By your side-by Shingel

Kapitel 11
*aus der Sicht von Tom*
Ich stand vor der Tür und hörte sie drinnen irgendwas sagen. Was? Keinen Schimmer. Konnte ich nicht genau verstehen. Dann war es ruhig… Oha, oha, oha!!
Ich drehte mich von Bills und meiner Zimmertür weg, und ging. Ich hatte was vor. Ich wusste, dass ich es tun musste. Ich musste ihr die Wahrheit sagen. Ich wusste jetzt, dass mir Mila so viel bedeutete. Ich liebte sie. Und jetzt musste ich Maren die Wahrheit sagen. Das ich nichts von ihr wollte, sie nie geliebt hatte.
Auf ’nem Flur traf ich n paar meiner Kumpels, unter ihnen auch Georg und Gustav.
„Hey, habt ihr Maren gesehen?“
„Hi Tom. Ja die war gerade hier und hat uns nach dir gefragt.“ Ja super. Danke Gustav, sehr ermutigend. Das machte die Sache ja auch so viel einfacher. Scheiße!
Ich ging weiter in Richtung Eingangshalle. Ein paar Flure weiter traf ich sie. Maren!
Komm schon Tom, du machst das jetzt!, ermahnte ich mich.
„Hey Schatz!“ Oh nee, sie hatte mich gesehen. Jetzt kam sie angelaufen, warf sich mir an den Hals und versuchte mir ihre Zunge in den Hals zu stecken. Bäääh! Pfui, Kotz und Igitt! Und was ich dann tat, erstaunte nicht nur sie, sondern mich genauso…- Ich stieß sie weg.
„Bah, Maren! Lass das gefälligst!!!“ Entsetzt sah sie mich an.
„Wieso, was ist denn los? Liebst du mich nicht mehr?“ Ich sah die Tränen in ihren Augen.
Scheiß drauf und tu ’s jetzt!, ermahnte ich mich noch mal. Tu ’s für Mila!!
„Um ehrlich zu sein… nein, ich hab dich noch nie geliebt, Maren. Ich wollte dir das nur nicht sagen, weil ich weiß, dass du alles daran setzen würdest, mich zu kriegen, aber das ist mir jetzt egal.“ Jetzt war ’s raus. Und schon rollten die Tränen. Oh man, war das hässlich, das Mädel! Und vor allem so überhaupt nicht hysterisch…
“Das kannst du doch nicht ernst meinen. Und jetzt sag bloß nicht noch, du willst was von ’ner anderen!“, kreischte sie unter Tränen.
„Doch allerdings will ich das.“
„Mit Sicherheit meinst du diese kleine hässliche Schlampe aus der Siebten!!“ Na warte Mädel, jetzt bist du dran. Du kannst was erleben. Wer hier wohl die hässliche Schlampe war!!!!
„Wenn du Mila meinst, die ist keine Schlampe, und sie ist nicht hässlich! Sie ist wunderschön. – Aber genau DIE meine ich, ja!!“ So Maren, dass das mal klar steht hier. Nichts geht über Mila! Ich sah, dass sie fast völlig am Ende war, aber das war mir egal. Plötzlich huschten ihre Augen nach links und weiteten sich. Ich folgte ihrem Blick! MILA! Oh Klasse…! Aus den Augenwinkeln sah ich gerade noch, wie sie sich umdrehte und wegrannte…
Wie viel hatte sie gehört? Alles? Hatte sie alles gesehen? Ich wünschte es so, dann wusste sie, dass Maren null Chance bei mir hatte.
 Nur, wieso war sie weggerannt? Im selben Moment, als ich sie wegrennen sah, wusste ich, dass ich mit ihr reden musste, über uns, über gestern Nacht. Über alles.
 

*aus der Sicht von Mila*
Ich hörte mich schreien, aber ich nahm es gar nicht wirklich wahr. Ich hatte alles gehört, alles gesehen. Von Anfang an. Jetzt rannte ich hinaus. Auf den Schulhof. Ich weiß nicht wieso. Vielleicht hätte ich bleiben sollen, mit ihm reden sollen…
Er hatte gesagt, er liebt sie nicht. Er hat gesagt, er will was von mir. Er will was von mir. Von MIR! Ich war so glücklich, ich hätte heulen können, vor Freude. Aber ich schrie nur. Gerade wollte ich mich umdrehen, wieder reingehen und Elea alles erzählen. Ich drehte mich um und ER stand vor mir. TOM! Er lächelte schüchtern, aber er sah sooo umwerfend aus. In der weiten Hose, dem weiten T-Shirt und der coolen Jacke, mit seinen Dreads, dem Lippenpiercing und dem Cap. Und das Lächeln. Und erst die Augen. Sooooooo schön. Aber was passierte jetzt? Ich befand mich immer noch in einer Art Trance. So halb. War das gerade echt hier, oder träumte ich das? Wenn es ein Traum war, ich wollte nie mehr aufwachen.
„Hey Mila…“ Also doch kein Traum. Schlagartig war die Trance verschwunden. An ihre Stelle traten Bauchkribbeln und heiße Schauer auf dem Rücken…! Oh man.
„Hey Tom…“ Ich konnte förmlich spüren, wie verknallt ich in ansah.
„Ich… Warum bist du gerade weggerannt?“ Oh man!
„Ich… weiß nicht.“ Oh man! Ich hatte keine Ahnung was ich sagen sollte. Sollte ich ihm sagen dass ich alles gehört hatte?
„Hast du… hast du gehört was ich Maren gesagt habe?“ er flüsterte und kam immer näher. Er stand direkt vor mir jetzt.
„Jaa… alles… jedes Wort und ich hab alles gesehen…“ Ich wollte eigentlich normal reden aber meine Stimme war nur ein Hauchen. Jetzt wusste er es. Was würde er machen? – Er lächelte!!  
„Dann… weißt du es, oder?“ Hääääääääääää? Achso…
„Ich denk schon…“
Schweigen. Er sagte nichts mehr, ich sah ihn an. Er sah mich an.
„Tom… ich eh… ähm… ich… ja-!“ Ich kam nicht weiter. Sanft legte er mir den Zeigefinger auf die Lippen. Er sah mir tief in die Augen. Und kam mir immer näher. Und dann küsste er mich. Ich ihn. Wir uns. Ich vergaß alles. Es war so schön. Mit seinem Pierding war leicht ungewohnt, es kitzelte, aber ich hatte mich sofort daran gewöhnt, und fand s toll.
Die Sekunden wurden zu Stunden. Wahnsinn. Bauchkribbeln a la Tom. Das Gefühl in dem Moment, es war echt unbeschreiblich. Ich spürte, wie die Schmetterlinge, in meinem Bauch, Salti machten. Vor Freude. Vor Glück.
Es gab nur noch Tom. Tom und mich.
Es war zwar nur ein ganz leichter Kuss. Ganz leicht, ohne Zunge oder so, auch nur ganz kurz, aber… abooo!!
„… Könntest du dir vorstellen… also… meine Freundin zu sein? Also so richtig, meine feste Freundin?“ Nee… ich küss grundsätzlich irgendwelche Typen! Ja, Natürlich! Ich wartete seit Tagen nur auf diese Frage.
„Ja…“ Mehr brachte ich nicht raus. Meine Lippen… mein Mund… überall der Geschmack von Tom. Lecker…
Der Blick mit dem er mich dann ansah, war schöner, tiefer und klarer, als alles andere auf der Welt. Tom, mein Freund. Oh, Wahnsinn!
Und dann küsste er mich wieder… und er konnte küssen. Man, man, man. Echt geil!
Eine Viertelstunde später gingen wir auseinander, weil ich mich noch bei der Direktorin melden musste, mein ganzer Mund schmeckte nach Tom und ich war der glücklichste Mensch auf der Welt.
 

