!“, meinte sie gespielt eifersüchtig. Ich wusste dass sie es gar nicht so meinte, doch für Tom klang es wohl ziemlich echt. „Mila, das war nur freundschaftlich gemeint, ehrlich!“, entschuldigte er sich. Mila lachte „Weiß ich doch!“, küsste ihn auf die Wange und rannte dann lachend weg. „Boah!“, rief Tom und rannte ihr hinterher, wobei ich total lachen musste. Es sah einfach voll komisch aus, wie er rannte, aber gleichzeitig Hose und Cap festhielt, damit sie nicht runterrutschte bzw. vom Kopf flog. Mir fiel dann aber ein warum ich überhaupt hier war, und ich fing an Bill weiter zu suchen.


 Irgendwann hatte ich bestimmt das ganze Internat plus Hof und Park durch. Ich wollte gerade wieder ins Gebäude rein gehen, als von irgendwo über mir ein Stein oder so etwas runter fiel und neben mir landete. Ich sah hoch doch ich sah nichts. Doch, da war etwas auf dem Dach. Hätte ich mal ’ne Taschenlampe mitgenommen, denn in der Dunkelheit konnte ich kaum was erkennen. Ich traute mich aber auch nicht etwas zu rufen, aber ich wollte wissen was das da auf dem Dach war. Es war auf dem einzigen Stück Flachdach, direkt über dem Eingang, etwa 24 Meter hoch. Doch wie kam ich da hin? Ich lief erstmal alle Treppen hoch. Dann kamen nur noch einzelne große Räume. Neben den Türen hingen z.B. Schilder wie „Computerraum Freizeit“ oder „Bibliothek“ u.a. Dann kam eine Tür ohne Beschriftung. Ich öffnete sie und betrat einen kleinen Raum. In dem stand ganz viel Zeug rum. Ich entdeckte eine kleine Leiter die zu einer Lucke hinaufführte. Die Lucke war offen, ich kletterte durch, und war auf dem Flachdach. Ich sah mich um. Mein Herz fing an wie verrückt zu klopfen, als ich sah, was ich unten auf dem Hof vor dem Eingang nicht erkannt hatte. Da, ganz am Rand vom Dach, die Arme auf den Knien verschränkt, saß - Bill!! Eine seiner vielen Lederjacken lag links neben ihm und er saß da und sah in die Ferne. Ich ging zu ihm und setzte mich rechts neben ihn. Er tat nichts, sah mich noch nichtmal an. „Was machst du denn hier?“, fragte ich leise, doch er senkte nur die Augen. Ich sah hoch in die Sterne. Eigentlich war es hier total romantisch. „Eigentlich wollte ich springen.“, sagte Bill plötzlich leise und mit wässriger Stimme. Ich sah ihn erschrocken an. Er wollte sich umbringen??? „Wieso das denn?“ Er zuckte mit den Schultern. „Na es hat doch eh alles keinen Sinn mehr.“
„Was.“
„Ja alles, mein ganzes Leben halt. Schule zum Beispiel.“
„Aha.“ Ich dachte er wollte sie fertig machen, Abschluss und so.
„Oder das mit uns!“, sagte er noch leiser, sah mich kurz an und sah wieder weg. Nein, wie konnte er nur so etwas denken? „Glaubst du?“, fragte ich. Er nickte. Erst jetzt nahm ich die feuchten Spuren in seinem Gesicht wahr. Hatte er deswegen geweint? Da wusste ich, dass es nur zwei Möglichkeiten gab. Entweder ich zeigte ihm, wie viel mir an ihm lag, oder ich konnte ihn für immer vergessen. Ich rückte ganz dicht an ihn ran und legte ihm einen Arm um. Er zögerte, doch dann ließ er seinen Kopf auf meine Schulter sinken und schmiegte sich an mich. „Du darfst nicht springen, Bill!“ Ich spürte wie etwas auf meinen nackten Arm tropfte und langsam, durch die Schwerkraft bedingt, meinen Arm runter lief und dann lief auch mir die erste Träne über die Wange. Egal. Er seufzte. „Gib uns noch ’ne Chance, bitte!“ Ich flüsterte nur noch, ich konnte nicht mehr. „Gibst du uns denn eine?“, sagte er genauso leise, rückte ein Stück von mir ab und sah mir dann direkt in die Augen. Die nächsten Tränen liefen, bei uns beiden.