Kapitel 12
*aus der Sicht von Elea*
Ich wachte auf, und spürte, dass Bill ganz eng an mich gekuschelt lag. Er schlief noch. Ich sah ihn an. Hach wie süß. Er lag so halb auf mir. Und es tat echt gut, dass er da war. Wie immer.
Dann spürte ich, dass er aufwachte. Schade. Er war gerade wach und wollte was sagen, da ging die Tür auf und ein strahlender Tom kam herein. - Oha, grade war er noch nicht so gut drauf gewesen. Hatte er es Maren gesagt?  
„Ich hab es geschafft. Ich hab’s geschafft, ich hab’s getan!“, sang er vor sich hin.
„Hey Tom, sagst du uns auch, was du getan hast?“ Bill war scheinbar genauso neugierig wie ich. Tom grinste.
„Na ratet mal! Da kommt ihr nie drauf.“ Nie? Glaub ich nicht.
„Hast du es Maren gesagt?“ fragte Bill.
„Jaa… klar, das auch, aber ich mein was anderes! Vieeel, vieeel toller!“ Und er grinste noch mehr. Sollte er etwa? Ich sah Bill an, und er mich. Sofort war mir klar, dass er das gleiche dachte wie ich.
„Tooom… hast du, bist du-“
„Mit Mila zusammen. Ja. Seit gerade. Ich hab sie gefragt. Und ich bin sooo glücklich.“ Den letzten Satz sagte er, war aber scheinbar dabei auf nem anderem Planeten. Total verknallt. Ach, was war das geil. Mila und Tom. Ich freute mich echt total für die beiden.
„Super Tom! Wo ist n Mila jetzt?“
„Die ist bei der Direktorin, ich glaub die will wissen, was mit dir los ist. Ich war wegen Bill vorhin schon da. Aber wir treffen uns gleich wieder…!“ Er lächelte und zwinkerte uns zu. „Ich werd dann auch mal wieder gehen… wir wollen die Kleine ja nicht warten lassen!“ Bill und ich sahen uns an und lachten. Und schon war Tom verschwunden.
„Cool, was?“ Hääääääääääää? Wovon redete er denn jetzt? Achso, Tom und Mila, sicher. Ich war so versunken… in diese wunderschönen braunen Augen. Tut mit Leid.
„Mit Tom und Mila? Ja, aber auf jeden Fall! Die passen gut zusammen. Und ich denk, sie bleiben lange zusammen. Mila wird mir wahrscheinlich heute Nacht alles erzählen. Sie wird so glücklich sein. Wahrscheinlich hat sie sogar Gerrit vergessen-“
„Gerrit?“ Hääääääääääää? Oh scheiße. Ich wollt ’s ihm gar nicht sagen. Egal.
„Ihr Ex. Anfangs hat sie wegen ihm noch geweint, aber sie hat ihn lange nicht mehr erwähnt. Find ich gut, ich mochte den nicht. Hatte immer das Gefühl, er nutzt sie aus.“
„Achso…“ Er sah mich an. Diese Augen… abooo. Dann nahm er mich in den Arm. Es war so toll. Wir kannten uns noch nicht wirklich lange, aber ich vertraute ihm. Und zwischen uns war schon voll die dicke Freundschaft entstanden, man konnte es richtig spüren und sehen…
Später am Nachmittag kamen Georg und Gustav vorbei. Mir ging’s schon viel besser. Bill scheinbar auch. Wir alberten rum, lachten viel, und hatten Spaß.
Ich fragte mich, wo Tom und Mila waren. Ich wollte mit ihr reden, aber ich konnte verstehen, dass sie jetzt erst mal mit ihrem Schatz zusammen sein wollte. Sie würde es mit ja eh sagen. Später.
 

*aus der Sicht von Tom*
Ich wartete vor dem Direktorat. Auf SIE. Auf Mila. Auf meine Freundin. Was für geile Wörter. Da kam sie aus dem Zimmer. Ach ja. Mein Stern … so schön. Ich ging auf sie zu, sie lächelte.
„Hey mein Schatz.“, sagte sie und grinste mich an. Wir umarmten uns. Seit wir zusammen waren, war der heiße Schauer auf dem Rücken, genauso extrem, aber noch schöner. Und irgendwie, ging er gar nicht mehr richtig weg. Ich gab ihr n Kuss.
„Hey Süße… und was machen wir jetzt?“
„Weiß nicht, aber zu den anderen… will ich jetzt eigentlich nicht.“ Hach, wie sweet… hatte genau die gleiche Meinung. Ich wollte es Bill alleine erzählen. Was passiert war. So nett und lieb Elea war, und so sehr ich sie auch mochte. Wollte ich DAS lieber meinem Bruder alleine erzählen. Mila, denk ich, würde es Bill auch nicht erzählen.
„Ja lass uns einfach irgendwo hingehen.“ Ich nahm sie an die Hand und ging mit ihr raus. In den Internatspark… Dort setzten wir fort, was wir letzte Nacht nicht geschafft hatten. Irgendwann lagen wir auf ’m Boden. Sie in meinem Arm. Verdammt, das war echt der geilste Tag seit langem…
 

Kapitel 13
*aus der Sicht von Elea*
Sie erzählte mir alles, bis ins letzte Detail, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, sie was nicht bei mir. Sie war woanders. Mit den Gedanken noch bei Tom. Und sie war so glücklich. Sie lachte, strahlte, und hatte Spaß – genau wie Tom.
Am nächsten Tag abends – Bill und ich waren wieder halbwegs gesund – waren die Jungs unten im Keller und spielten Billard oder Kicker. Mila und ich waren noch oben, wollten aber jetzt auch nach unten gehen.
Gerade bevor wir die Tür öffneten, hörten wir drinnen Gustav etwas sagen, dass uns warten ließ.
„Jetzt sag doch mal, was mit Mila war gestern, Tom.“ Hääääääääääää?
„Ne… sag ich euch nicht. Ist ne Sache zwischen mir und ihr.“ Oha!! Und Bill wusste nichts? Hm.
„Bill hast du s bestimmt auch gesagt.“ Kam sofort der Einwand von Georg.
„Ja hab ich, aber reicht euch das nicht, wenn ich sage, wir sind zusammen…?!“ Der Typ blieb bei seiner Entscheidung, schade. Hätte gerne Mal gewusst, wie Tom die ganze Sachen sah… musste ich halt Bill fragen.
„Hm… und was ist mit Maren jetzt? Was geht da mit euch beiden ab?“ Oh weh… Ich guckte Mila in dem Moment mal lieber nicht an.
„Ach mit der Dummen…! Was soll da schon gehen. Immerhin ging da nie was. Das Mädel geht mir total am Arsch vorbei. Sie ist echt ätzend. Und hässlich. Die kann mit Mila echt nicht mithalten. Außerdem nervt die so. Voll die Klette. Die soll mich und Mila einfach in Ruhe lassen!“ STRIKE! Das nenn ich dann mal: 1:0 für Mila. Hardcore…
Es war echt scheiße gewesen heute. Mila hatte sich von Maren Sachen anhören müssen, die waren echt nicht mehr jugendfrei. Von wegen sie wär’ ne dumme Schlampe, und Tom würde sie nur ausnutzen. Sie wär’ n Flittchen… und schlimmere Sachen. Und wenn Blicke töten könnten, würd ’s Mila jetzt nicht mehr geben. Die hatte geguckt, immer wenn die beiden sich umarmten, oder küssten… oder rumknutschten. Und ich mein, das macht man ja mal öfter wenn man zusammen ist. -  Aber Tom hatte Maren einfach ignoriert. Und ich hoffte sie ließ das sein.
 

*aus der Sicht von Mila*
Wir konnten hören, dass die drinnen weiter spielten und gingen rein.
„Hey ihr…!“ Tom küsste mich zur Begrüßung. Innig. Schön. Elea umarmte Bill. Dann umarmte ich Bill kurz und Tom Elea. Dann setzten Elea und ich uns auf ne Couch neben dem Billardtisch und guckten den Boys beim Spiel zu. War nicht ganz so interessant. Aber das Spiel war eh fast zu Ende.
Und dann war es zu Ende. Tom kam auf mich zu. Nahm mich in den Arm. Dann ließ er mich los. Ich sah ihn an. Da griff er meine Hand sagte „Komm mal mit.“ Und zog mich mit. Raus aus dem Keller. Weg von den anderen. Nach draußen. Was wollte er denn so spät noch draußen? Egal, ich wär ihm wahrscheinlich überall hin gefolgt.
Hääääääääääää? Er ging weg vom Internat?! In Richtung Stadt. Wie cool! Ich dachte gar nicht daran, dass es verboten war, so spät weg zu gehen. War mir egal. Außerdem war es ja auch noch nicht sooooo spät.
Und es wurde so geil. Wir gingen Eis essen. Sau lustig. Legga… nicht nur das Eis, wenn man anmerken darf.
 

*aus der Sicht von Bill*
Halb elf. Sie waren schon so lange weg. Wir hatten sie überall gesucht, und nirgends gefunden. Mila hatte ihr Handy nicht mit, Toms war ausgeschaltet.
Irgendwann kam uns die Idee, die beiden waren nicht mehr auf dem Gelände. Wir gingen los. Aber wir konnten es keinem sagen. Erst mal Richtung Stadt. Und wer kam uns auf halbem Weg entgegen? Mila und Tom. Arm in Arm. Ganz langsam. Na super!
„Hey Bill, Elea. Was macht ihr n hier?“ Das fragten die ehrlich noch? Lachhaft.
„Euch suchen… wo wart ihr? Die machen im Internat schon die Runden!“
„Oh Scheiße, ist das schon so spät?“ Ne Mila, überhaupt nicht, ist ja auch nicht etwa dunkel oder so!
Wir rannten zum Internat zurück. Doch zu spät. Wer stand vor m Eingang und erwartete uns? Die „Nachtwache“! Mist verdammter.
Als wir eine Viertelstunde später aus dem Zimmer der Direktorin kamen, waren wir so kleinlaut wie noch nie. Wir wären dumm. Wir hätten sämtliche Regeln gebrochen. Sie würde unseren Eltern Bescheid sagen. Und wenn wir uns so etwas noch mal erlaubten, gab s Strafarbeiten. Und die konnte schreien, aber hallo! Unglaublich. Tom und Mila sagten gar nichts mehr. Sie verabschiedeten sich, mit m Kuss, natürlich. Tom könnte ja sonst niemals schlafen… Dann gingen sie in ihre Zimmer. Ich wartete mit Elea auf m Flur.
„Na, das haben die beiden ja super hingekriegt.“ Sie sah mich an. Irgendetwas war komisch an diesem Blick.
„Bill, sag nicht, du würdest so was nicht machen? Scheiß doch auf die Regeln. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass das mit den beiden so ist. Stell dir vor, sie würden sich nicht mehr verstehen. Was würden wir dann machen?“ Auch wahr…
„Auch egal. Gute Nacht!“ Und dann ging ich. Ließ sie stehen.
 

*aus der Sicht von Mila*
Am nächsten Morgen war der Ärger, den wir bekommen hatten, schon vergessen.
Im Nachhinein, muss ich gestehen, find ich das ganze echt lustig.
 Bevor der Unterricht anfing, saß ich mit Tom noch auf m Schulhof rum. Ich auf seinem Schoß und er küsste mich. Hach ja. Sooo legga seine Küsse… Tausend mal besser als alles andere.
Später inner großen Pause standen Tom und ich auf m Flur. Er hielt mich in seinen Armen. Fest und Sanft. Und wir küssten uns. So heftig. So schön. Und dann konnte ich spüren, wie seine Hände von meinem Rücken langsam nach unten wanderten… So lieb und frech gleichzeitig. Schüchtern war er in solchen Dingen nun wirklich nicht. Im Gegenteil. Seine Hände blieben auf meinem Hintern liegen. Schien ihm zu gefallen… okay, ne, mir auch… - Plötzlich spürte ich, wie seine Hände von mir fortgerissen wurden. Er küsste nicht weiter…
MAREN! Oh nee!
Sie legte Toms Arm um ihre Schulter. Und er, war wie in Trance.
„Das ist meins! Das kriegst du nicht!“ Und zog ihn mit sich. Und er? Er tat nichts. Warum nur? War schon wieder alles vorbei? Spielte er mit mir? Nein, das konnte nicht wahr sein. Bitte nicht.
Auf einmal riss Tom sich los und knallte Maren eine. Yeah! Dann schrie er sie an: „Tu das nie wieder! Halt dich aus meinem Leben raus!!“ Strike!! Wie geil. 2:0 für mich würd ich sagen.
Dann drehte er sich um und kam auf mich zu.
„Mila, ich… ich wollte das nicht. Ich hasse sie… du, du musst mir glauben!“ Er klang verzweifelt. Und in seinen Augen war irgendwas… hatte er etwa Angst, ich würde Schluss machen? Wie sweet.
„Hey, Tom. Beruhig dich. Ist doch alles gut.” Ich lächelte ihn an und küsste ihn kurz. Er lächelte erleichtert zurück.
Ich nahm ihn, mit einem Blick auf Maren, die uns halb weinend beobachtete, an die Hand und zog ihn weg. Weg von Maren.
Wir standen auf dem Schulhof bei Bill und Elea, den ganzen Rest der Pause und machten da weiter, wo wir von Maren unterbrochen worden waren…
 