„Ich … ich denk schon.“, sagte ich heiser und leise. Er nickte fast unmerkbar und seufzte. Da saßen wir nun verlegen nebeneinander und ich blickte irgendwohin in die Ferne. Und jetzt? Was war jetzt? Ich wusste es nicht. Ich spürte nur dass er mich ansah. Dann rückte er ganz, ganz nah an mich und legte mir den Arm um.

 *aus der Sicht von Mila*
„Wo sind ’n die bloß?“ Während ich begann mir Sorgen zu machen und auch Tom langsam unruhig wurde, lagen Georg und Gustav auf ihren Betten und meinten nur: „Die sind wahrscheinlich irgendwo, wo sie niemand findet …“ Klar, nur keine Hintergedanken, eh.  Aber irgendwie wusste ich, dass das nicht stimmte. Oder? „Boah, komm Mila, wenn die nicht wollen gehen wir die halt alleine suchen!“ Der Vorwurf in seiner Stimme war ja wohl mehr als deutlich. Er stand auf und streckte mir die Hand entgegen, sodass wir gehen konnten. Ich nahm sie, drehte mich noch mal um und sah die beiden sauer an.
„Oh … Georg komm … bevor wir nachher noch als suchfaul gelten!“ Gustav verdrehte die Augen und die beiden quälten sich von ihren Betten runter. Ich grinste Tom an, so nach dem Motto „geht ja doch“. Dann gingen wir los. Erst in den Keller. Wir durchsuchten alle Räume. Nichts. Nada. Null. Keine Spur von den beiden. Oder von einem von ihnen. Wer weiß … vielleicht waren sie ja gar nicht irgendwo zusammen. Aber das bezweifelte ich nun doch stark! Dumm wäre natürlich aber, wenn Georg und Gustav Recht hatten … und die beiden ließen sich mit Absicht nicht finden … besser nicht dran denken! Obwohl … na ja.
Bestimmt ’ne halbe Stunde liefen wir durchs Internat (immerhin war’s verdammt groß und suchten die zwei. Als wir ausm Internatspark raus kamen, waren Gustav und Georg suchfaul. Aber hallo. „Eh … ich geh jetzt zurück! Wir finden die ja eh nicht!“ Sprachs und ging in Richtung Internat. Gustav nickte und ging hinterher. Klasse! Also ehrlich! Unmöglich. „Lass halt nochmal drinnen suchen. Vielleicht sind sie ja wieder da!“, meinte Tom und zog mich hinter den andern beiden her.
Als wir gerade nach oben in unsere Zimmer gehen wollten kam uns dann wer entgegen. Und wer war das wohl? Elea und Bill natürlich. Arm in Arm. Oh … wie sweet. Beide sahen irgendwie verheult aus, aber trotzdem glücklich. Waren die jetzt zusammen? Und wo waren sie gewesen?
„Hey ihr beiden!“, rief Tom und sie kamen zu uns.
„Hi ihr!“, begrüßten sie uns.
„Na … wo wart ihr? Wir haben euch überall gesucht! Seid ihr jetzt zusammen? Kommt ihr mit nach oben?“, überfiel Tom die Zwei erstmal. Doch sie lachten nur.
„Wo wir waren ist doch egal, wir sind ja wieder hier!“, meinte Bill und Elea nickte.
„Hm …“ Tom sah die beiden skeptisch an, doch dann wurde er wieder neugierig. „Seid ihr denn jetzt zusammen?“, bohrte er weiter nach. Grins! Wie so’n Kleinkind!
„Jaa … sind wir oder siehst du das nicht?“, meinte Elea lachend. Ach ne, wie schön. Hatte das mit den beiden doch noch geklappt.
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