Kapitel 14
*aus der Sicht von Bill*
Am nächsten Tag wollten wir shoppen gehen. Zu Viert. Na ja, das heißt zu dritt, weil Tom nur wegen Mila mitging. Er hasste Shoppingtouren mit mir.
„Ich hab aber immer noch keine Lust?“ motzte er rum als wir losgingen.
„Wieso denn nicht?“
„Ja wartet ’s ab! Wenn ihr einmal mit Bill shoppen wart, habt ihr auch keine Lust mehr.“
Na danke auch so.
Wir gingen in jeden Laden. Tom war nur so lange guter Laune, wie er Küsse von Mila bekam, die irgendwann auch die Geduld verlor, mit Elea und mir durch die Geschäfte zu rennen und in jedem tausend Sachen zu kaufen.
„Eh, Mila, lass uns hier noch rein!“ Elea hielt am Unterwäscheladen an. Tom schien augenblicklich Lust aufs Shoppen zu bekommen.
„Ja genau, gehen wir da rein!“, meinte er und Mila grinste und ließ sich von ihm in den Laden ziehen.
Im Laden bekam ich mal wieder richtig zu Gesicht, wie frech und selbstbewusst Tom war, wenn’s um Beziehungen ging. Ging er tatsächlich zu Mila hin und fragte sie, welchen –Tanga sie denn mögen würde.
„Den? … Oder den? … Also ich fänd den sexy.“ Mila grinste und Elea lachte sich halb schlapp, während ich das eher n bisschen peinlich fand.
Doch Mila sah ’s cool, nahm zwei Boxershorts ausm Regal und konterte.
„Die? Oder die? Also ich fänd die sexy!“ Jetzt lachte ich mich mit Elea zusammen schlapp. So geil. Tom grinste und meinte nur: „Bah, ne, nicht mein Ding, außerdem sind wir ja auch wegen dir hier.“
Nachdem Elea und Mila dann fertig waren gingen wir auch wieder nach Hause. Elea und ich mit Tüten bepackt, Mila mit nur n paar Sachen und Tom ohne was. Aber es war lustig gewesen.
 

*aus der Sicht von Tom*
Wir kamen vom Shoppen wieder und wollten uns im Keller wieder treffen. Ich war mit Mila schon runter gegangen und Elea kam auch kurz danach. Bill hatte noch keine Lust. Aber er versprach, inner halben Stunde auch spätestens da zu sein. Ich spielte Billard gegen Georg, Gustav saß mit Elea und Mila auf der Couch und gab seine witzigen Bemerkungen ab.
Als Bill nach ner dreiviertel Stunde immer noch nicht da war, ließ ich Gustav für mich weiterspielen. Bevor ich ihm scherzhaft verboten hatte, sich für jede Kugel, die er rein machte, n Kuss bei Mila abzuholen. So wie wir das aus Spaß machten.
Bill war nicht oben. Ich fragte Leute, die ich traf. Keiner hatte eine Ahnung. Man. Wo war der nur? Es war nicht seine Art, weg zu sein. Vor allem, ohne dass es einer merkte. Er sah immerhin auffällig genug aus, darum kannten ihn auch viele. Ich begann mir Sorgen zu machen. Wo mochte er sein? Und: wieso hatte ich dabei so ein komisches Gefühl?
Ich lief zurück in den Keller. Oder besser, wollte laufen. Ich lief um die nächste Ecke und stieß mit Bill zusammen.
„Eh, Man! Bill… Wo warst du?“ Hääääääääääää? Wie kam er denn jetzt hier her?
„Ich war oben. Hab voll die Zeit vergessen. Sorry, Tom.“ Hey, Moment, ich kam doch gerade von oben… Hatten wir uns ehrlich verpasst? Hm.
Wir gingen zusammen nach unten. Nein, ich schleifte Bill mit, weil er keine Lust hatte.
Er blieb nicht lange unten. Irgendwas stimmte nicht. Ich spürte das. So wie er spürte, wenn mit mir was nicht stimmte. Er redete kaum. Und selbst wenn er redete, schwieg er zu viel. Er starrte vor sich hin.
Er lachte zwar, wenn was lustig war, aber er spielte nicht mit. Er sah fast niemanden an. Irgendwas war da los. Irgendwas stimmte nicht. Irgendwas war passiert. Ich wusste es, aber ich wusste nicht was.
 

Kapitel 15
*aus der Sicht von Mila*
Der nächste Tag verlief eigentlich sau geil. Keine Maren nervte mehr.
Tom hatte mir erzählt, dass er meinte, irgendwas stimmte mit Bill nicht. Und er hatte Recht. Er redete kaum noch mit einem von uns. Hauptsächlich nicht mehr mit Elea. Elea war auch ziemlich ruhig.  Ich fragte mich, ob zwischen den beiden was vorgefallen war. Irgendetwas, das beide zwang, so komisch zu sein. So aufgesetzt. So schlecht geschauspielert. Aber als ich versuchte Elea zu fragen, bekam ich keine Reaktion. Sie sah mich komisch an und ich gab s auf. Hoffnungslos. Aber wieso? Tom und ich hatten keine Antwort.
Nachmittags standen wir in Toms und Bills Zimmer und knutschten heftig rum. Tom küsste mich, Mund, Hals wieder Mund. Geil. Und er strich mit seinen Händen sanft über meinen Rücken und meinen Hintern. Wow! Der hatte das echt drauf!
Irgendwann merkte ich, wie seine Hand sich unter mein T-Shirt schob und immer höher wanderte bis sie auf meiner Brust liegen blieb. Irgendwann hörte er auf mich zu küssen und sah mich an. Sein Cap hatte er irgendwie beim Knutschen abgetan. Jetzt hingen ihm seine Dreads ins Gesicht. Wie hot.
Er küsste mich und auf einmal merkte ich, wie er begann mir langsam mein T-Shirt auszuziehen. Ich löste mich von ihm, setzte mich auf und sah ihn an. Und man sah, das er erregt war… heiß. Voll wie Latte hatte der! Und jetzt sah er mich verwundert und fragend an.
„Tom… ich-“ Er legte mir den Finger auf die Lippen. Ich sah, wie er schluckte.
„Ist in Ordnung Mila. Ich will dich zu nichts zwingen was du noch nichts willst…“ Aber er sah leicht traurig aus, als er versuchte mich anzulächeln.
„Danke Tom!“ Ich küsste ihn sanft, strich ihm über die Wange, lächelte ihn an und ging. Weil ich wusste, dass es besser war, wenn er jetzt alleine war. Ich hoffte, dass das zwischen uns jetzt nicht anders wurde… aber ich war halt noch nicht so weit!
 

*aus der Sicht von Tom*
Hoffentlich hasste sie mich nicht dafür. Dafür, dass ich s tun wollte… getan hätte. Es war so geil, bis sie – alles an ihr war geil. Sexy. Hübsch. Und sie war so cool und nett und lieb und süß… Ich hätte sie nie zwingen können. Aber ich hätte so gerne… einfach mit Mila. Ich brannte darauf. Schön und gut. Wir machten ja verdammt heiß rum, aber ich wollte einfach mehr. Wollte alles. Von ihr. Mit ihr. Einfach alles. Spüren, sie spüren. So weit wie s geht. Das war ich schon hatte, hatte mich so… erwartungsvoll… gemacht. Es war einfach nur geil. Und wenn wir miteinander geschlafen hätten, wär s wahrscheinlich das geilste was es gibt. Aber ich wollte nicht mehr darüber nachdenken, ich wollte es tun. Aber vielleicht wollte sie überhaupt nicht mit mir?! Das war das, wovor ich am meisten Angst hatte. Dass sie mich nicht so sehr wollte, wie ich sie.
Ich dachte an das, was passiert war, bevor…! Daran was zwischen uns war, was ich hatte fühlen und spüren können. GEIL! Ich konnte es schon wieder spüren… wie sie mich sogar anmachte, wenn sie nicht da war. Ich merkte, wie mir heißt wurde. Dass sie zwischen meinen Beinen das abspielte, was vorhin auch passiert war. Das ich das ganze noch mal durchspielte. Oh man, konnte die Frau einen heiß machen. Es war fast so, als würde zwischen meinen Beinen alles brennen und der Rauch würde aufsteigen… auch wenn s kein Rauch war, was da aufstieg.
„Eh, Tom, an was denkst du gerade?“ Oh scheiße, Bill!
„Ehm, Mila…“ Reichte das nicht auch? Doch ich spürte, wie ich rot wurde, und ich wusste, dass er meine Latte sah!
„Tom, haben du und Mila-“
„Nein, eben nicht!“ Scheiße!
Ich drehte mich um und starrte die Wand an. Aber die konnte mir auch nicht helfen…
 

Kapitel 16
*aus der Sicht von Tom*
 Heute gab s Party im Keller. Mit n paar vielen Leuten. Stimmung war auch anfangs sau geil, aber halt nur anfangs. Mila und ich knutschten wieder voll heiß rum. Und tanzten oder so…!
Irgendwann stand sie bei Bill und Elea und redete über irgendwas. Ich musste an neulich denken. Wo wir fast… war sie irgendwann so weit? Mit mir?! Ich beobachtete sie, wie sie dort stand, lachte, ihre Haare aus dem Gesicht strich. Wie ihre Bewegungen waren… jedes kleinste Detail an der Frau schien irgendwie besonders zu sein. Hach ja.
Ich spielte noch mit n paar Kumpels ne Runde Billard, dann ging ich zu Mila. Vielleicht…?
„Hey Mila, Süße!“ Ich setzte mich neben sie und legte ihr den Arm um. Meins!
„Hi…“ Oh, die hatte auch noch genauso viel Lust auf Party wie ich. Oder war s was anderes?!?
„Was n los?“ Irgendwas, was ich wissen müsste? Ich mein, so als ihr Freund? War irgendwas? Musste ich mir jetzt Sorgen machen? Bitte nicht, das wollte ich ja jetzt mal so gar nicht.
„Ach nichts, aber ich find s hier mega langweilig.“ Meinte sie und verdrehte die Augen. Achso, und ich dachte schon, es lag an mir. Ich sagte nichts mehr. Wir saßen einfach nur da und sahen den anderen beim Spaß haben zu. Wir laberten kurz mit Elea und Bill, die auch nicht mehr so wirklich Lust hatten. Und warum gingen wir dann nicht einfach? Allein die Musik war voll der Scheiß! Hatten die denn nichts Tolles?
Mila redet irgendwann noch kurz was mit Elea, was ich nicht wirklich verstand aber Elea gab Mila daraufhin den Zimmerschlüssel und meinte: „Aber schließ nicht ab! Sonst komm ich nachher nicht rein.“ Aber sie lachte dabei. Mila nickte und ich sah wie sie den Schlüssel in ihre Hosentasche steckte.
Irgendwie stand ich dann auf und ging zu ihr hin. Ohne ein Wort nahm ich ihre Hand und nahm sie mit hinaus aus dem Keller. Vielleicht ja doch… n Versuch war s wert!
 

*aus der Sicht von Mila*
Wir gingen weg von den anderen. Tom zog mich sanft die Treppen hoch. Schließlich standen wir vor Eleas und meinem Zimmer. Tom nahm mir den Zimmerschlüssel ab, den ich aus meiner Hosentasche geholt hatte, und schloss auf. Als wir drin waren, schloss er wieder ab. 
„Tom, was hast du vor?“, fragte ich.
„Endlich mal wieder mit dir allein sein!“, sagte er und warf den Schlüssel auf meinen Schreibtisch. Dann kam er, liebevoll lächelnd, auf mich zu und fasste meine Hüfte mit den Händen. Zog mich an sich. Küsste mich. Wir küssten uns. Seine Hände wanderten auf meinen Hintern, während meine unter sein T-Shirt und über seinen Rücken wanderten. Daraufhin befanden sich seine Hände wenig später unter meinem Shirt. Wir lösten unsere Lippen voneinander doch unsere Hände blieben, wo sie waren. Er sah mich fragend und erwartungsvoll an. Ich horchte in mich: Ja, ich war bereit.
Ich grinste kurz, er lächelte mich etwas schüchtern und total lieb an. Wir küssten uns wieder und tapsten dabei langsam zum Bett. Er nahm seine Hände unter meinem T-Shirt hervor und begann ganz langsam es mir auszuziehen. Sein T-Shirt war leichter auszuziehen, da es ja viel weiter war als meins. Seine Hose war noch einfacher und wir schafften es auch, mir meine Hose ohne Stress auszuziehen. Mittlerweile lagen wir schon im Bett. Boah, war ich aufgeregt.
„Brauchst keine Angst zu haben, ich tu nichts, was du nicht wirklich willst, okay?“, flüsterte Tom, während er sich an meinem BH zu schaffen machte. Er sah mich total lieb an. Ich konnte bloß nicken. „Und bitte, bitte sag wenn was ist, ja?“, bat er. Ich nickte nur wieder. Wir küssten uns wieder. Irgendwann lagen wir splitternackt zusammen unter der Bettdecke. Tom küsste mich. Mund, Hals, Gesicht, Mund… dabei „kletterte“ er immer weiter auf mich. Schließlich lag er auf mir, stützte sich aber mit den Händen noch neben mir auf dem Bett ab. Wir sahen uns tief in die Augen. Ich wusste, ich durfte nicht verkrampfen und Angst haben. Aber keines von beiden traf zu. Nicht bei Tom. Ich fühlte mich bei ihm so sicher.
Wir atmeten noch mal tief durch und lächelten uns an. Ja. Und dann passierte es tatsächlich. Ich spürte es genau. Ich spürte Tom. Bei mir. Wie er langsam in mich eindrang. Es tat nicht weh. Nein, ganz im Gegenteil. Es war schön.
Doch plötzlich erschrak ich. Verhüteten wir? Ich blickte zur Seite und sah auf dem Boden eine leere Kondom- Verpackung liegen. Glück gehabt. Tom küsste mich und fing mit irgendwelchen Bewegungen an. Ich hatte keine Ahnung, ich versuchte es einfach auch mal. Ich schien es sogar richtig zu machen, denn als ich die Augen öffnete und wir uns nicht mehr küssten, hatte Tom die Augen geschlossen und ein Lächeln auf den Lippen. Er fand es also auch gut. Ich machte einfach mal mit, was er tat. So wurden unsere…  ja, Bewegungen, langsam schneller, dann wieder etwas langsamer – aber stärker- und dann stöhnte er ein paar Mal. Gefühlvoll. Es war total schön, er genoss es, ich genoss es.
Doch dann war auch schon wieder vorbei. Nachdem das Kondom im Mülleimer lag, lag Tom auf mir. Ich dachte darüber nach, was gerade passiert war. Es war schön gewesen. Ja. Ich küsste Tom auf die Haare und streichelte ihm sanft über den Rücken. Er lächelte. Und ich stellte fest, dass er schlief. Macht nichts. Ich schloss die Augen. Und ich war so hammer- glücklich!
 

*aus der Sicht von Tom*
Man. Es war echt passiert. Ich hatte mit Mila geschlafen. Und es war so geil gewesen. Auch wenn es ihr erstes Mal gewesen war. Meins nämlich nicht. Eher… so… mein Drittes. Joa. Aber bis jetzt das Beste. Jaaaaa… ich hab halt von Anfang an gewusste, dass die Kleine was drauf hat. Aber ich meinte es echt ernst mit ihr. Da war ich mir ganz sicher. Sie war nämlich nicht nur gut im Bett (wette, sie wurde noch besser!), nein. Sie war total hübsch und sah hammer geil aus. Schöne Augen… gute Oberweite… geiler Arsch… perfekt. Und außerdem stimmte ihr Charakter ja auch!
Vielleicht ist sie echt meine große Liebe, dachte ich, als ich ihr vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht strich. Ich lag immer noch auf ihr. Es war 11 Uhr. Sonntagmorgen. Mila schlief noch. Ich bekam dieses Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht. Ich weiß nicht. Ich war einfach nur glücklich. Zufrieden. Froh, dass ich sie alle hatte. Bill, Gustav, Georg und Elea und meine anderen Freunde. Und Mila. Denn ohne sie, das wusste ich jetzt, ohne sie wollte ich nicht mehr leben.
 

Kapitel 17
*aus der Sicht von Elea*
„Aufstehen!“ Hääääääääääää? Was war los?
„Bill! Elea!“ Ich blinzelte und blickte in Georgs grinsendes Gesicht. Dann zog jemand, wahrscheinlich Gustav, die Jalousien hoch. „Neeein!“, murmelte Bill verschlafen. Sprachs und kuschelte sich ganz, ganz eng an mich, legte einen Arm um meine Hüfte und vergrub seinen Kopf in meiner Kopf- Schulter- Brust- Gegend. Ich musste lächeln. Fühlte sich gut an, ihn so nah bei mir zu haben. Georg grinste frech und Gustav pfiff durch die Zähne. „Boah! Denkt nicht immer sofort so was!“, meinte ich und wollte aufstehen. Doch Bill gab verschlafen einen protestierenden Laut von sich und hielt mich sanft an der Hüfte fest, kuschelte sich noch ein bisschen mehr an mich. Ich seufzte. Georg und Gustav gingen genervt. Ich lächelte Bill an, der mich, immer noch verschlafen, ansah. Dann lächelte er auch. Wir lagen lange so da und sahen uns in die Augen… Wahnsinn!!!
Doch plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Bill rückte ruckartig von mir weg, als ein Typ, der ungefähr in seinem Alter war, in der Tür stand.
Ich musste immer noch daran denken. Wieso tat er das? Ich lag in seinem Bett und er kam aus dem Bad, fertig gestylt und weg war er. Ohne ein weiteres Wort. Ohne einen weiteren Blick. Es tat so weh. Noch vor 5 Minuten hatte er neben mir gelegen und mich nicht loslassen wollen. Und jetzt war er einfach gegangen. Ich spürte, wie mit Tränen über die Wangen liefen. Ich kuschelte mich in Bills Bett und heulte weiter. Sein Kopfkissen roch nach ihm. Sooooooo… gut.
„Was machst du denn hier?“ Das war Tom. Da saß er auch schon neben mir und streichelte mir tröstend über den Rücken.
„Hey… Lea… was n los?“, Er klang echt besorgt. Ich erzählte es ihm. Alles. „Sag, kann ’s sein, dass du in Bill bist?“, fragte er schließlich vorsichtig. Ich nickte nur.
Er nahm mich in den Arm. „Weißt du, ich hab schon seit längerem das Gefühl, dass mit Bill was nicht stimmt. Aber ich glaub, irgendwie macht er das nicht extra!“ Ich zuckte nur mit den Schultern. „Hey, das wird schon!“, meinte er und strich mir übers Haar. Danke, Tom.
„Was habt ihr eigentlich gemacht? Ihr wart gestern auf einmal nicht mehr da!“, fragte ich. Toms Grinsen gab mir die Antwort.
„Oha!“ Sie hatten es echt getan. „Wars wenigstens gut?“, fragte ich frech. „Jaaaaa!“, sagte er gedehnt. „Aber mehr sag ich dir nicht!“ Ich wollte es auch lieber nicht wissen.
Als ich etwa eine Stunde später mit Mila in die Cafeteria runter wollte, kamen wir am Eingang des Internats vorbei. Da hörten wir einen Schrei, der verdammt Ähnlichkeit mit Bills Stimme hatte. Wir rannten nach draußen und blickten über den Schulhof. Schon wieder ein Schrei. Wir rannten in die Richtung aus der er kam und blieben dann erschrocken stehen. D
Da lag Bill auf dem Boden, zusammengekauert. Neben ihm stand der Typ, der vorhin ins Zimmer gekommen war und Bill gesagt hatte, er solle in 5 Minuten auf dem Schulhof sein. Jetzt schlug er auf Bill ein und trat ihn und alles Mögliche. Bill blutete schon am Kopf, Platzwunde, und hatte keine Chance sich zu wehren. Ich sah, dass er verheult war, sein Kajal war total verschmiert im ganzen Gesicht.
„Ich hab die gesagt, du sollst sie in Ruhe lassen, sie gehört mir, du hast Elea nicht verdient!“ Ach du Shit! Sollte das etwa… ich meine hieß das… „Lea, ich glaub die streiten wegen dir!“, sagte Mila. Ich nickte, doch ich wollte das nicht. Bill… ich musste ihm helfen.
„Bill!“, rief auf einmal jemand. Tom!! Zum Glück. Er lief genau auf die Typen zu, doch der eine Kerl stieß ihn so brutal zurück, dass Tom taumelte und Mila schnell hinrannte um ihn noch gerade so eben aufzufangen. „Sag deinem kleinen schwulen Bruder, er soll die Finger von meiner Braut lassen!“, motzte der Typ.
„Bill ist nicht schwul!“, schrie ich. Hallo? Nur weil er sich die Augen schminkte und etwas zerbrechlicher als andere Jungs wirkte??
„Welche-“, rief Tom, doch als er sah, dass der Typ mich ansah, verstummte er sprachlos.
„Hey Sü-“, wollte er loslegen, doch ich schnitt ihm das Wort ab.
„Vergiss es! Ich bin nicht deine Braut! Und lass Bill in Ruhe!“, schrie ich. Er grinste widerlich.
„Das werde ich! Sobald du einsiehst, dass du zu mir gehörst!“ Bah! Nie im Leben! „Nie!“, rief ich entschlossen. Daraufhin verpasste er Bill einen heftigen Tritt DAHIN und als ich zu Bill wollte noch einen in den Magen. Bill schrie auf und zog sich zusammen. Er blutete noch immer.
Da heilten mich Tom und Mila fest. „Lass es! Du siehst doch, was er sonst mit Bill macht!“, meinte Mila leise und ich sah zu Bill, wie er da lag, heulend, blutend, schmerz-habend. Ich wollte mich losreißen, doch sie hielten mich zurück. „Lea!“, meinte nun auch Tom. Ich sah sie an, dann Bill, dann den Typ. Dann riss ich mich los, der Kerl trat auf Bill ein, Bill schrie, Tom und Mila riefen „Lea!“ und ich wollte nur noch zu Bill. Doch der Kerl hielt mich auf. Er wollte mich echt küssen. Doch ich knallte ihm eine und beugte mich zu Bill runter. Er drehte vorsichtig den Kopf zu mir. „Lea, ich darf das nicht, du darfst das nicht, wir dürfen nicht-“, schluchzte er. „Doch Bill!“ Er schüttelte den Kopf. Ich nickte. Wir sahen uns an. Er zitterte. Er tat mir so derbst Leid. Er lag da auf m kalten Boden, nur in T-Shirt und Hose, er blutete, hatte Schmerzen und…
Ich setzte mich neben ihn und hob ihn in meine Arme. Dabei zog er vor Schmerzen die Luft durch die Zähne. Doch dann ließ er erschöpft seinen Kopf auf meine Brust sinken und schloss die Augen. Sein Gesicht war voll Blut. Sein Shirt. Meins auch. Der Boden ebenfalls. Ein paar Strähnen seiner Haare waren ebenfalls blutverklebt. Aber das machte mir nichts aus. Ich hätte ihn auch gerne so geküsst. Doch dazu kam ich nicht, denn da kamen Tom und Mila plus Schulkrankenschwester angerannt.
 

Kapitel 18
*aus der Sicht von Elea*
Als ich die Tür vom Krankenzimmer schloss und mit Mila und Tom auf unser Zimmer ging, kamen mir zwei Mädchen entgegen. Ich schätzte sie so 8. oder 9. Klasse ein.
„Bist du mit Bill Kaulitz zusammen?“, fragte mich die eine und die andere lächelte Tom an. Der lächelte kurz zurück und legte dann demonstrativ den Arm um Mila, sodass sich das Mädchen enttäuscht abwandte.
„Nein, wieso?“, antwortete ich dem Mädchen.
„Weil er nämlich mir gehört!“, meinte sie schnippisch. Ich sah sie erstaunt an.
„Bis Bill was von dir will, muss aber noch ein großes Wunder geschehen!“, meinte Tom zu ihr. Ihr fiel die Kinnlade runter, als er dann auch noch meinte, dass Bill sich nie mit so einer wie ihr abgeben würde.
„Nicht, wenn er dich haben kann!“, sagte Tom zu mir, als wir weitergingen.
„Im Ernst?“, fragte ich ungläubig.
„Lea!“, riefen Tom und Mila zeitgleich.
„Was denn?“, fragte ich.
„Bill ist total in dich verknallt, hundert pro!“, meinte Tom.
„Hat er dir das gesagt?“, wollte ich wissen. Tom stöhnte genervt.
„Nein. Aber ich spür das, und außerdem warum hätte der Kerl ihn sonst verprügelt, wenn er keine Konkurrenz wär?“ Keine Ahnung. Ich zuckte mit den Schultern.
„Siehst du“, grinste Mila.
„Hm“, machte ich nur.
Die beiden stöhnten genervt uns setzten sich auf Milas Bett.
Dort blieben sie die nächsten Stunden kuschelnd, knutschend und lachend liegen, während ich auf meinem Bett saß und versuchte ein Buch zu lesen. Ja, eben, versuchte. Ich musste an Bill denken. Ob er wirklich was von mir wollte. Wie das wäre mit ihm zusammen zu sein…
Es klopfte an der Tür und Bill lehnte müde im Türrahmen. Ich legte mein Buch zur Seite und nahm ihm erstmal in den Arm. Da standen wir ganz lange, hielten uns gegenseitig im Arm und sagten gar nichts. Mein Herz klopfte so sehr, und ich war mir sicher, dass er es spürte… den ich spürte seins, so nah standen wir voreinander, so fest drückten wir uns an uns. Ich hatte die Augen geschlossen und genoss es, das er da war. Dass ich ihn riechen, fühlen, halten konnte. Irgendwann ließen wir uns dann aber doch los. „Wow!“, raunte Tom. „Ich dachte schon, ihr wärt aneinander gewachsen!“, meinte Mila.
Daraufhin zog Bill mich aus dem Zimmer und wir gingen in sein Zimmer.


„Ich durfte eigentlich gar nicht kommen“, meinte er leise. „Ich soll nämlich eigentlich schlafen.“ Ich schüttelte grinsend den Kopf.
In seinem Zimmer zog er sich schnell aus (ich guckte dabei aus dem Fenster!) und legte sich ins Bett.
Nach nur 10 Sekunden meinte er: „Lea?“
„Hm?“
„Ich kann nicht schlafen.“ Ich musste lachen. Wie er das gesagt hatte, voll sweet. Ich setzte mich zu ihm aufs Bett. Wir sahen uns in die Augen. Lange… Tief…
„Lea… also… weißt du…“, fing er an.
 

*aus der Sicht von Bill*
Ich musste es ihr sagen. Ich konnte nicht mehr, nicht mehr ohne sie. Ohne Elea.
„Ich, also, ich mein…“ Shit, Warum war das denn so schwer?!
Wir sahen uns immer noch in die Augen. Und dann, dann kam sie immer näher. Sie beugte sich zu mir runter. Jaa… ich schloss die Augen. Sie war ganz nah, das spürte ich.  Spürte schon ihren Atem – da ging die Tür aus.
„Ach du scheiße, sorry!“, rief jemand, dann war die Tür wieder zu.
Und zwischen Elea und mir auf einmal ganz viel. Verlegenheit… Scham… all so was… und es wurde nichts mehr. Denn da kam Georg rein. Aber auch ohne ihn wäre nichts mehr passiert. Außer in mir. Da passierte in diesen Momenten sehr viel. Mir wurde einiges klar, aber gleichzeitig stellten sich so viele Fragen. Wieso… warum… Wir waren doch so kurz davor gewesen… Wären wir nicht gestört worden, dann… ja, was wäre dann?
 

Kapitel 19
*aus der Sicht von Elea*
„Lea?“ Jemand hatte seine Hand auf meine Schulter gelegt. Bill!!
„Ja?“ Ich ließ meine Hand sinken, mit der ich gerade die Tür aufschließen wollte.
„Ich, äh, ich muss mal mit dir reden…“, sagte er unsicher. Oh mein Gott… Panik stieg in mir auf.
„Ähm, ja?“ Er lehnte sich an die Wand.
„Also, ich, ich mein- mit uns beiden – das – also- ich mein, ich glaub – da ist- also…“
Man. Also, es schien wichtig und schwer zu sein, sonst würde er doch nicht so rumdrucksen… oder? Er schloss kurz die Augen und atmete tief durch.
„Also, was ich sagen will…“ Jetzt schaute er mir in die Augen.
„Wir beide – also, du und ich – ich glaub, also- ich mein, ich glaub ich hab da so ein paar mehr Gefühle für dich und…“ Waaas? Wie geil war das denn? Bill war in mich? Verknallt? Hammer!!
„Also, ich mein, ich wollte dich fragen, ob – also – irgendwie- wir beide-“
„Hi Bill!“ Er schaute das Mädchen, das an uns vorbeilief, erschrocken an. Doch dann sah, nein starrte er ihr regelrecht nach. Auch, als sie längst um die nächste Ecke gebogen war, starrte er noch in die Richtung, in der sie verschwunden war. Aha, na denn.
Ich konnte es nicht ändern – es tat weh! Ganz ehrlich. Wir waren so kurz davor gewesen… Ich schloss entschlossen und den Tränen nahe die Tür auf und ging in Milas und mein Zimmer. „Äh, Lea?“
„Was!?“, motze ich ihn an. Jetzt sah er mich noch geschockter an.
„Ich, ich…“
„Vergiss es!“, schrie ich ihn an, knallte ihm die Tür vor der Nase zu und schloss von innen ab. Ich warf mich auf mein Bett und heulte.
 

*aus der Sicht von Bill*
Bumm!! Da stand ich vor der geschlossenen Tür. Ich hatte es versaut. Es war vorbei. Ich hatte meine Chance vertan.
Als ich in unserem Zimmer ankam, fühlte ich mich total mies. Plötzlich ging die Tür auf.
„Was war das denn?“, rief Tom aufgebracht. „Du bist kurz davor mit Elea zusammen zu sein, und starrst ’ner andern hinterher!“, schrie er. „Weißt du eigentlich wie weh du ihr getan hast?“ „Ja… nein… doch… kein Plan… Aber es tat mir Leid!“
„Toll, das hilft auch sehr viel. Du hast gesagt jetzt wo unser Schläger weg ist, wird alles ganz einfach, es steht nichts mehr im Weg!“
„Tom, ich – “
„Bill! Ich dachte Elea bedeutet dir so viel!“
„Tut sie ja auch!“ Ich glaube, das war das erst Mal in 16 Jahren, dass er mich nicht verstand.
„Und wieso haut dich dann auf einmal diese Nadine oder wie sie heißt so um?“
„Ich weiß es nicht!“ Wirklich nicht!
„Aha! Na dann viel Spaß noch!“ Er ging zur Tür.
„Wo gehst du hin?“, fragte ich.
„Wohin wohl?! Dann hat sie wenigstens zwei Leute zum Ausheulen!“ Sprachs und knallte die Tür hinter sich zu.
Ich verfluchte mich. Ich hätte mich ohrfeigen können. Wieso hatte ich das getan? Wieso hatte ich Nadine nicht einfach ignoriert? Klar, sie war total nett und so, und sie war auch nur ein halbes Jahr jünger als ich… aber sie war eigentlich nichts gegen Elea. Ja, und jetzt merkte ich, wie wichtig Elea mir war. Wie viel sie mir bedeutete und, ja, dass ich sie liebte – und dass ich SO KURZ davor gewesen war, mit ihr zusammen zu sein. Und Tom, der war auch sauer auf mich…
Elea, es tut mir so Leid!, dachte ich. Doch mir war klar, dass sie das nicht wüsste. Ich spürte wie etwas warmes, nasses mein Gesicht entlang lief und dann auf mein T-Shirt tropfte. Ich weiß nicht, wie lange das so weiterging. Das Einzige was zählte, war Elea. Nichts anderes.
 

Kapitel 20
*aus der Sicht von Gustav*
„Irgendwie ist es schon komisch, dass wir nicht mehr sooft mit ihnen rumhängen!“, meinte Georg. Wir saßen in unserem Zimmer. Mal wieder nur zu zweit, denn die Twins hatten ein Problem mit ihren Mädchen. Klar, wir mochten Elea und Mila echt total gerne, aber seitdem Tom in Mila verknallt was, bekamen wir Bill und Tom kaum noch ohne die Mädchen zu sehen.
Georg seufzte. „Hey ihr!“ Tom stürmte rein und schmiss sich neben Georg auf s Bett. Gut gelaunt sah er nicht aus. „Hey!“, meinten Georg und ich lahm. Tom verschränkte missmutig die Arme vor der Brust. „Wasn los?“, fragte ich.
„Hast du Mila nicht rumgekriegt?“, fragte Georg herausfordernd.
„Doch!“, gab Tom zurück.
„Dann war s schlecht?“, hakte ich nach.
„Nein!“, meinte er bestimmt. Wir sahen ihn fragend an. Er stöhnte und schüttelte den Kopf. Dann sprang er auf und ging durch s Zimmer. „Bill ist so ein Arsch!“, regte er sich auf. Georg und ich sahen uns erstaunt an. Wenn er so über seinen Bruder redete, dann musste es echt ernst sein.
„Da ist er kurz davor, mit Elea zusammen zu kommen, da kommt diese Nadine an ihm vorbei, sagt ‚Hi Bill’ und er starrt ihr stundenlang hinterher!“ Es gestikulierte wild mit den Händen und war echt sauer.
„Und jetzt sitzen die beiden in ihren Zimmern und heulen! Und Elea will Bill nicht mehr, Aber er will sie. Und jetzt klappt das bestimmt nicht mit denen, nur weil Bill zu doof ist, sich auf Elea zu konzentrieren!“ Oha. Mehr fiel mir dazu nicht ein.
 

*aus der Sicht von Mila*
Oh man! Sie war völlig fertig. Sie lag auf ihrem Bett und heulte. „Wieso, wieso macht er das?“ Ich saß auf ihrem Bett, ihren Kopf auf meinen Beinen – ich war schon voll nass – und streichelte ihren Rücken. Ich konnte Bill nicht verstehen. Wieso tat er ihr das an? Tom saß auch auf dem Bett, aber er tröstete sie nicht. Er starrte vor sich hin und schwieg.
„Bill ist unglaublich! So ein Arsch! Gestern hat er noch…! Er wollte es dir sagen!“, meinte er dann auf einmal. Elea schluchzte laut auf.
„Er hat es ja gesagt. Und dann kam diese…“ Sie konnte nicht weiter sprechen, ihre Stimme erstarb unter Tränen.
Oh man, die Arme! Ich hätte Bill so was niemals zugetraut. Tom vielleicht. Und der hatte jetzt auch noch Zoff mit Bill deswegen. Wie konnte Bill nur so blöd sein? Ich hab ehrlich gedacht, er wäre sensibler… ein Glück, dass ich Tom hatte. Bei uns war alles noch toller, seitdem wir… aber das mit Bill konnte ich einfach immer noch nicht fassen! Elea litt so sehr, nur weil er so blöd war. Hatte sie das echt verdient? NEIN, ganz klar, so ein Mädel wie sie hatte das nicht verdient. Sie hatte schon so viel für mich gemacht. Und sie war immer für mich da gewesen, auch bei der Sache mit Tom. Sie war uns IST einfach klasse!, dachte ich und sah sie mitleidig an. Das war Bill mit ihr abzog, war echt scheiße. War ihm das alles denn alles egal, mit Elea? Was die zwei in den letzten Wochen schon zusammen gemacht hatten? Die ganzen Umarmungen…? ALLES?! Das konnte doch eigentlich alles nicht wahr sein! Das durfte auch nicht sein. Denn was war, wenn die Twins sich wieder vertragen? Was wurde dann aus Tom und mir? Mit Elea und Bill? Mit uns allen?! Ich hatte auf das alles keine Antwort. Und ehrlich gesagt, hatte ich auch Angst vor den Antworten. Ich wollte sie alle nicht mehr verlieren. Bill, Gustav, Georg und Elea. Oder Tom. Was würde ich ohne die hier nur machen?
Ich strich Elea über Haar, merkte, wie sie zitterte. Vom Heulen. Spürte, wie nass meine Hose war. Ich sah Tom an. In die Augen. Tief. Ganz tief. Und dann wusste ich, dass es nicht so einfach werden würde. Mit Bill und Elea. Und dieser Blick zeigte mir, dass Tom das Gleiche dachte wie ich.
Ich wusste nicht warum, aber ich spürte auf einmal, wie MIR eine Träne die rechte Wange runterlief. Nur eine. Eine Einzige. Und ich war froh, dass Tom so neben mir saß, dass er es nicht sah…

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